Weltwoche: Selbstkritik im Bordell

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Da geben die Bordell-Pianisten von der Weltwoche uns ja schöne Einblicke.
Hatten sie doch so eine super Idee für ein Titelbild gehabt…
Wenigstens haben sie dafür gesorgt, dass wir auch in der schlimmsten Krise etwas zu lachen hatten.
Nun stellt also Karl Lüönd fest: Die Konzerne misstrauen den Weltwoche-Journalisten! Ausgerechnet die Konzerne! Ja und hat die Weltwoche nicht immer alles Menschenmögliche getan, um die Popularität der derzeitigen Interimsfinanzbundesrätin zu steigern? Und dann lässt man die Herren Journalisten einfach so drauflosschreiben! Ohne sie zu warnen! Welche Unverschämtheit, keine Vertraulichkeiten nach Aussen durchsickern zu lassen! Welche Manipulation!

Wenn es denn stimmt, dass im Bundeshaus, in der Nationalbank und in der UBS mindestens hundert Leute seit Tagen von dem Geheimnis gewusst haben, ist es eine reife Leistung von Informationsmanagement (oder -manipulation), dass nichts nach aussen gedrungen ist. Als Chefredaktor einer wichtigen Zeitung oder Fernsehstation würde ich mich fragen: Wie gut oder wie schlecht sind meine Beziehungen, wie angegriffen ist mein Vertrauenskapital, wenn mich an solchen ­Tagen niemand – auch nicht wenigstens in Andeutungen – vor voreiligen Festlegungen warnt?

Tja, und woran könnte das liegen? Möglicherweise daran?

Was ist das Kerngeschäft populärer Medien? Es ist Komplexitätsreduktion. […] Die Standardverfahren, mit denen die Medien in solchen Drucklagen wirklich arbeiten, sind immer dieselben: lokalisieren, personalisieren, emotionalisieren.

Also: Populistische Simplifizierung von Sachverhalten, Personalisierung von Konflikten und Anheizen von (unguten) Emotionen.

Das schränkt natürlich zwangsläufig das eigene Sichtfeld ein und bisweilen bleibt dabei offenbar der Realitätssinn auf der Strecke.  Und am Ende glaubt man selber noch das, was man da zusammenschreibt.

So wie der Kurt W. Zimmermann, der behauptete beispielsweise kürzlich,  es gäbe keine „frechen“ politischen Blogs in der Schweiz.

Nur damit nachher nicht wieder einer kommt und jammert, es hätte ihn keiner gewarnt: Es gibt sie!

(Danke @ Ronnie Grob fürs finden! )

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