Zitat des Tages: Qualitätsfernsehn

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Für mich das Zitat des Tages:

Charles Lewinsky im lesenswerten Interview in der Süddeutschen Zeitung über Qualität im Fernsehn:

Fernsehmacher sind so zynisch, die würden, wenn sie Quote dafür kriegen, sogar was Anständiges senden.

(Die Debatte über Qualität im deutschen Fernsehn hatte „Literaturpapst“ Marcel Reich-Ranicki losgetreten, als er den deutschen Fernsehpreis zurückwies.
Seine Kollegin Elke Heidenreich schlug daraufhin polternd in der FAZ in dieselbe Kerbe, woraufhin sie jetzt ihre Sendung los ist.

Niggemeier findets nicht gut, andere begrüssen den Heidenreich-Rauswurf als richtigen Schritt weg vom Schrottfernsehn. 🙂 )

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2 Antworten to “Zitat des Tages: Qualitätsfernsehn”

  1. uertner Says:

    Schön, das Dir das Interview mit unserem jüdischen Miteidgenossen gefallen hat. Charles Lewinsky hat mit vielen sehr erfolgreichen soaps bewiesen, dass er auch kluges für die „leichte Muse“ schreiben kann, mit seinem Roman „Melnitz“ dürfte er sich einen Platz in der Literaturgeschichte geschaffen haben. Leider ist er für die Schweiz schon etwas zu gross und (ich fürchte, dies spielt halt auch irgendwie eine Rolle) jüdischer Abstammung. Lewinsky, der eine erfolgreiche Soap-Schreibfabrik im „Schweizer Fernsehen“ aufgebaut hatte, wurde von der neuen Schweizer Fernsehdirektorin aufs Abstellgleis gestellt. Eigentlich hätte er Grund zu klagen und verdriesslich zu sein. Aber er setzte sich hin und schrieb einen wunderbaren Roman. Einen Sohn hat er übrigens auch gemacht: Micha Lewinsky, der hat mit „Sternenenberg“ den klügsten Schweizer Spielfilm seit Jahren geschrieben und hat mit seinem filmischen Regie-Erstling „der Freund“ sogar den Schweizer Filmpreis gewonnen ist nun nominiert für den ausseramerikanischen Oskar.
    „Melnitz“ lesen: selten wurde die Schweiz so klar und liebevoll geschildert, von einem der Zeit seines Lebens unter dem oft verkappten hiesigen Antisemitismus zu leiden hatte.

  2. flashfrog Says:

    Danke für den Buchtipp! Habe das Buch auf meine Lesewunschliste gesetzt.

    Ich habe übrigens gerade das Buch eines anderen Schweizers über die Schweiz gelesen, der sich ein paar Jahre lang um Kultur im Schweizer Fernsehn bemüht hat: Die Deutschen und ihre Nachbarn: Schweiz , herausgegeben von Alt-Kanzler Helmut Schmidt und Alt-Präsident Richard von Weizsäcker. Ich war ein wenig enttäuscht von dem Buch. Die Aufzählungen historischer Ereignisse sind ein bisschen trocken und die hätte man auch anderwärts nachlesen können. Wo die Historie zu allgemein geraten ist, wirds in der Geografie zu persönlich, die beschränkt sich, den Vorlieben des Autors folgend, hauptsächlich auf den Südosten der Schweiz und Zürich. Aber es gibt natürlich auch viele rhetorische Perlen in dem Buch zu finden, wenn man danach suchen mag. Vergleicht man Camartins Buch mit dem Gesabbel von Ziauddin – dazwischen liegen Welten!

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