Printmedien online und ihr Blogger-Bashing

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Den aktuellen Beitrag von David Bauer in der Sonntagszeitung mag ich eigentlich gar nicht analysieren. Aber er erneuert ein paar grundsätzliche Fragen, die ich an die Holzmedien hätte.

  1. Wie kann es sein, dass Holzmedien auf ihren Online-Portalen sich immer wieder über die mangelnde Qualität von Blogs auslassen? Dafür, dass Blogs unerheblich sind, wird über das Phänomen der Blogs ziemlich viel geschrieben…
  2. Ist es ehrlich, Blogs fehlende eigene Themen und mangelnde Recherche vorzuwerfen, wenn es umgekehrt kein Holzmedium der Rede wert findet, über Dinge zu berichten oder selber zu recherchieren, die Blogs beschäftigen und von ihnen auch aufgegriffen werden? Das Beispiel Facts2.0 ist ein wunderbares Beispiel, das den Verdacht nahelegt, dass man in kritischen Blogs nur pinkelnde Hunde sieht, die bei nächster Gelegenheit, wenn sie noch mehr Auslauf kriegen, womöglich den eigenen Garten heimsuchen könnten.
  3. Wenn Bloggern mangelnde Professionalität vorgehalten wird, wie kann es umgekehrt sein, dass sich Online-Portale von Printmedien regelmässig anderer Quellen bedienen, diese bestenfalls knapp erwähnen oder zumindest andeuten, aber ganz sicher nicht korrekt verlinken? Während sich Blogger nicht scheuen, Traffic zugunsten anderer Blogger zu generieren, scheuen Onlie-Portale von Zeitungen den Click auf die verlinkte Quelle und damit „weg“ vom eigenen Artikel wie der Teufel das Weihwasser. Souveränität und Kundendienst sieht anders aus.
  4. Wie fein ist es, einem Online-Artikel über Blogs keine Kommentarmöglichkeit zu geben und damit Blog-Kultur zu bashen, aber jede Kritik am eigenen Erzeugnis im Haus selbst zu unterdrücken?

Fazit: So, wie wir gewisse Mechanismen der Journi-Welt in Printverlagen und in deren Online-Ablegern nicht verstehen mögen, so besteht umgekehrt ein hartes Brett vor dem Kopf und den Fenstern der Web-Journalisten, das den Durch- oder auch nur Anblick der Blogszene verhindert: Das Brett heisst Ignoranz. Über Toleranz müssen wir schon gar nicht reden.

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2 Antworten to “Printmedien online und ihr Blogger-Bashing”

  1. La Triperie » Blog Archive » Jung, agil, verknöchert Says:

    […] Zeit für Dr. Bugsierer’s Analyse, aber auch für Pixelfreund’s Breitseite oder Thinkabout’s Fragen […]

  2. flashfrog Says:

    Der Herr Leu hat die Hierarchien mal ein bisschen geradegerückt. 🙂
    http://leumund.ch/2008/not-my-business/hierarchie-der-schweizer-medien-und-blogszene/

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