Präsident Obama

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Der Föhn, der hier seit Tagen bläst, ist vermutlich nur das Aufatmen der Welt, dass der Albtraum Bush nun zu Ende geht.
Und dass uns Sarah Palin erspart bleibt. Demokratie mag ja oft die Politik des Kompromisses auf kleinstem gemeinsamen Nenner sein. Aber das heisst nicht zwangsläufig, dass der dümmste anzunehmende Wähler Präsident wird.

Man solle jetzt aber nicht zu optimistisch sein, heisst es in den Wahlkommentaren der deutschen Medien heute schon wieder, Obama würde von den Europäern einiges verlangen.
Gut so.
Wir Europäer wollen doch ernst genommen werden, oder?
Ein Präsident, der aus eigener Erfahrung weiss, dass „Rest der Welt“ nicht ein Synonym ist für entweder „Kolonie“ oder „Feind-auf-den-man-Bomben-werfen-kann“, der als Sozialarbeiter weiss, wie es der abgestürzten amerikanischen MIttelklasse wirklich geht, der Realist ist statt (wie heisst eigentlich das sprachliche Gegenstück zu „Islamismus“? Christianismus?) irrationalreligiöser Fundamentalist, wird der Welt guttun.
Das tönt jetzt wieder wahnsinnig mainstreamig. Stimmt. Damit bin ich mir wohl mit dem Grossteil der Weltbevölkerung einig. Und das ist gut so.

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11 Antworten to “Präsident Obama”

  1. Rik Says:

    Wo ist eigentlich der europäische Obama, der die Europäer eint? Oder braucht es eine Johanna von Orléans? Die war vermutlich genauso charismatisch wie der gute Obama, hat Frankreich geeint (und geholfen, die bösen Engländer aus dem Land rauszukicken), aber das Ende der Geschichte zeigt mal wieder, wohin Hoffnung und Ambitionen gehen können, wenn sie manchen der hohen Herren nicht gefallen …

  2. Thinkabout Says:

    @Rik:
    Ob Obama Amerika zu einen vermag, wird sich noch weisen müssen. Für den Moment hat er die Hoffnung hinter sich geschart. Und vor allem die jungen Amerikaner aller Ethnien. Es wird sich weisen, wie viel Kit in dieser Gesellschaft sein wird, wenn Widerstände zu überwinden und Rückschläge zu verdauen sind. Ich hoffe es sehr, dass hier eine Kraft entsteht, die geerdet genug ist, dass sie nicht wankelmütig und vewässert wird, kaum zieht Wind auf oder Regen.

  3. Netzwerker Says:

    Zumindest hat Obama eines bereits bewiesen: Dass er junge Menschen einen kann und dass man mit den richtigen Strategien auch junge Menschen nicht nur dazu bringen kann, sich für Politik zu interessieren, sondern sogar dazu, aktiv Wahlkampf zu machen. Die deutsche Politik sollte dringend von Obama lernen, denke ich… von-der-botschaft-zur-bewegung.de

  4. zappadong Says:

    Was mich total beeindruckt hat: Diese riesige Welle der Hoffnung. Sie war überall spürbar, auch im persönlichen Umfeld. Wer so etwas zustande bringt, kann schon mal ganz viel.

  5. flashfrog Says:

    Ob Obama wirklich kann, und was, das wird sich wohl erst noch erweisen müssen.

    Was mich allerdings wundert: Die Zahlen der Wahlmänner sind beeindruckend für Obama, aber in realen Stimmenanteilen haben sich anscheinend 48% für McCain/Palin und die Republikaner entschieden.
    WARUM??

    (Ich persönlich kenne keinen einzigen Amerikaner, der McCain zu wählen auch nur in Erwägung gezogen hätte.)

  6. Mara Says:

    @ flashfrog

    Ich kenn die Zahlen nicht, aber möglich wäre es aufgrund des Wahlsystems schon. Denn egal ob Obama 90 oder 51 % der Stimmen bekommt, alle Wahlmänner werden im zugeordnet.(Oder war die Frage eine andere?..:-)

    Ich kann ja immer noch nicht so recht glauben, dass plötzlich das so weiss geprägte Amerika wirklich einen Farbigen gewählt hat.

  7. flashfrog Says:

    http://www.focus.de/politik/ausland/us-wahl-obama-siegt-mccain-gratuliert_aid_346287.html

    Ich mag einfach nicht glauben, dass es in Realwählerstimmen so knapp gewesen ist, dass tatsächlich so viele McCain gewählt haben. Und Palin. Nach 8 Jahren Bush.
    Was sind das für Leute?

  8. zappadong Says:

    Natürlich wird Obama erst einmal beweisen müssen, was er kann und was er nicht kann. Aber er hat den Menschen etwas auf den Weg mitgegeben: Hoffnung. Es ist einfacher, aus einem Gefühl der Hoffung zu handeln und Probleme (er)tragen zu müssen, als wenn man schon ohne jegliche Hoffnung beginnt.

    Natürlich, Hoffung kann enttäuscht werden. Aber Hoffung ist auch ein Funke, an dem sich ganz viel entzünden kann.

  9. Mara Says:

    @ frog

    Ich tippe auf alle die, die es auch nicht interessiert ob Afrika ein Land oder ein Kontinent ist…

    Hinsichtlich Bildung überrascht mich beim „Durchschnittsameriker“ nichts mehr.

  10. uertner Says:

    Hallo an alle. Nach dem überstürzten löschen meiner Texte: muss meine Internet-Tätigkeit etwas einschränken ;-). Interessante Fragen werden hier aufgeworfen. Im Thread zu thinkabouts text habe ich geantwortet. MIr scheint es wurde der „amerikanische Traum“ gewählt: wie schon bei Reagen und eigentlich jedem Präsidenten. Dass nun dieser Traum von Nicht-weissen Pfingstlern und nicht mehr von WASPs in der rationalen Tradition des Abendlandes geträumt wird, muss uns Europäer nicht notgedrungen beruhigen.

  11. thinkabout Says:

    @Flashfrog:
    Ich mag jetzt nicht die Immer-noch-Republikaner-Wähler bashen. Immerhin haben wir in der Schweiz einen Blocher immer noch stärker gemacht, als schon längst klar war, dass das eine verbitterte Einmann-Show wird.
    Und wenn ich mir Schweizer Mitbürger vorstellte, die ähnlich assimiliert wie Obama in den USA erscheinen, und dann darauf wetten würde, ob sie für höchste politische Ämter vorgesehen würden, dann würde ich den Schweizern kaum 52% für diesen besagten Mitbürger zutrauen.
    Nein, nein, das ist und bleibt sehr wohl ein Erdrutschsieg, ein Sprung über einen Schatten, der plötzlich unerheblich geworden ist. Zumindest für den Moment. Und hoffentlich ist der Schatten so aufgehellt und das Ergebnis so sehr Spiegelbild, dass Obama nie zur Zielscheibe eines Irren wird.

    Er mag Unmögliches nicht vollbringen, aber er soll alle Chancen dazu bekommen. Mit Zappadong stelle ich fest, dass es in meinem Umfeld keinen Menschen gibt, der nicht ein wenig staunend über den Teich blickt.

    Und ich finde, ein wenig Staunen sollten wir ruhig wieder lernen. Optimistisch macht mich aber höchstens eines: Obama scheint der erste Realist zu sein. Ihn wird Widerstand nicht so schnell umhauen wie mich.
    Das ist meine „uertnersche“ Hoffnung. Und dafür werde ich auch weiter in die Tasten hauen.

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