Finanzkrise: Sehr beschränkter News-Gehalt

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Je länger die Finanzkrise andauert, um so klarer wird einmal mehr: Die Qualität der Nachrichten, die nach einem solchen Ausbruch produziert werden, ist höchst durchschnittlich – um es höflich zu formulieren.

Die Medien sind eine Art „Opfer“ des eigenen Flusses, der, reissend geworden, nach und nach jeden mit sich talwärts spült. Kritischer Journalismus ist alsbald nur noch Wadenbeissertum, wobei man im Rudel allenfalls wetteifern mag, wer ein bisschen mehr knurrt als der andere, bevor er beisst.

Manchmal stellt sich dann heraus, dass die bellenden Hunde zwar gebissen haben – aber eher den Falschen, während sich zum System als ganzes niemand den Kopf zerbrechen mag. Das kann in einer solchen Situation allerdings fatale Folgen haben, und die Zeche zahlen jene, die – gezwungen oder freiwillig – in der Öffentlichkeit kommunizieren. Und die Medien tragen dabei unter Umständen zu einem destabilisierenden Ungleichgewicht und damit zu einer Wettbewerbsverzerrung bei.

So habe ich in praktisch allen Medien stets lesen können, dass die Interventionen des Staates bei der UBS Sie und mich, also uns Bürger, mehr als 60 Milliarden gekostet haben – oder, im besten Fall, kosten werden. Schon das Wörtchen „bis zu“ fehlte meistens. Dabei ist Fakt, dass bisher nur rund 6 Milliarden geflossen sind oder besser fliessen sollen (GV der UBS ist erst morgen) – und die mit 12 % verzinst werden.

Also, wenn man mich gefragt hätte, ob ich mich an diesem Darlehen beteiligen wolle, ich hätte liebend gerne und sofort mitgemacht. Fakt ist: In normalen Zeiten würden die Aktionäre ihren Verwaltungsrat psychiatrisch beurteilen lassen, wenn er einem solchen Deal zustimmt. Aber normale Zeiten haben wir tatsächlich nicht.

Weiter weiss niemand, wie hochgradig faul die ausgelagerten Kredite tatsächlich sind. Und das meine ich hier positiv. Sie werden kaum im Ausmass von 60 Milliarden abgeschrieben werden müssen. Darunter dürften sich – zum Beispiel – auch Studentendarlehen befinden. Die sind zwar langfristig zu veranschlagen, haben aber gute Rückzahlungsperspektiven. Überhaupt ist das Wesentliche dieses Deals der Zeitfaktor: Indem diese maroden Kredite aus der Bilanz eines volatilen Geschäftsfeldes heraus gelöst wurden, werden die Chancen verbessert, sie zu retten, statt sie definitiv abschreiben zu müssen. Wer sich Zeit lassen kann, hat mehr Einfluss auf das ideale Timing.

Während eine UBS also im Fokus der Presse stand, weil man sich an den Staat wandte, gingen die Geschäftsgänge der Credit Suisse in der Presse fast unter. Ich bin mal gespannt, wie sich die Situation in ein paar Wochen darstellen wird, würde aber in keinem Fall behaupten, eine Bank wäre „sicherer“ als die andere.

Sicherheit könnte uns aber die nüchterne Einschätzung des ganzen Schweizer Finanzplatzes machen, inklusive der Einsicht, dass es sich die Schweiz nicht leisten kann, auch nur eine der beiden Grossbanken vor die Hunde gehen zu lassen. Dazu gehörte dann aber auch die korrekte Wiedergabe der Fakten, die, ständig aufgeweicht, einen Nachhall in der Bevölkerung behalten, der dramatisiert bleibt.

Dazu passen auch die Episoden um die Frage der Boni:
Ich habe in der Presse sehr viel weniger über sinnvollere Entlöhnungs-Systeme lesen können, als über die Jagd nach Rückzahlung einzelner Super-Ausschüttungen.

Im ersten Fall würde man sich mit konzeptionellen Vorschlägen einer möglichen Kritik aussetzen, im zweiten Fall hechelt man selber „kritisch“ einer Geschichte hinterher, die in einem Schuldigen ein Gesicht hat.

Das illustriert wunderbar das aktuelle Beispiel des UBS-Verwaltungsrates Rainer-Marc Frey, über dessen Haupt ein kollektiver Aufschrei der Presse niederging, gefolgt von der Empörung aller Bürger und Blogger: Was für ein Beweis mangelnden Vertrauens, wenn der Verwaltungsrat Aktien „seiner eigenen“ Bank verkauft!

Das war in der Tat unklug und ein schlechtes Signal. Dabei ging aber unter, dass Frey alle seine Aktienbestände verkaufte, nicht nur UBS, und der Entscheid auch viel mit der Situation seiner eigenen Finanzfirma Horizon21 zu tun haben dürfte, die komplett mit Eigenmitteln finanziert wird. Und auch in Herrn Freys eigener Schatulle dürfte in diesen Monaten die Schwindsucht zu Besuch gekommen sein.

Alle diese Beispiele besagen eines:

Es ist nicht falsch, Missstände anzuprangern und solche Transaktionen zu geisseln. Es fehlt aber das Hinterfragen, das Nachhaken und Nachbohren. Es ist für uns normalen News-Konsumenten nicht nur deshalb schwierig, die Substanz von Nachrichten zu gewichten, weil die Vorgänge tatsächlich sehr komplex sind, sondern auch deshalb, weil immer weniger Energie in die Ergründung der Ursachen fliesst.

In Zeiten, wie wir sie jetzt erleben, wirkt die Presse daher oft wie ein zusätzlicher Brandbeschleuniger. Überhaupt macht sich die Presse für „ein bisschen guten Stoff“ viel zu leichtfertig zum Instrument von Spekulanten und Manipulatoren an den Börsen, wo sehr viel vom Schüren oder Dämpfen der Erwartungen abhängt.

Was also ist von der weiteren Finanzkrise wie von der Presse zu erwarten?

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20 Antworten to “Finanzkrise: Sehr beschränkter News-Gehalt”

  1. flashfrog Says:

    Spekulation ist ein gefährliches Geschäft, im Bereich der Informationen nicht weniger als im Bereich der Finanzen. 😉

    Dass das Misstrauen so gross ist, liegt meiner Ansicht nach daran, dass es 1. immer noch so wenig gesicherte Informationen über das tatsächliche Ausmass der Krise gibt. Keine Bank will öffentlich die Karten auf den Tisch legen.
    Und 2. dass da etwas über die Köpfe von uns als Staatbürgern hinweg beschlossen wurde, für das wir dem Staat bürgen sollen, wo wir aber nicht mitreden dürfen. (Naja, in D sind wir uns das ja gewohnt. 😉 )
    Macht im Bedarfs- und Schlimmstfalle in der CH 8000 Franken Schulden pro Nase, egal ob Greis oder Baby. Da sollte man sich schon Sorgen machen dürfen…

    Was mich fast noch mehr wundert: Dass die Medienarbeiter nicht viel mehr darüber schreiben, in welcher finanziellen Klemme sie (die Zeitungen, die Onlineangebote, die Verlage) selber stecken.
    Wie einige Leute unredlicherweise gerade versuchen, die Krise zur Durchsetzung lange geplanter „Umstrukturierungen“ zu missbrauchen. Dass da möglicherweise grad Qualität, Unabhängigkeit und Informationsvielfalt in gorssem Stil über Bord geworfen werden.

    Wäre ein Fund zur Rettung der Informationsvielfalt und unabhängigen Medien eigentlich eine abwegige Idee?

  2. zappadong Says:

    Ich stimme flashfrogs Punkten 1 und 2 zu.

    Wie gross die Krise wirklich ist, kann ich als Normalbürgerin nicht abschätzen. Aber was ich sehe und höre, klingt sehr viel ernsthafter als das, was ich in den Medien lesen kann. Es geht längst nicht mehr nur um die Finanzwelt. In meiner unmittelbaren Umgebung sind Grossfirmen von heftig bis sehr heftig betroffen. Kurzarbeit, Zwangsferien, Entlassungen gehören hier zum Alltag. Niemanden, der nicht mindestens jemanden kennt, den es getroffen hat. Auch die Medien trifft es hart – als eine von vielen Branchen, die es hart trifft. Andere wird es etwas verzögert treffen (meine Branche zum Beispiel).

    Was tun Medien in diesem Fall? Nehmen sie alles auf, inklusive die Ängste und die Wut der Betroffenen, wirft man ihnen vor, die Krise herbeizuschreiben, auf Panik zu machen, alles noch viel schlimmer zu machen als es ohnehin ist. Die Medien wären tatsächlich die Brandbeschleuniger, die sich niemand wünscht. Berichten sie nicht, kommt schnell einmal der Vorwurf der Verbrüderung mit den Mächtigen der Politik und der Finanzwelt.

    Ich beneide die Medien nicht um ihre Rolle in diesen schwierigen Zeiten, in denen als einziger Ausweg unser Wille zum Konsum angekurbelt werden soll um die Wirtschaft anzukurbeln. Wenn der Konsum unsere Rettung, der Ausweg aus der Krise sein soll, dann sehen wir uralt aus.

    Die Vorgänge sind wirklich komplex – und ganz vieles beruht auf absolut irrationalem Verhalten. Nicht nur von uns „Kleinen“, sondern vor allem auch von den „Grossen“. Erschreckend (und neu) ist, wie schnell uns die Vorgänge diesmal überrollen. Eine international tätige Firma in meiner Region hatte bis vor zwei Monaten Ferienstopp, Überzeit war die Regel. Innerhalb nicht einmal eines Monats ist die Lage total gekippt. Jetzt sind im Dezember vier Wochen Zwangsferien angesagt. Ähnliches, wenn auch nicht ganz so Drastisches hört man rundherum.

    Wie es sich entwickeln wird? Ich glaube, das weiss niemand. Wie die Medien damit umgehen sollen? Das ist für unsere Zeit Neuland. Ich habe keine Antwort darauf. Nicht einmal den Ansatz einer Meinung. Es ist wie Achterbahn fahren ohne angeschnallt zu sein.

  3. flashfrog Says:

    Mal abgesehen von der Finanzbranche:
    vielleicht bin ich naiv, aber ich kann nicht glauben, dass plötzlich, von einem Monat auf den anderen, alle Menschen weltweit aufgehört haben sollten, zu konsumieren. In meinem persönlichen Umfeld kann ich dergleichen nicht feststellen. die Leute essen, wohnen, heizen, kaufen Bücher, ersetzen ihre defekten elektronischen Geräte und kaufen sich warme Pullover wenn es kalt wird. Und auch ihre Zeitungen haben sie nicht Knall auf Fall alle gleichzeitig abbestellt.

    Woher also diese plötzliche Erkenntnis, es sei nötig und sinnvoll, grosse Teile der Belegschaft vor die Tür zu setzen?

  4. zappadong Says:

    Weil vieles an dieser Krise sehr irrational ist (was daran liegt, das der Finanzmarkt seit Jahren völlig irrationalen oder mindestens sehr schädigenden Regeln unterworfen war) – und weil beim Zusammenbrechen dieses Kartenhauses die totale Panik ausgebrochen und damit auch ein Damm gebrochen ist.

    Obwohl die Leute noch konsumieren, steht die riesige Angst im Raum, dass sie es nicht mehr tun werden. Ganz konkret: Die Firma, die im Dezember Zwangsferien macht, ist in der Autobranche angesiedelt. Mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen sind die Aufträge weggebrochen. Dasselbe gilt für zwei andere Grosskonzerne meiner Region, wo Aufträge rückgängig gemacht worden sind und im Moment praktisch keine neuen mehr reinkommen.

    Was alle Betroffenen übereinstimmend sagen: Die letzte Krise ist langsamer gekommen, diese ist wie eine Flutwelle über die Betriebe hereingebrochen. Fragt man nach, was der Plan ist, heisst es: Abwarten und die Entwicklung anschauen. Man hofft auf eine Besserung im März, aber es kann niemand vorhersagen, was passieren wird. Vielleicht wird es besser, vielleicht zieht uns der Sog weiter nach unten.

    Wenn der Strudel uns weiter nach unten zieht, werden die nächsten Betroffenen die KMUs sein, die Zulieferfirmen, oder Dienstleistungsbetriebe wie meiner, die einen grossen Teil ihrer Aufträge von den grossen Firmen der Region erhalten. Das kann weitere Auswirkungen haben.

    Alle diese Betriebe, die in den Strudel der Ereignisse geraten sind, sparen, wo sie können. Das ist nicht zuletzt der Werbebereich, zu dem auch Inserate in Printmedien gehören. Wenn wir tatsächlich in eine Rezension laufen, dann fällt ein Grossteil der Jobinserate weg, die zum Beispiel in meiner Lokalzeitung mehrere Seiten füllen und Geld bringen.

    Hört man den Leuten zu, spürt man eine riesige Unsicherheit. Wenn nicht bald irgendwo ein Boden gefunden wird, wird sich diese Unsicherheit niederschlagen und die Abwärtsspirale wird auch die Haushalte erreichen, und man überlegt sich das mit dem warmen Pullover, den elektrischen Geräten, dem Buch noch einmal.

    Das Verrückte daran. Es ist alles total unvorhersehbar geworden. Vielleicht geht es schon morgen steil aufwärts, alles atmet auf und macht weiter wie bisher. Oder es wird uns ziemlich hart treffen.

    Ich glaube nicht, dass es jemand sinnvoll findet, grosse Teile der Belegschaft vor die Tür zu stellen. Aber nötig. Denn letztendlich geht es um Geld, das die Firmen haben oder nicht haben werden.

  5. uertner Says:

    @flashfrog: Der grösste „Ertragsesel“ der TAMEDIA ist der „Stellenanzeiger“ und die Beilage „Alpha“ für Kaderstellen. Der Zürcher Medienkonzern finanziert sich zu gut 40% (wenn ihm mich nicht irre) aus diesen Erträgen, und man braucht kein Finanzanalyst zu sein, um das Schrumpfen dieser Beilagen in den letzten Wochen beobachten zu können. Desgleichen die „Alte Tante“ NZZ, die ausserdem auf die grossen Inserate der Finanzinstute dringend angewiesen ist. Wichtig für die Schweizer Presse sind die Doppelseitigen Aktionsinserate der genossenschaftlichen Grossverteiler Coop und Migros: sobald hier gespart wird (etwa weil man sich gegen die Invasion von Aldi un Lidl in der Schweiz wehren muss, die allein über den geilen Geiz Absatz finden), führt dies bei den Redaktionen sogleich zu Kosteneinsparungen. Gerade die TAMEDIA hat in den letzten Jahren sehr viel Geld in Internet-Portale und Gratisblätter investiert. Letztere sind Goldesel (und hier sieht man, wie der „zahlende Abonnent“ für die Verlage nur noch lästig ist), erstere – so fürchte ich, aber man hat schon lange nichts zuverlässiges mehr gehört – sind es (noch) nicht. Die Verlage tun dies nur, um Anteile am Werbekuchen zu halten.

    Was die Finanzkrise als ganzes betrifft: Seit Maggie Thatcher und Ronald Reagan die Schleusen für die Freibeuter der globalen Finanzmärkte geöffnet haben und 1989 die Berliner Mauer fiel, leben wir in einem Kapitalismus der von seiner geistigen Grundlage, dem Calvinismus, gänzlich entkoppelt ist. Die „unsichtbare Hand (Gottes)“ wurde gänzlich durch die „unsichtbare Hand des Marktes“ ersetzt, welche die Gier der Menschen zu höherem Wohlstand für alle lenken sollte. Die amerikanische Schuldenwirtschaft hat dazu geführt, dass rational betrachtet die U.S.-Bürger schon den Verdienst ihrer Kinder und Kindeskinder an die fleissigen Asiaten verkauft haben. Die USA, einst Garant der Freiheit und der Menschenrechte, ist heute ein bis auf die Zähne bewaffneter Schuldensklave der Weltgemeinschaft: Obama steht eine grosse Prüfung bevor. Es gibt amerikanische Stimmen, die meinen, Obama könne schon zu spät kommen. Russische Politanalytiker lassen sich mit Prognosen zitieren, die auf das Frühjahr 2009 den Zerfall der USA in bürgerkriegsähnlichen Zuständen voraussehen. Solche „Prognosen“ mögen politische Hintergründe haben, aber selbst die EU steht vor einer grossen Bewährungsprobe: Das System „Deutschland bezahlt und hält die Klappe“ dürfte in die Krise geraten, zumal die Leistungsträger und Familiengründer aus Deutschland fliehen und es keinen „gesunden nationalen Egoismus“ in Deutschland gibt (ausser wenn man auf Kleinstaaten wie Lichtenstein und die Schweiz verbal eindreschen kann). Geradezu symptomatisch ist die Geschichte der drei in Pristina verhafteten BDN-Mitarbeiter im Kosovo: Deutschland stellt NATO-Soldaten, zahlt 100 Millionen für den staatlichen Wiederaufbau, will Richter, Polizisten und Zöllner schicken und war einer der ersten Staaten, die das Kosovo anerkannten. Doch bei den Kosovaren, die sich noch an ganz andere „Deutsche“ erinnern können, hinterlassen die Deutschen das Bild von „nützlichen Idioten“ und „Feiglingen“. In einer Kultur, die noch die Blutrache kennt, wird das europäische Gutmenschen-Engagement als Feigheit gelesen. Auf dem Balkan weiss man genau: Die Europäer ertragen keine Toten aus dem Balkan. Einer „Ordnungsmacht“ die so aufgestellt ist, wird nur auf der Nase herumgetanzt.

  6. thinkabout Says:

    @flashfrog:
    Dass in dieser Krisensituation nicht nur das Volk, sondern schon das Parlament eigentlich nur hinterherhinkend absegnen kann, was der „Vorstand“, sprich Bundesrat, schon eingeleitet hat, liegt ein gutes Stück weit in der Natur der Sache. Immerhin ist der Strang, der Politiker in die Pflicht ihres Handelns nimmt, in der (Schweizer) Politik viel straffer als anderswo / als in der Usanz jeder Aktionärsversammlung.
    Medien:
    In der Tat ein Problem. Wo sind die Verlage, die an Vertiefung statt Verbreitung glauben? Und wo das Online-Konzept, das per se wirtschaftlich UND den Informationsauftrag erfüllend betrieben werden kann?
    @Zappadong
    Ja, es IST schwierig, ausgewogen zu berichten. Beispiel: Es ist gar verlockend, aus einer Schalterhalle „an der Front“ zu berichten und zu „dokumentieren“, wie Kunden Geld abziehen bzw. eine Kantonalbank „stürmen“. Aber ist es auch verantwortlich? Korrektur: Diese „Information“ schürt das „Herdenverhalten“, und nichts ist wirklich potentiell gefährlicher als genau dies, um die Krise zu verschärfen und eine einzelne Bank in Schieflage zu bringen. In Verkennung der Tatsache, dass, „nimmt“ es eine der Grossbanken, die Probleme endgültig unübersehbar werden.
    @flashfrog:
    Das System ist als ganzes fragil – und beruht auf der Erwartung, dass immer mehr konsumiert wird. Vielleicht werden Bücher gekauft – dafür wird nicht mehr zum Essen ausgegangen. Die Veränderung im Konsumverhalten beginnt im Kopf, genauer im Hinterkopf, aber dann ist der Grundstein eigentlich schon gelegt. Auch hier spielt die Erwartung, was die Zukunft bringen mag, schon eine grosse Rolle.
    @Zappadong:
    Dass eine Firma von einem Moment auf den anderen so betroffen sein kann, hängt damit zusammen, dass die Geschäfte immer „dynamischer“ werden. Gerade Auozulieferer müssen alle Leistungen Just-in-Time erbringen, d.h. der Kunde hat und will keine Lager, alles wird in einen pulsierenden Prozess hinein geliefert. Wird der Kreislauf gestoppt, gibt es null Geschäft. 100% oder nix. Auf Halde / Vorrat kann niemand produieren. Damit fehlt ein früher vorhandenes Pufferelement.
    @Uertner:
    Die Bedeutung der Grossverteiler für die Werbebranche und damit für die Medien ist wirklich enorm. Auch fürs Fernsehen. So hat die Migros dieses Jahr ihre grosse Image-Kamapagne mit TV-Spots eingestellt und das auch öffentlich kommuniziert. Und ich gehe davon aus, dass Coop in der Folge im „Windschatten“ seinen Aufwand dafür auch reduziert hat, einfach ohne es gross zu kommunizieren.
    Und ein wirtschaftlich tragfähiges Internet-Medien-Portal gibt es tatsächlich nicht. Vielleicht ist das ein Grund, dass die redaktionelllen Entscheidungen, welche Inhalte online gestellt werden, oft der Marketing-Abteilung unterstellt sind?

  7. zappadong Says:

    @ thinkabout: Dieses „Just-in-time“ oder lieber noch „do it yesterday“ hat sich überall durchgesetzt. Es weicht unsere Arbeitszeiten auf (Nacht, Wochendene, Ferienstopp) und es setzt alle unter einen derart gewaltigen Druck, dass viele daran kaputtgehen. Wenn dann einmal nichts gebraucht wird, „just-in-time“ oder „yesterday“, dann heisst es: Kurzarbeit, Zwangsferien, Entlassung. Und bei der nächsten Welle stellt man alle wieder ein … ein grässlicher Mechanismus. Ein Auspressen der Menschen. Ein Hamsterrad, aus dem auszubrechen schier unmöglich ist. Auch nicht für Arbeitgeber. Für die heisst es nämlich einfach „take it or leave it“ und wenn man nicht auf auf der Müllhalde der Nichtberücksichtigten landen will, spielt man mit, so weit es einem möglich ist – und manchmal, um die Arbeitsplätze seiner Leute zu sichern – noch weiter.

    Bei solchen Mechanismen sollte das Tempo tatsächlich nicht erstaunen. Ich habe aber mit Menschen zu tun, die in solchen Firmen arbeiten und die zugeben, dass alles noch viel schneller gekommen ist als sie sich je hätten erträumen können.

    Um das Wort „Kreislauf“ aufzunehmen: Der wurde noch selten so hart und so schnell unterbrochen wie mit dieser Finanzkrise.

    Ich finde die Lage beängstigend und noch viel beängstigender finde ich, dass nicht nur das normale Fussvolk sondern auch sehr gescheite Leute darauf mit totaler Ratlosigkeit reagieren. Um es mit den Worten einer Betroffenen zu sagen: „Wir haben alle keine Ahnung.“

  8. thinkabout Says:

    Kleine Umfrage zu einem Teilproblem dieser Diskussion hier (keine Ahnung, ob die Einbindung hier so klappt):

  9. thinkabout Says:

    offensichtlich nicht, dann vielleicht so: (das Ding flutscht mir immer wieder weg…)
    Mini-Poll zur UBS
    sorry fürs Pröbeln

  10. Bruder Bernhard Says:

    Mein lieber thinkabout, über Finanzthemen zu schreiben scheint mir ein gefährliches Unterfangen. Was du als „Fakt ist“ hinstellst, ist es meines Wissens eben nicht. Der letzte Stand (laut Presse): 7 Mia. Werteverlust auf den Schrottpapieren, wovon zu Lasten UBS 6, zu Lasten NBS 1. Und das könnte erst der Anfang sein.
    Immer noch laut Presse: ein Zins von 12.5% ist nur Ausdruck des Risikos, und immer noch laut Presse: möglicherweise ist der Zins zu tief, denn das Verlustrisiko ist hoch! Die Papiere sind nämlich im Moment gar nicht bewertbar. Laut Presse hat die NBS der UBS so faktisch einen Freundschaftspreis bezahlt!

  11. zappadong Says:

    Ich wage zu behaupten, dass im Moment gar niemand weiss, was wirklich „Fakt ist“.

    Der Herr, der am letzten Sonntag in der Presse ein paar Nebelpetarden geschossen hat (habe vergessen, wie er heisst, jener Typ, der denkt, dass es nicht auszuschliessen ist, dass die UBS noch mehr Geld braucht), ist nur einer von vielen. Jeder gibt seinen Senf, niemand hat alle nötigen Informationen, Spekulationen schiessen ins Kraut und im ganz realen Leben werden ganz reale Erfahrungen gemacht.

    Ich finde es kein gefährliches Unterfangen, über Finanzthemen zu schreiben, sondern ein ziemlich theoretisches, komplexes und alle überforderndes – und trotzdem dringend nötiges.

    Im Moment läuft übrigens die UBS Generalversammlung.

  12. Bruder Bernhard Says:

    @zappadong: na ja, ich bin einfach nicht einverstanden mit der Einschätzung der Berichterstattung. Alles, was Kollege thinkabout an der Berichterstattung beanstandet, weist in eine Richtung: es liest die falsche Presse. Und er hört zu wenig Radio (Echo der Zeit auf DRS, Suisse romande den ganzen Morgen abends ab 18.00 Uhr und ab 5.00 Uhr morgens 😉
    Ohne Journalisten wäre ich zumindest in der jetzigen Newslage verloren. Das muss man auch mal sagen.

  13. thinkabout Says:

    @Zappadong
    Du sprichst wohl den Herrn Zuberbühler von der Eidg. Bankenkommission und das von ihm ausgelöste Gewitter an.
    @Bruder Bernhard
    Suisse romande höre ich tatsächlich nicht, dafür wohne ich zu weit weg vom Röschtigraben und hatte in der Schule in franz einen zu nahen Fensterplatz – und in letzter Zeit zu wenig Praxis. Das Echo der Zeit allerdings ist Pflichtstoff, Tag für Tag. Aber eben nicht nur.
    Ja, ich gebe ganz bewusst zu einigen Presse-Stossrichtungen ein wenig Gegensteuer. Richtig ist wohl, was Zappadong meint, wenn sie sagt: Fakt ist noch gar nichts. Und eigentlich will ich nur das auch sagen.
    In der Presse wird eben sehr oft suggeriert, man hätte die 60 Mia partout schon verloren – und die 6 Mia Kapitalerhöhung, die eben beschlossen wurde an der UBS-GV auch. Und das ist zwar möglich, aber eben NICHT Fakt. Und die Kredite müssen auch – in der geplanten Auslagerung – nicht vorschnell auf null abgeschrieben werden. Das hat mit Pressemitteilungen nichts zu tun, sondern mit der Technik des Konstrukts.
    Alles andere ist Spekualation. Und die kann man in der momentanen Lage – natürlich – mit Fug und recht mit eher pessimistischer Grundstimmung betreiben.
    Ich habe mir lange, wochenlang nun überlegt, ob ich darüber schreiben und mich exponieren will. Die Diskussion hier zeigt mir, dass es richtig ist. Ich exponiere mich dabei gern und setze mich auch dem Risiko aus, am Ende ganz falsch zu liegen. Ich will einfach, dass in mehr als eine Richtung reflektiert wird. Und DASS diskutiert wird und argumentiert. Jenseits von dumpfbackigen Kommentaren im Newsnetz – aber durchaus so, dass man mir und anderen Stimmen kontra bietet.
    Ich fürchte, ich werde mit dieser Art Texten weiter machen…

  14. zappadong Says:

    Ich liebe diese Art Texte. Also bitte weitermachen …

    @Bruder Bernhard: Die Berichterstattung ist tatsächlich vielfältig. Ich bin froh, schreiben Journalisten darüber und ich gestehe, ich lese jeden Kommentar in den Zeitungen, den ich zu lesen bekomme und gucke mir auch an, was die verschiedenen Experten am Fernsehen so sagen. Radio geht geradewegs an mir vorbei – weil ich keines höre (ich liebe die herrliche Ruhe alleine zu Hause). Und dann habe ich noch das direkte Feedback von Bankern und Leuten im Treuhandbereich, die jeden Tag in diesem Umfeld arbeiten (und trotzdem nicht alles wissen).

    Aber auch wenn man sich wirklich Mühe gibt, die verschiedensten Meldungen zu lesen, zu verstehen und zu interpretieren versuchen, komme ich für mich zum Schluss: es ist zu vieles unklar. Zudem hat die Erfahrung gezeigt, dass wir Normalbürger über manche Dinge spät, über manche Dinge gar nichts erfahren. Hier einen Überblick zu behalten, fällt schwer.

    Deshalb wünsche ich mir kritische Journalisten, die hinterfragen ohne dann gleich „dumpfbackige Kommentare“ zu schreiben. Ich wünsche mir Analysen, die auf bekannten Fakten beruhen. Ich wünsche mir lange Hintergrundberichte statt kurze Infohäppchen.

    Trotzdem haut es auch mir ab und zu „den Nuggi“ raus. Dann knalle ich einen bösen Satz oder ein böses Häppchen in meinen Blog. Weil ich finde, genug ist genug, und verar…. kann ich mich selbst. Und auch ich habe mich beim Lesen der Abstimmungsunterlagen bei dem Gedanken ertappt: Na, wenn wir 60 Milliarden an eine Bank verlochen können, können wir auch alle Leute problemlos früher in Rente schicken …

  15. von Relax Says:

    @alle: Thinkabout hat einen sehr guten Artikel geschrieben. @ bruder bernhard: Das Problem mit den Journis ist, dass sie voneinander abschreiben und am Radio erzählen die Mundartisten was sie bei den Wortakrobaten gelesen haben. Leider habe ich keine Zeit um diverse Punkte aufzugreifen in diesem Thread. Aber ist einfach so: Glaubt dem Thinkabout. Die Wertpapiere sind im Tresor der UBS im Moment deshalb nichts Wert, weil ohne Marktnachfrage kein Marktwert eingesetzt werden kann. Dies bedeutet wiederum, dass nach den CVH und internationalen Bilanzregeln der Wert der Papiere entsprechend einzusetzen ist. Hat man aber sowohl eine genügend grosse Kapitaldecke und die Zeit zum Warten (= SNB), dann sind die Paiere nicht nichts Wert sondern können grosse Fluktuationen aufweisen. Wenn z.B jemand mit Hundefett handelt und im Weihnachtsmonat nichts verkauft, ist das Hundefett nicht wertlos am Lager, weil sich der Preis im Jaqnuar neu bildet, wenn die Leute wieder Hundefett kaufen.

    Also wer jetzt ein bischen Spielgeld = Risikogeld = Geld das nicht weh tut wenn es weg ist, sollte in nächster Zeit durchaus gewisse Investments tätigen. Auch Banktitel. Denn das Risko nach unten ist begrenzt, nach oben gibt es aber s e h r viel zu verdienen. Dann meckern wieder alle über die Gewinner, dabei hatten beim Start alle die gleichen Möglichkeiten. Nicht Hirn wird belohnt sondern das eingegangene Risiko, wenn es aufgeht.

  16. zappadong Says:

    Lieber von Relax. Ich frage zugegebenermassen etwas unbedarft:

    Woher soll denn die Nachfrage kommen, wenn man schon jetzt in den Staaten mit der nächsten gröberen Krise rechnet (Kreditkartenüberschuldung, die uns allen um die Ohren fliegen wird)?

    Wie soll ich einem Finanzsystem trauen, in dem selbst gestandene Experten in eine totale, zum grössten Teil total irrationale Panik geraten?

    Was soll ich von einem System halten, in dem man – um es nett auszudrücken – nichts bis wenig lernt und als einzige Massnahme zur Stabilisierung das Ankurbeln von Konsum (In Deutschland überlegt man sich tatsächlich, jedem Staatsbürger 500 Euro zu schenken, damit sich alle was Schönes kaufen gehen können – so was ist nur noch krank) und Vertrauen (HA!) in die Institutionen empfiehlt

    Was soll ich von einem System halten, das wegen eines aus dem Ruder gelaufenen Monopolyspiels mit absolut undurchsichtigen und marktschädigenden Regeln (z. Bsp. wetten auf fallende Kurse) zusammenbricht wie ein Kartenhaus und man mir dann – wenn alles kaputt ist und der Büezer nebenan deswegen den Job verloren hat – empfiehlt, etwas „Spielgeld“ zu investieren? Mit Verlaub, ich nenne so ein System pervers und bin nicht bereit, auch nur einen Rappen hineinzubuttern. Da gehöre ich lieber zu den sogenannten „Verlierern“.

    Aber damit sind wir schon ganz weit von ursprünglichen Thema weg. Die Fragen für mich sind jetzt die:

    Soll / muss / darf die Presse über Schalterhallen berichten, in denen die Leute in meterlangen Schlangen anstehen, um ihr Geld abzuheben?

    Soll / muss / darf die Presse über jene Banken berichten, die im Geld schwimmen, weil plötzlich alle bei ihnen ihr Geld lagern wollen?

    Soll / muss / darf die Presse über meinen Büezer Nachbarn schreiben, der als direkte Auswirkung der Krise seinen Job verloren hat?

    Soll / muss / darf die Presse schreiben, dass jeder Schweizer rund 10’000 Franken an etwas bezahlt, das er freiwillig niemals bezahlt hätte (lieber thinkabout, ich hätte NICHT bezahlt).

    Soll / muss / darf die Presse über die ganz konreten Auswirkungen schreiben, welche dieser Finanzcrash hatte – auch wenn diese Auswirkungen zum Teil horrend sind und jeden noch einigermassen gelassen gebliebenen Bürger ins nackte Grauen und die Panik stürzen? (Ich bin froh, dass ich nicht in Island wohne!)

    Das sind Fragen, die sich mir wirklich stellen. Noch viel wichtiger: Ich frage mich schon längere Zeit, ob mir wirklich alles erzählt wird oder ob da hinter verschlossenen Türen irgendwelche Monster lauern. Es gibt nämlich nicht nur das „Die Leute direkt in die Panik treiben“ Schreiben. Es gibt auch noch das „Das schreiben wir besser nicht, weil die Leute sonst ausflippen“ Nicht-Schreiben. Das Unbehagen ist da. Und es geht auch nicht so schnell weg.

    Ich möchte mein Hirn nicht zum Spielen einer weiteren Monopoly Runde einsetzen. Ich würde lieber innehalten und mir einmal überlegen, wohin wir da überhaupt steuern und ob es Alternativen gäbe.

  17. thinkabout Says:

    @Zappadong
    Die Kreditkartenüberschuldung ist nicht neu. Das Problem ist auch hier ein bisschen ein Psychologisches: Auch dies ist ein Bankengeschäft. Wer beim Handeln mit Futtersilos grausam auf die Schnauze gefallen ist, wird auch bei den Mostäpfeln vorsichtig… Und so langsam schwant allen, dass es vielleicht ein wenig viel ist, wenn 75% der Amerikaner auf Pump konsumieren und jeder Ami im Durchschnitt 7 Kreditkarten besitzt.
    Ob wir etwas daraus lernen?
    Man könnte damit anfangen, auch unter den Herren Fachleuten, die Prognosen ganz zu unterlassen. Dass ist nämlich Kaffeesatzlesen wie ein Wetterbericht für die übernächste Woche.
    Was ich mir auch von der Presse wünschte: Dass man eine Diskussion darüber anstösst, welche Art von Regulierung ein Überborden dieses Ausmasses in Zukunft verhindern könnte?
    Und die einzige Spekulation, die wirklich alle interessieren sollte: Wird es möglich sein, dass der Schock der ersten global praktisch zeitgleich spürbaren Finanz- und Wirtschaftskrise die verschiedensten staatlichen Players dieses einen Marktes so weit zur Vernunft bringt, dass sie allen dienende Grundregeln finden – allen verschiedenen Interessen zum Trotz?

    Man mag Börsengeschäfte bestimmter Art oder ganz generell als unseriöse Spekulation weit von sich weisen. Tatsache ist, dass wir alle von den Folgen dieser Börse betroffen sind. Und diese Herzkammer der weltweiten Geldflüsse funktioniert, ob man das schätzt oder nicht, mit Reflexen, die durch eintretende oder ausbleibende Erwartungen massgeblich mit beeinflusst werden. Und deshalb werden sich auch neu investierende Börsenteilnehmer auf die Wirtschaft positiv auswirken. So gesehen ist von Relax‘ Rat / Prognose durchaus von generellem Interesse.

    Spekulation – in einem Industriebetrieb moderner Prägung auch bereits notwendiger Alltag: Sichere ich meine Rohstoffbedürfnisse in einem Zeitkontrakt über die nächsten 6 Monate ab? Oder für ein ganzes Jahr? Oder erwarte ich fallende Preise und erhoffe mir dann einen Wettbewerbsvorteil?
    Oder der Handelsbetrieb: Wie reagiert er auf den volatiler werdenden Eurokurs? Kauft er Fremdwährungen auf Termin, weil er in Dollars oder Euros bezahlen muss? Wer reagiert „am besten“ auf die neuen Verhältnisse? Wer sieht sie voraus?

    Die Welt „da draussen“ ist ein Haifischbecken.

    Auch ich hänge an den Nachrichten mit den schönen Prognosen. Es lässt sich darüber so schön spekulieren, wie über Bundesratswahlen. Aber wirklich interessant ist doch, wie diese generell funktionieren und was daran gut und was schlecht ist.

    Krisen wie diese werden dann am schnellsten überstanden, wenn die grosse Masse eine gewisse Gelassenheit bewahren kann. Und deswegen schreibe ich gerne gegen Scharfmacher an, die mir vorkommen wie Sektenprediger, die den Weltuntergang kommen sehen.

    Gerade weil ich die Ängste verstehe – ich will keine Sorge lächerlich machen – mahne ich, zwischen Blicken ins Kristallglas und erhärteten Fakten zu unterscheiden. Das kann und soll jeder nach seiner Massgabe tun und dies auch offen diskutieren. Unter Freunden, denen man das richtige Mass an Urteilsfähigkeit zutraut, mit seinem Bankberater etc.

    Diese Krise wird zu überstehen sein. Und es wird eine Chance geben, für die Zukunft ein paar intelligente Schlüsse daraus zu ziehen. Ob das gelingt?

  18. von Relax Says:

    Liebe ZappadongIch denke Fragen, Antworten und Meinungen / Standpunkte / Wissen etc. austauschen, ist das Schöne und Belebende am Schreiben und somit auch an Blogs. Vor allem, wenn es so kultiiert gemacht wird, wie hier. Du hast gute, berechtigte Fragen gestelt und genre würde ich mich mit meiner Meinung einbringen. Ich kann es jedoch zeitnah tun, weil – für ein Mal wirst Du sicher meinen Grund akzeptieren – meine Enkel (3 J + 1 1/2 J) siet heute Abend auf Besuch sind. Das heisst bis Sonntag Nacht bin ich 100% Opa, mit aller verfügabren Kraft und mit vollem Engagement. So wie es in guten Kinderbüchern, z. B. in Deinen Werken , vorkommen kann.

    Aber die Krise wird uns leider noch lange begleiten und so habe ich noch manche Gelegenheit, heir einen Standpunkt zu vertreten. Beste Grüsse Relax

  19. zappadong Says:

    Von mir heute nur kurz (obwohl mich das Thema brennend interessiert – aber von Relax hat recht: da gibt es noch ganz viel zu schreiben, und wir haben ja auch später noch Zeit).

    @ thinkabout: Es sind nicht zuletzt die Prognosen, Spekualtionen und vor allem die absolut unrealistischen Erwartungen von Analysten, die uns den letzten Höllenritt an der Börse beschert haben. Da ist etwas gewaltig aus dem Ruder gelaufen! Ich wünsche mir hier mehr Nüchternheit, mehr Realitätssinn.

    @ von Relax: Ich finden den Grundgedanken vom Teilhaben an / Unterstützen der Wirtschaft in Form von Aktien sehr gut. Nur hat er sich selbständig gemacht, ist Mittel zum Zweck (Kohle, noch mehr Kohle, noch viel mehr Kohle) geworden und hat sich selbst ad absurdum geführt. Ich bin erst wieder bereit, in dieses Spiel einzusteigen, wenn man sich wieder auf Grundgedanken besinnt. Dazu braucht es eine drastische Änderung der Spielregeln, so dass wir in Zukunft nicht mehr Monopoly spielen mit den Firmen. Wir könnten so vieles besser, anders machen. Aber dazu müsste man ernsthaft bereit sein, darüber nachzudenken und dann Schritte zu tun, die unter Umständen auch schmerzhaft sein könnten. Wenn wir uns alle einfach zurück an die Tische des Spielcasinos begeben, vertun wir eine grosse (und vielleicht eine unserer letzten) Chancen.

  20. Finanzkrise: Welche Art Presse wollen wir? « beiz 2.0 Says:

    […] Welche Art Presse wollen wir? By thinkabout Frau Zappadong hat als Kommentar zum letzten Artikel interessante und berechtigte Fragen gestellt, und ich versuche gerne, darauf zu […]

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