Alltag im Jahr der Krise

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Die Krise zieht in unseren Alltag ein. Unsere Firma verliert erste Aufträge. Das Amt für Arbeit anzurufen und sich nach Kurzarbeitsbedingungen zu erkundigen,  ist ein Ding der Unmöglichkeit. Der zuständige Beamte hat den Telefonbeantworter eingeschaltet, wahrscheinlich aus Arbeitsüberlastung. Die Vermutung wird bestätigt vom Vertreter des Arbeitgeberverbands, den ich als nächstes kontaktiere, und der mir mit Antworten auf meine Fragen weiterhilft

Das RAV ist bürokratisch wie immer. Betroffene Angestellte müssen sich mit AHV Ausweis persönlich am Schalter melden – nur um sich einen Termin geben zu lassen. Und dann, liebe Frau Zappadong, ist es noch offen, ob am Ende trotz aller Anstrengungen des Arbeitnehmers auch wirklich etwas ausbezahlt wir. Es klingt nach einer langwierigen, wenig erfolgversprechenden, frustrierenden Mission Impossible. Trotzdem. Wir informieren die betroffenen Angestellten.

Aber wir haben ja noch Glück. Wir haben noch Aufträge, Kunden und Arbeit. Im Gegensatz zu den 140 Angestellten der WKW Kunststoffwerke AG, die per sofort entlassen sind. Oder der unzähligen Angestellten der Region, die von Kurzarbeit betroffen sind.

Seit sieben Wochen gibt es bei uns im Ort die W-Leba, eine Organisation, die kostenlos Lebensmittel an Menschen mit geringem Einkommen verteilt.

„Die erst siebenwöchige Geschichte der W-Leba könnte also eine Erfolgsgeschichte heissen, wenn sie nicht auch darauf aufmerksam machen würde, dass dürre statistische Zahlen menschliche Schicksale beschreiben …“

schreibt der Journalist Reinhold Meier heute im W&O.

Alltag Ende 2008.

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