Vom Populismus zur schamlosen Manipulation

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Wenn der Verdacht, der in diesem Artikel des Tages-Anzeigers erhoben und durchaus schlüssig hergeleitet wird, sich als Tatsache erweist, dann wird unsere Demokratie ernsthaft getestet – und das Stimmvolk wäre wohl endgültig aufgerufen, den populistischen Machenschaften in der Politik, egal aus welcher Ecke sie kommen, mit rigorosem Abstimmungs- und auch Wahlverhalten einen Denkzettel zu verpassen.

Nach dem Artikel ist es denkbar, dass eine Schweizer Partei, die das Referendum gegen die Personenfreizügigkeit ergriffen hat, aus den eigenen Reihen einen Internet-Auftritt steuert, der den eigenen Argumenten Vorschub leistet. Es würde bedeuten, dass man den Skandal selbst initiiert, mit dem man danach Stimmung macht, indem man genau darauf in Leserbriefen etc. verweist. Das ist, als würde man selbst mit Steinen schmeissen, bevor man dann die Steineschmeisser verbal geisselt.

Wenn das Ganze das Bauernfängerstück ist, nachdem es aussieht, dann gehört ein Denkzettel verpasst, der sich gewaschen hat. Und zwar nicht in erster Linie an der Abstimmung zur Personenfreizügigkeit – sondern bei den nächsten Wahlen. Ich stelle auf jeden Fall fest: Mit solchen Schlufis will ich nichts zu tun haben. Und mir werden dazu auch Reaktionen der politischen Konkurrenz wie jene der CVP-Pressesprecherin Marianne Binder („Man sollte mit offenem Visier kämpfen, nicht mit irreführenden Methoden.“) nicht ausreichen.

Es ist Zeit, dass die Ausstrahlung eines Parteiführers, der selbst viel zu viel Grauzonenkonspiration im Sinn der Sache duldet, endgültig eingegrenzt wird. Und diese Erneuerung wird wohl erst eintreten, wenn die Notwendigkeit dazu von aussen aufgezeigt wird.

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2 Antworten to “Vom Populismus zur schamlosen Manipulation”

  1. zappadong Says:

    Ich denke, zu beweisen wird da nie etwas sein. Es bleibt der Verdacht und das ungute Gefühl.

    Nur so viel: Gewisse Kreise im rechten und sehr rechten Lager scheuen vor Aggressivität gegenüber Andersdenkenen nicht zurück. Ich habe mich im Zusammenhang mit der Abstimmung zu den Bilateralen etwas weit aus dem Fenster gelehnt und öffentlich Stellung bezogen (wie ich finde sehr sachlich und moderat) und wurde heute Morgen mit einer wahren Spamflut eingedeckt. Mitterlweile sind rund 1200 Mails eingegangen – und das innerhalb von knapp drei Stunden.

    Ich denke, dass die oben angesprochenen Kreise das Internet sehr gut für sich zu nutzen wissen – und das auch tun. Sei es in der Mobilisierung der Kommentarschreiber auf den Online-Portalen von Zeitungen, in Blogs usw. Sie vergiften die Stimmung, betreiben Angstmache und verbreiten völlig falsche Informationen. Wer widerspricht, muss mindestens mit virtuellen Strafaktionen rechnen.

    Auch wenn Reimann nicht für die im Beitrag erwähnte Seite verantwortlich wäre: Fakt bleibt, dass er http://www.dran-bleiben.ch hemmungslos kopiert und für seine Zwecke missbraucht hat.

  2. flashfrog Says:

    @Zappadong: Üble Sache.
    Nicht, dass da Leute eine andere Meinung haben.
    Sondern, dass ein paar davon versuchen, durch Lügen und Angstmache Neid und Hass zu schüren. Hat ja zum GLück nix genützt.

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