Beizenblues

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Ich starre auf den Schaum meines Cappuccinos, öffne den Zuckerbeutel, streue die weissen Körnchen auf die Oberfläche, lausche dem leisen Knirschen und frage mich, was ich schreiben könnte.

Die ehrliche Antwort: Ich weiss es nicht.

Vielleicht über Obamas Vision einer atomwaffenfreien Welt.

Oder über Berlusconi, der das Campieren in der Erdbebenzone als neues Freizeitvergüngen definiert hat.

Ich könnte auch versuchen zu ergründen, worüber die Schweiz jetzt genau von der OECD informiert worden ist.

Allenfalls könnte ich der Frage nachgehen, ob der Politiker Müller gestern Abend vor der Sendung Giacobbo Müller etwas zu tief in irgendein Glas geguckt hat oder ob der immer so ist.

Aber irgendwie fehlt mir der Pfupf.

Das könnte daran liegen, dass die Welt so blödsinnig weit aus dem Ruder gelaufen ist,  dass man die 1. Aprilscherze nicht mehr als solche erkennt in der Zeitung, weil man sich heute alles als Möglichkeit vorstellen kann.

Auch das hier.  Und ganz ehrlich. That scares the shit out of me (vor allem, weil ich kürzlich bestätigt bekommen habe, dass es sich hier mitnichten um eine Verschwörungstheorie handelt). Also, gucken Sie in nächster Zeit öfters in den Himmel und machen Sie sich ein paar Gedanken. Einfach so.

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12 Antworten to “Beizenblues”

  1. Bruder Bernhard Says:

    Soll ich dieses ‚das hier‘ jetzt alles lesen müssen, um zu ergründen, was genau den shit aus ihnen rausscared? werde ich wohl müssen – aber so auf anhieb mutet es noch etwas wirr an, eine kurze zusammenfassung hätte geholfen.

    dies eine bemerkung im rahmen meiner kampagne ‚linkbloggen ist nicht genug‘.

    mir scared seit nun zwei wochen das hier den shit grad wieder rein:


    Im Grunde weisen alle aktuellen Erkenntnisse über den Klimawandel – wie sie gerade bei der großen Konferenz in Kopenhagen diskutiert wurden – darauf hin, dass die Situation noch schwieriger ist als vor wenigen Jahren befürchtet. Viele Worst-Case-Szenarien werden von der Wirklichkeit übertroffen.“
    Sagt ein ‚führender Klimaexperte‘.

    Weiter:
    „Zunehmend setzte ich meine letzte Hoffnung nicht auf die plötzliche Einsicht der politischen Welt, sondern auf eine ganz andere.

    ZEIT: Welche denn?

    Schellnhuber: Die Hoffnung, dass sich die Wissenschaftsgemeinschaft in der Klimafrage kollektiv geirrt hat. Das ist mein dickster Strohhalm. Vielleicht haben wir irgendetwas Entscheidendes übersehen, etwa dass es in der planetarischen Maschinerie irgendeinen Selbststabilisierungsmechanismus gibt, der plötzlich anspringt und alles doch noch gut werden lässt. Verstehen Sie mich richtig, es gibt keinerlei Anzeichen dafür. Aber es vergeht kein Tag, an dem man sich nicht fragt: Sind unsere Modelle zu einfach? Bedenken wir wirklich alles? Das unterscheidet uns übrigens von den »Klimaskeptikern«, die sich im Vollbesitz der wahren Welterklärung wähnen. „

  2. zappadong Says:

    Was dir den shit wieder reinscared, hat für mich ein Schüler erledigt.

    Ist einer der absolut intelligenten Sorte und war einer jener „Auserlesenen“, die an einem Wissenschafts-Jugendforum teilnehmen durfte. Ich hatte ihm von den Chemtrails erzählt und er hatte sich prächtig darüber amüsiert (gibt’s nicht).

    Er kam vom Forum zurück und sagte: „Gibt’s!“

    Fragte ich: „Du hast diesen Wissenschaftler, der das bestätigt hat, schon auf die Chemikalien aufmerksam gemacht, die da vom Himmel auf uns runterrieseln und unseren Boden und unsere Gewässer verseuchen-

    Sagte er: „Ja. Habe ich.“

    Ich: „Und?“

    Er: „Der Wissenschaftler sagte, der ganze Klimawandel gehe so unglaublich schnell, viel schneller als alle gedacht hätten, dass man einfach ALLES versuchen müsse.“

    (Sprich, der Wissenschaftler stimmte mit dem Klimaexperten überein, den du zitiert hast. Und jetzt dürfen wir wirklich Angst haben und nach dem Strohhalm greifen).

    PS: Sorry für das Linken. War mir zu happig zum Erklären ….

  3. Frau Müller Says:

    Chemtrails IST eine Verschwörungstheorie. Ich empfehle hierzu die Literatur von Dr. rer. nat. Holm Gero Hümmler, der in der Zeitschrift «Skeptiker» einen Artikel darüber geschrieben hat. Jürg Kachelmann nennt Chemtrails einen fertigen Blödsinn. Und Greenpeace redet von «Einem Himmel voller Verschwörer». Aber Obacht: Die stecken auch alle mit dem CIA unter einer Decke. Und ich bin vom Mossad bezahlt. 😉

    http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=3121

  4. zappadong Says:

    Das Problem ist.: Die meisten Verschwörungstheoretiker beginnen mit den Chemtrails und verlieren sich dann in den abstrusesten Theorien.

    Ich bin mittlerweile überzeugt, dass es die Chemtrails gibt, finde aber kaum Webseiten, auf denen den Betreibern nicht die Pferde durchgehen (Weltverschwörung ect.) – was es für viele sehr einfach macht, diese Chemtrails als abstrusen Witz abzutun.

    Wer den Himmel beobachtet und die „Schnittmuster“ über Gebieten sieht, die sonst kaum von Flugzeugen überflogen werden, kann mindestens ins Grübeln kommen. Meine Grübelphase ist vorbei – ich habe tatsächlich Angst vor diesen Dingern. Die kann mir auch kein Dr. rer. nat. Holm Gero nehmen. Leider.

  5. Bruder Bernhard Says:

    Danke an @Frau_Mueller für den Hinweis auf den mir unbekannten Skeptiker – Stunden kurzweiliger Lektüre

  6. flashfrog Says:

    Ich glaub nicht dran. Wissenschaftler denken und experimentieren wohl mit allem möglichen in Laboren und Kleinversuchen in der amerikanischen Wüste, aber wenn irgendeiner eine funktionierende Methode erfunden hätte, die Klimaerwärmung aufzuhalten, dann würde das ohne Zweifel keinen Tag lang geheim bleiben. Schon allein, weil es damit ja eine Mörderkohle zu verdienen gäbe.

  7. Frau Müller Says:

    @ Zappadong: Die Gabe der Phantasie ist eben – wie alles im Leben – eine zweischneidige Angelegenheit. Sie befähigt einen, wunderbare Kinder- und Jugendromane zu schreiben. Und sie ermöglicht es, sich die grauseligsten Dinge plastisch vorzustellen, so dass einem selbst Angst und Bange wird.

    Nicht dass ich sonderlich phantasiebegabt wäre, aber obwohl ich weiss, dass unter meinem Bett keine Monster hausen, schaue ich hin und wieder sicherheitshalber nochmals nach, ob da wirklich keins ist.

    Wahrscheinlich liegt Ihre Angst aber in den Drogen und anderen chemischen Substanzen begründet, die dem Leitungswasser beigemischt werden, um die Gedanken zu kontrollieren und zu manipulieren. Es ist hinreichend dokumentiert, dass der Pentaveret dahintersteckt. 😉

    Bitte, @ Zappadong, machen Sie sich nicht verrückt. Die heimlichen Sprühaktionen in der Atmosphäre gibt es nicht. Sie geistern nur als modernes Märchen durch die Netzwelt.
    Ein gigantisches Projekt, an dem Hunderttausende von Mitarbeitern der US-Regierung, der Uno, sämtlicher Geheimdienste, Piloten, Fluglinien, Firmen, meteorologischen Anstalten und Forschungsinstituten beteiligt sein sollen, lässt sich unmöglich über längere Zeit geheim halten.

    Es gibt keine Chemtrails und es gibt keine Monster unterm Bett.

  8. zappadong Says:

    Ich würde Ihnen furchtbar gerne glauben, Frau Müller, glauben Sie mir das.

    Ansonsten sehr bodenständig und Verschwörungstheorien überhaupt nicht zugeneigt, hat es mich bei den Chemtrails aber wirklich reingezogen. Ich fühle mich ein bisschen wie der „arme Siech“ auf dem Hausdach, der im Greepeace-Artikel so grausam der Lächerlichkeit preisgegeben wird (die Lächerlichkeit geht mir in meinem Fall am Hintern vorbei – ich meine damit eher die unbehagliche Gewissheit, dass da was nicht stimmt).

    Und wie das kleine Kind, das der Mutter noch so gerne glauben würde, dass es keine Monster unter dem Bett gibt, würde ich Ihnen noch so gerne glauben, dass es keine Chemtrails gibt.

    Mögen Sie recht haben – ich hätte in diesem Fall wahnsinnig gerne unrecht.

  9. flashfrog Says:

    Die Verschwörungstheorien sind alle wahr, nur ganz anders: Kein Kondenszeug sondern eine Wirtschaftskrise haben die Amis ausgeheckt, um den Klimawandel zu stoppen.
    Eine äusserst wirkungsvolle Massnahme übrigens: Die Industrie schränkt ihre Produktion ein, die Leute fahren weniger Auto, fliegen weniger unsinnig in der Gegend herum und achten beim Shoppen wieder mehr auf Nachhaltigkeit und Qualität statt auf Wegwerfmasse. Und das alles international und sofort. Das hätte kein Gipfel hingekriegt.

  10. flashfrog Says:

    Achja, und verlinken ist hier ausdrücklich erwünscht! Back to Basics eigentlich, so war die Beiz ursprünglich ja mal gedacht gewesen: Ein Ort, um Artikel zu verlinken, die euch interesant zu diskutieren erscheinen (und wenn möglich kurz dazusagen, warum) und Qualitätslinks zu interessanten Themen zu sammeln.
    Es muss ja durchaus nicht immer ein ellenlanger Blogpost sein. 🙂

  11. Thinkabout Says:

    @Flashfrog:
    Die Wirtschaftskrise fördert den nachhaltigen Einkauf? Warum profitieren denn Discounter vom Umstand, dass der Konsument gerade jetzt lieber ein Joghurt kauft, dass noch 5 Rappen billiger ist?

  12. flashfrog Says:

    In meinem Umfeld jedenfalls beobachte ich, dass die Leute wieder mehr danach schauen, ein Qualitätsprodukt zu kaufen, dass dann länger hält als billige Wegschmeissprodukte aus China.
    Und dass sie in der Tat auch bei Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs bewusster gucken und Produkte aus der Region kaufen, um die heimische Wirtschaft zu stützen. Die übrigens gar nicht mal teurer sein müssen.

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