Archive for Mai 2009

Mustergültig emanzipiert

Mai 26, 2009
Beziehungsmuster

Beziehungsmuster

Die Musters habe ich zufällig kürzlich bei Ausfüllen einiger Formulare kennengelernt. (Sie sind übrigens eng verwandt Pierre Dupont, Maria Bernasconi und Herrn und Frau Schweizer.)

Da haben wir zunächst Herrn Herrmann Muster (38), dann seine Frau Magdalena Blümchen-Muster (35), Tochter Britney-Hannelore (7), Meerschweinchen Olga (1) und Sohn Barack (4 Monate).

Herr Muster ist gelernter Verwaltungsangestellter, hockt 42 Stunden in der Woche in einem Büro und bekommt dafür 7000 CHF im Monat. Das ist natürlich stressig. Da hat der Herr Muster es sich verdient, sich daheim so richtig verwöhnen zu lassen und seine Ruhe zu haben.
Seine Hobbys sind Fussball, sein Auto, Gitarre spielen in einer Oldie-Band und Internetpornografie.

Frau Blümchen-Muster hat ihr Studium der Teilchenphysik mit Auszeichnung abgeschlossen und arbeitet seit 8 Jahren als Putzfrau.
Und als Köchin und Krankenpflegerin und Chauffeurin und Psychologin und Telefonauskunft und Nachhilfelehrerin und Gärtnerin und Tellerwäscherin und Tierpflegerin und Erzieherin und Klofrau und Erotikmodell, inklusive Bereitschaftsdienst und Nachtschichten 168 Stunden pro Woche. Dafür bekommt sie insgesamt 0 CHF. Das ist eine einstellige Summe mit einer Null.

Dass sie für so viele Berufe nur so wenig Zeit zur Verfügung hat, ist nicht weiter schlimm, weil Frauen von Natur aus multi-tasking-fähig sind. Dank Headset kann sie gleichzeitig telefonieren, Kartoffeln schälen, das Baby beruhigen und mit den Zehen einen flauschigen Winterpullover stricken und abends beim Sex mit ihrem Gatten kann sie im Kopf schon einmal die to-do-Liste für den morgigen Tag erstellen.
So bleibt Frau Blümchen-Muster noch reichlich Zeit für ihre Hobbys: Hemden bügeln, Duschabflüsse reinigen, Windeln waschen und zahnende Nachbarskinder hüten.

Dafür verbringt Herr Muster am Samstag eine halbe Stunde damit, gemeinsam mit den Kleinen Legosteine in der Wohnung zu verstreuen. An hohen Feiertagen kocht der Hausherr persönlich gerne etwas Feines. (Um die dadurch entstandenen Kollateralschäden wie die angebrannten Töpfe und die verwüstete Küche kümmert sich anschliessend zuverlässig seine Frau.)

Und fast ohne zu murren trägt er Samstags manchmal eigenhändig einen halbvollen Müllsack bis vor die Tür, um am Montag im Büro den Kollegen mit stolzgeschwellter Brust berichten zu können, also er persönlich gehöre ja zu den emanzipierten Männern, die im Haushalt mit anpacken, worauf die Kollegen ihm feierlich einen Orden für besondere Tapferkeit vor dem Hausmüll verleihen.

Und ungefähr in 19 Jahren, wenn Klein-Barack aus dem Haus ist und studiert, dann will Frau Muster wieder in die Atomphysik einsteigen und beruflich so richtig durchstarten.

Bis dahin zählt sie jede Stunde.

Missing Link

Mai 20, 2009

Sie ist eine alte Dame. Genauer gesagt 45 Millionen Jahre alt. Vielleicht hat sie mit dem Alter ein bisschen geschummelt und ist sogar  47.000.000. Auf jeden Fall heisst sie Ida. Zumindest mit Künstlernamen. Und sie könnte Darwins  Theorie erhärten, dass Mensch und Affe die gleichen Vorfahren haben. Sollte sich bestätigen, dass sie tatsächlich das langgesuchte Bindeglied ist, der berühmte „Missing Link“, halb Mensch halb Primat, dann wäre die Entdeckung eine wissenschaftliche Senssation. Und möglicherweise steht die Wiege der Menschheit dann nicht in Afrika sondern in Darmstadt. Wer Darmstadt kennt, dem wird jetzt einiges klar…

Missing Link:
http://www.tagesschau.de/inland/ida100.hlmt

Sorry, blöder Scherz.
http://www.tagesschau.de/inland/ida100.html

Beizenblues II

Mai 10, 2009

Eigentlich habe ich nichts zu berichten. Es ist also schon fast eine Frechheit, einen neuen Artikel einzustellen. Warum ich es trotzdem tue?

Ich möchte mal wieder etwas anderes diskutieren als den Herrn Steinbrück und „die deutsche Mentalität“.

Dummerweise habe ich nebst den beschi … ähm … bescheidenen Abstimmungsvorlagen vom 17. Mai nichts zu bieten. 

Ich könnte allenfalls eine auch provkante Frage in die Beiz werfen. Zum Beispiel: Haben Sie schon mal ein Mobiltelefon (Ihres oder sonst eins) umgebracht? Wenn ja, wie und warum. Wenn nein, warum nicht?  Oder: Schummeln Sie beim Ausfüllen Ihrer Steuererklärung. Nein, lieber nicht. Sonst sind wir wieder dort, wo ich eigentlich weg wollte.

Ich hätte jetzt gerne nochmals einen Cappucciono, bitte.

Wir lüften das Bankgeheimnis! – Beiz2.0 zeigt exklusive Bilder

Mai 5, 2009

Durch gründliche Recherche ist es uns gelungen, diese gut getarnte Bank aufzuspüren:

Bankgeheimnis

Bankgeheimnis

Anhand der Fahne an der Rückenlehne konnten wir sie eindeutig als Schweizer Bank identifizieren:

Schweizer Bank

Schweizer Bank

Und hier der ultimative Beweis: Da liegt tatsächlich deutsches Geld auf einer Schweizer Bank!

Geld

Geld

Sehen Sie, Herr Steinbrück: Es geht auch ohne Kavallerie!

PS:  Noch eine Sensation!  Von einem OECD-Mitarbeiter wurde uns soeben Steinbrücks Entwurf für eine  schwarze Liste zugespielt:

Schwarze Liste

Schwarze Liste

Es ist deutlich zu erkennen: Die Schweiz steht gar nicht drauf!

Und da soll nochmal einer sagen, es gäbe keine investigativen Schweizer Blogs…

Landsgemeinde: Uerte der Talschaft

Mai 3, 2009

home_ring

Diesen Sonntag fand in Glarus wieder die traditionelle Landsgemeinde statt. Die Ergebnisse werden hier referiert. Einen sehr lesenswerten Text von Franz Hohler über Landsgemeinden, der 2006 in der WOZ erschien (die nur wöchentlich erscheinende TAZ der Schweiz), möchte ich den Beizianern auch zur Lektüre anempfehlen. Er kann uns vielleicht ein paar Lichter zur Mentalitätsdebatte Schweizer/Deutsche anstecken.