Endlich mal was Schönes

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rainbow postirony

Wir sind beileibe nicht die einzigen, die diese Systemdiskussion führen. Die nicht einfach so weitermachen wollen wie vor der Krise.
Wir haben Verbündete. LOVOS, LOHAS, ATTAC, Obama, ja, wenn ich mich sogar mit dem Uertner mal auf etwas einigen kann, bin ich geneigt, von einem breiten gesellschaftlichen Konsens zu sprechen. 🙂

Ein spannendes Projekt in diesem Zusammenhang finde ich den Postirony-Blog des Schweizer Künstlers Johannes M. Hedinger (den kennen manche von euch ja vom letzten Blogcamp in Zürich). Der Blog ist entstanden bei einem Projekt mit Studenten der Uni Hamburg.

Zitat:

„Wir verstehen Postironie  als Übungsfeld und Entwurf für eine Welt, in der sich eine neue vereinte globale Kultur und ein weltoffenes Stammessystem zu formieren beginnt, in der Gattungen gemischt und Ordnungen durchbrochen werden.

Für uns steht Postironie für:
– Wandel und Hoffnung auf eine bessere Welt, frei von Sarkasmus und Zynismus.
– Emotionalität und Mut zum Pathos und grossen Gefühlen.
– Authentizität, Nähe und Direktheit.
– eine Wiederkehr des Realen, des Einfachen und den Zauber des Alltags.
– die Feier des Lebens, die Schönheit, die Liebe und die Wahrheit.
– ganzheitliche, emotionale wie spirituelle Nachhaltigkeit und Verantwortung.
– Selbstdarstellung, als Individuum, wie in Kollaboration oder Partizipation.
– völlige Vorstellungs- und Gestaltungsfreiheit.“

http://postirony.com/blog/?page_id=48

Das Postironische Manifest:

http://postirony.com/blog/wp-content/dateien/postirony-web1.jpg

Ich glaube da ist was dran. In unserer Kultur der Fragmentierung und der Copy-and-Paste-Identitäten, der medialen Vermittlung und massenhaften Reproduzierbarkeit von einfach allem, in der alles nur noch Zitat eines Zitats ist, in der wir uns selber zu einer Marke und Ware machen und unsere Haut zu freiem Markte tragen müssen (und wehe dem, der sich nicht rechnet), ist uns die Eigentlichkeit verloren gegangen.

Wir können uns nicht mehr authentisch zu irgend etwas verhalten, weil wir, entfremdet vom direkten Erleben, diesen ganzen medienkulturellen Rattenschwanz immer schon mitzudenken und nur noch ironisch darauf reagieren können. Wir sind umzingelt von „Erlebniswelten“, „Einkaufsparadiesen“, „Spassfaktoren“, „Sensationen“ und „Megaevents“, die uns Konsumenten Gefühle, die jetzt Emotionen heissen, versprechen und Sinnleere verkaufen.

Wenn du dich jetzt gerade im Moment einmal umschaust, wie viele Dinge siehst du um dich herum und an dir, die keine beliebig reproduzierbare Massenware sind?

Wenn eine ironische Haltung bedeutet, das Gegenteil von dem zu sagen, was man meint, hiesse Postironie: Genau das zu sagen, was man meint.

So simpel. Und erstaunlich befreiend.

Eine Gegenbewegung also mit einer Sehnsucht nach Unmittelbarkeit, Natürlichkeit, Echtheit, Ganzheit, Menschlichkeit, Herzenswärme. Wahrheit. (Anstelle von „Wahrheit“ würde ich allerdings den Begriff „Wahrhaftigkeit“ vorziehen, weil die „Wahrheit“ ein Maulesel ist, der sich noch vor jeden Karren hat spannen lassen.)

Das Ziel wäre die Entfremdung der Konsum- und Arbeitswelt zu ersetzen durch eine neue Identität mit sich selbst.
Auch die Krisen vor 1968 und 1989 haben ja jeweils tiefgreifende soziokulturelle globale Veränderungen nach sich gezogen.
Und wenn genügend Menschen so denken, warum sollte es nicht gelingen?

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30 Antworten to “Endlich mal was Schönes”

  1. uertner Says:

    Nein, flashfrog, für diesen Dödel kann ich mich nicht erwärmen. Da will einer vom Saulus zum Paulus werden: d.h. wir haben es mit einem gewieften Zeitgeistschwimmer zu tun, einem Abzocker für Deppen. Deine Neigung für solche Figuren kennen wir ja zur genüge:

    Obama, Merkel etc.

    Ich bin Horner Bürger, Bürger des Kantons Thurgau, und ich bin studierter Historiker. Dieser Zeitgeistschwimmer auch ein studierter Hostoriker, den Du uns da als neuen Messias vorstellen willst, hat das sauer verdiente Steuergeld der braven Bürgerschaft von Romanshorn (im schönen Kanton Thurgau) dazu verwendet, diesem Romanshorn ein „Denkmal“ zu verkaufen, das auf einen mythischen „Moc-Moc“ zurückgehen soll. Er hat so das Vertrauen, das der gewöhnliche Bürger einem wissenschaftlich gebildeten Menschen (Historiker) entgegenbringt dazu missbraucht, ein Fantasiegebilde zu verkaufen. Er hat sich dann flugs in einen „Künstler“ verwandelt. Nun da er begriffen hat (und Betrüger begreifen schnell), dass sich die Zeiten geändert haben, macht er sich, der grosse Verarscher und Ironiker, zum Sprachrohr der „Postironie“. Als Historiker erkenne ich bei diesem Subjekt eine charakterliche Konstante: er will im Rampenlicht stehen und andere dafür zahlen lassen.

    Mit diesem Votum werde ich mich nicht sonderlich beliebt machen. Denn auch Frau Zappadong ist eine grosse Anhängerin von „Dadaisten“ und anderen merkwürdigen Zeitgenossen. Der Herr Hedinger wurde auch im „Dada-haus“ in Zürich aktiv, dem er das „Konzept“ verkaufte, ein Kind – gegen Zahlung natürlich! – auf den Namen DADA zu taufen und so symbolisch lebenslänglich zu vergewaltigen, aber mindestens ein Jahr lang für PR-Zwecke zu missbrauchen. Hedinger ist ein Ospel der Kulturbranche. Aber natürlich darf jeder für das schwärmen, was ihm oder ihr am meisten entspricht: für Roger Federer, für Marcel Ospel oder auch für diesen Saulus/Paulus/Messias der Post-Ironie.

    Ich denke das war mein letzter Beitrag in diesem Thread.

    Wer sich über die rhethorik der Verarschung in der „Ironischen Epoche“ informieren will, kann im untenstehenden Link sich diesen Gedankenschrott selber zu Gemüte führen:

    http://www.mocmoc.ch/texte/schoenenberger.html

  2. uertner Says:

    Und hier noch der Link zur Gugus-Dada-Aktion, die alle, aber auch alle Kriterien, die oben flashfrog für „Schrott“ angegeben hat tadellos erfüllt:

    „Wir können uns nicht mehr authentisch zu irgend etwas verhalten, weil wir, entfremdet vom direkten Erleben, diesen ganzen medienkulturellen Rattenschwanz immer schon mitzudenken und nur noch ironisch darauf reagieren können. Wir sind umzingelt von “Erlebniswelten”, “Einkaufsparadiesen”, “Spassfaktoren”, “Sensationen” und “Megaevents”, die uns Konsumenten Gefühle, die jetzt Emotionen heissen, versprechen und Sinnleere verkaufen.“

    http://www.gugusdada.ch/?q=News&from=30

  3. uertner Says:

    Und eben sehe ich noch das Bild zum Thread genauer an: der Regenbogen. Im Jawhe-Glauben Symbol des neuen Bundes Gottes mit den Menschen. Ich kann mich mit dem Bild sehr einverstanden erklären: an diesen Bund müssen wir glauben. Die Prediger dieser Lehre finde ich in Synagogen und Kirchen, wo sie fachtechnisch qualifiziert und demokratisch legitimiert sind (im Schweizer Protestantismus). Dieser Hedinger ist ein Scharlatan und Meister des Selbstmarktings

  4. flashfrog Says:

    @Uertner: Bitte nicht in diesem beleidigenden Ton!

    >> Und hier noch der Link zur Gugus-Dada-Aktion, die alle, aber auch alle Kriterien, die oben flashfrog für “Schrott” angegeben hat tadellos erfüllt

    Nicht erfüllt.
    Enthüllt.

    Und was hast du eigentlich gegen Fantasie? Legenden und Mythen sind Fiktionen, keine historischen Wahrheiten, ob die nun Tell oder Mocmoc heissen.

    Und was hast du gegen Paulus? 😉

    @all: Thinkabout hat übrigens grad einen sehr lesenswerten Artikel zum Thema Marketing gebloggt:
    http://thinkabout.ch/article/marketing-der-feind-des-verzichts

    Thinkabout betont den ökonomisch-ökologischen Aspekt, du, Uertner, die calvinistisch-christlichen Werte, mich interessiert die Sprache der Diskurse, Johannes will die Menschen durch Kunst zum nachdenken bringen, ganz verschiedene Wege, aber ich glaube wirklich, was die Ziele angeht, sind wir alle gar nicht so weit von einander entfernt, oder?

  5. zappadong Says:

    @uertner:

    Ja, ich mag den Dadaismus, weil er mit herkömmlichen Gedankengängen nicht fassbar ist. Er zwingt uns, das Denken auf den Kopf zu stellen – und das mag ich. Ja, ich habe einen Hang zu merkwürdigen Zeitgenossen. Aus demselben Grund wie oben angeführt. Ich finde Menschen, die meinen Denkapparat zum Glühen bringen, einfach spannend.

    Und genau deshalb mag ich dieses Post-Ironie-Dingens nicht. Da glüht gar nichts, da löscht es höchstens ab. Das Ganze klingt nach einem ausgelutschten Esoteriktripp. Nichts Neues, nichts Konkretes, ziemlich viel Wischiwaschi („ganzheitliche, emotionale wie spirituelle Nachhaltigkeit und Verantwortung.“), eine zum Brüllen geschwurbelte Sprache
    („Selbstdarstellung, als Individuum, wie in Kollaboration oder Partizipation.“) und dann auch noch das Gefühl, man müsse das Ganze in Englisch präsentieren. Last but not least habe ich selten einen dooferen Namen für eine Bewegung gesehen als dieses „Post-Irony“.

    Schöne Worte kann jeder schreiben. Wenn er will auch so gequirlt, dass sie bedeutungsschwanger daherkommen. Mir reicht das nicht. Und wenn ich so in den Blog dieser Bewegung gucke, denke ich, dass ein Thinkabout oder ein Titus in ihren Blogs ohne viel Bombast und geschraubte Worte dafür mit tiefgründigem Inhalt genau das schreiben, worum es der Post-Irony eigentlich geht / gehen sollte.

    @flashfrog: Trotzdem danke.

  6. zappadong Says:

    Nachtrag: Würde mich nicht wundern, wenn in ein paar Monaten ein Buch zur Bewegung auftaucht.

  7. flashfrog Says:

    @zappadong: Das Buch, das wohl der Auslöser des Projekts war und aus dem die Zitate des Postironischen Manifests entlehnt sind, gibt es schon:
    http://postirony.com/blog/?p=220

    Und der Blog, das ist keine Sekte, sondern ein Uni-Seminar! 🙂
    (Da ist vielleicht auch der akademische Ton verzeihlich.)
    Und wenn das der Fall ist:
    „denke ich, dass ein Thinkabout oder ein Titus in ihren Blogs ohne viel Bombast und geschraubte Worte dafür mit tiefgründigem Inhalt genau das schreiben, worum es der Post-Irony eigentlich geht / gehen sollte.“
    dann kann doch die Intention so ganz falsch nicht sein…

    Aber vielleicht mag der Künstler ja selber mal dazu Stellung nehmen, was er sich dabei gedacht hat?

  8. johannes Says:

    grüezi

    danke für Blümchen und Haue. spricht Diskussion. danke insbesondere flashfrog für den Steilpass.

    Als Künstler (und als den bezeichne ich mich tatsächlich) ist es für meine Arbeit wichtig, dass darüber diskutiert wird. und zwar nicht nur zwecks Aufmerksamkeitsökonomie und Branding, sondern va auch als Feedback und Reflexionsschlaufe.

    Wenn ich als Künstler etwas in die Welt entlasse, dann will ich auch gehört werden, und noch besser: mitbekommen, was andere darüber denken. Nicht unähnlich einem Musiker oder Schauspieler, der eine Bühne oder einem Autor, der ein Buch veröffentlicht. Sonst könnte ich es ja grad lassen und/oder nur für die Therapie produzieren.
    Die Diskussion interessiert mich, bringt mich weiter. und dafür sind Blogs ja eine wunderbare Sache. Sie verkürzen etwas die Wartezeit, die insbesondere im Kunstbetrieb mit ziemlicher Verzögerung operiert.

    Der PI-Blog befindet sich erst im Aufbau (er ist als Begleitinstrument für eine Lehrveranstaltung mit Kunstpädagogik-Studenten an der Uni Hamburg lanciert worden und bisher fast aussschliesslich von Studis bespielt wurde), umso mehr freuen mich diese wunderbar kritischen Beiträge hier. Ich bin mir sicher, sie werden mithelfen den Blog und die Diskussion zu öffnen. Dann wird sich zeigen, ob etwas Substantielles erwachsen kann oder alles in sich implodieren wird.

    Von einer eigentlichen Bewegung würde ich zum jetzigen Punkt noch nicht sprechen, aber wir sehen das Potential, das es zu einer werden kann, egal ob die nun Postirony heisst oder auch anders.
    Zumindest aus Sicht der com&com-Biographie macht der Name Post-Irony jedoch Sinn. Die Arbeiten von Com&Com standen die ersten 10 Jahre vor allem für strategische Konzepte (Marketing, Provokation, Manipulation, Persiflage, Ironie etc ), was zwar zu einem starken Branding gerann, aber auch zu einer Fessel wurde, die heute noch immer massgeblich unser Image und öffentliche Rezeption bestimmt. Und dies obschon wir seit bald 3 Jahren ganz andere Themen verhandeln (u.a. auch Ölbilder malen und an Holzskulpturen werkeln (sic!)).

    noch kurz zum Punkt: Saulus-Paulus
    Als reflektierenden Mensch kann ich durchaus nachvollziehen, weshalb man sich früher wie heute über Com&Com enervierten kann und uns Zeitgeistsurfing vorwirft.
    Dass die Spiegelung der Welt und deren Wandel mit zum Job eines Künstlers gehört, wird man mir aber wohl kaum absprechen können. Ist doch wunderbar, wenn sich der persönliche künstlerische Wandel parallel zur Welt und Zeitgeist bewegt. So gibt es denn wirklich ein Fundament, um möglicherweise eine breitere Diskussion loszutreten.

    Denn ja, wir sind es müde geworden, den Agent-Provocateur, den Betriebskaspar und die Superironiker zu geben. Das stetige Dekonstruieren, Brechen und Zweifeln 3. Grades kotzt uns an.
    Damit werden wir womöglich wieder ein paar Leute, vielleicht gar die letzten verbliebene Fans vor den Kopf stossen: Com&Com wird „langweilig“.
    Nach all den Rollen, nun noch die letzte: com&com wird anti-ironisch, verletzlich, angreifbar.
    Com&Com sucht die Emotionen, Echtheit, Ganzheit, Unmittelbarkeit, Natürlichkeit, Wahrhaftigkeit, Authentizität und die (bewusste) Identität mit sich selbst… Com&Com fragt, wer sie sind und was als nächstes kommt.

    Postirony ist dabei ein erster Schritt, eine Krücke und Keil, um sich vom der teils auch belastenden Vergangenheit zu befreien.
    Wir schauen in eine wunderbare Zukunft und freuen uns darauf.

    Beste Grüsse, johannes

  9. ugugu Says:

    Unpolitische Kunst ist (tendenziell) langweilig. Sag ich jetzt mal so, ohne mich mit dem Post-Irony-Ding wirklich auseinandergesetzt zu haben. Und aus dem verschwurbelten Marketing-Sprech meines Vorredners werde ich auch nicht wirklich schlau. Haut auf die Kacke, oder lasst es sein. Kann man ja gleich das Vodafone-Blog lesen. Mit leicht esomarketing-allergischen Grüssen Ugugu.

  10. flashfrog Says:

    @johannes: Normalerweise werden Gäste bei uns in der Beiz nicht damit begrüsst, dass sie schon an der Tür von allen Seiten eins auf die Nase kriegen… 🙂
    Dass du dich trotzdem hier reintraust, und dich sogar noch artig dafür bedankst, das ist schon bemerkenswert. Danke, dass du dich so mutig der Debatte hier stellst!

    Warum ich darüber blogge? Weil ich – wie zappadong – Kunstrebellen mag.
    Weil ich – wie uertner – Paulusse mag.
    Weil Johannes als Teil der ehemaligen Facts2.0-Community mir in der Beiz selbstverständlich willkommen ist.
    Und weil ich glaube, dass wir hier (ganz abgesehen vom Content) eigentlich genau das praktizieren, wo du, Johannes, hinwillst:

    1. Wahrhaftigkeit, Authetizität.
    Blogger müssen sich ihr Standing erarbeiten durch Glaubwürdigkeit, Integrität und dadurch, dass sie etwas Interessantes zu sagen haben. Die Affäre Schnutinger zeigt, wie schnell diese Glaubwürdigkeit verspielt sein kann.
    Für Puristen ist bloggen für Geld ohnehin wie Sex für Geld, nur unanständiger.
    Darum siind Blogs eine Sache, die Klickstreckenjournalisten, Plattformvermarkter, Suchmaschinenoptimierer, Twitterspammer und andere PR-Schmierlappen wohl nie kapieren werden.
    Fakes werden in der Regel schnell entlarvt.

    2. Selbstdarstellung, vollständige Vorstellungs- und Gestaltungsfreiheit.
    Auf den Punkt. Bloggen ist die Möglichkeit, sich frei auszudrücken, in Text, Bild und Ton. Kein Verkaufskonzept, in das man reinpassen muss, keine aufgezwungene politische oder kommerzielle Ausrichtung, kein Chefredakor, der einem hineinredigiert.. keine Deadlines, keine von aussen auferlegten inhaltlichen, Platz- oder Budget-Beschränkungen.

    3. Kollaboration und Partizipation.
    Bloggen heisst potentiell globale Reichweite zu minimalen Kosten. Lokale oder themenbezogene Netzwerke und Communities. Ein Austausch auf Augenhöhe und auf Gegenseitigkeit durch Links und Pings. Ein Feedbackkanal durch Kommentare. Blogs sind ein vorbildlich demokratisches Medium.

    4. Emotionalität, Wiederkehr des Realen, des Einfachen und der Zauber des Alltags.
    Im Gegensatz zum Journalismus, der zumindest die Illusion pflegt, objektiv, emotionslos und ausgewogen zu informieren, geht es beim Bloggen genau um das subjektive Erleben, die ganz persönliche Sicht der Welt.

    Wenn du es also ernst meinst mit dem Bloggen und damit, von diesem „Fans“-„Branding“-Marketing-Trip runterzukommen, findest du hier zuverlässige Verbündete.
    Also: Willkommen in der Beiz! 🙂

  11. flashfrog Says:

    @ugugu: Ich glaube Kunst kann uns helfen, die Welt neu und anders, tiefer, differenzierter und umfassender wahrnehmen und begreifen zu lernen. Ob Postironie das Potential dazu hat, wird sich wohl erst noch weisen müssen…

    (Edit – Off Topic: Dieses ist übrigens der 1000ste Beiz-Kommentar. Herzlichen Dank an alle Beiz-Diskutanten ond Diskuonkels!)

  12. zappadong Says:

    Ich habe mich jetzt ungefähr eine Viertelstunde lang quer durch das Video „Beauty is the New Punk“ gequält. Dummer- und auch unglücklicherweise kann ich das nicht anders formulieren, und ich wage zu behaupten, dass ich aus diesem Seminar davongelaufen wäre. Denn:

    Für mich ist das Projekt ein – ziemlich verkrampfter – Versuch von“Pimp my philosophy“.

    Oder anders gesagt: Inhalt und Form liegen einander diametral gegenüber.

    Oder nochmals anders gesagt: Man kann eine Bewegung mit viel Blabla ins Leben zu reden versuchen – oder man handelt im Kleinen, ohne grosse Worte, ohne Marketingsprache, ohne englische Slogans, ohne Gags wie Mrs Twitter oder Barkeeper.

    Tut mir leid. Ich halte mich da lieber an meine Bloggerkollegen, die ohne grosses Aufheben um ihre Sache Tag für Tag in einfachen, klaren Worten uns und die Welt um uns herum kritisch hinterfragen. Und von denen ich zu glauben weiss, dass sie sich im Alltag so verhalten, wie sie schreiben.

  13. Mara Says:

    Ironie is für mich immer eher das Mittel gewesen, das Tragische ertragen zu können ohne es ignorieren zu müssen. Eine Welt ohne Ironie wird entweder zerbrechen oder stetig wegschauen – für mich keine bessere Alternative.

  14. flashfrog Says:

    Im Kleinen handeln, ja, dafür. Ich kaufe wo immer möglich meine Milchprodukte bio. Ich koche meinen fair getradeten Kaffee per Handfilter. Ich gehe öfters mal zu Fuss. Ich trenne den Müll, der dann in der Verbrennungsanlage wieder zusammengeschüttet wird, weil verbrennen billiger kommt als recyceln.
    Aber so eine richtig begeisternde Vision sieht doch irgendwie anders aus, oder?

    Krisen machen viele Leute ängstlich und mutlos. Wir stehen in Deutschland nach der Bundestagswahl allen Prognosen zufolge vor einem konservativ-neoliberalen Backlash, der vor allem der Besitzstandswahrung der heute Privilegierten dienen wird. Klassische Bock-zum-Gärtner-Falle. Niemand traut der Politik mehr zu, Visionen zu verwirklichen, zumindest nicht in Deutschland.

    Da kann man dann zynisch werden, um das Ohnmachtsgefühl und die Hoffungslosigkeit ertragen zu können. Stimmt.

    Aber dass es eine ungeheure Sehnsucht nach Veränderung gibt, nach neuen Visionen, die die Art, wie wir denken und leben grundlegender verändern, ist ebensowenig zu übersehen. Und da kann, denke ich, die Philosophie, die Literatur, die Kunst, auch die Religion ein Anstoss sein. Für unterschiedliche Menschen funktionieren unterschiedliche Wege zu ähnlichen Zielen.

    In einen Facebook-Chat über das PI-Manifest fragte mich jemand (Name wird nur mit Zustimmung der Person verraten), ob ich denn glaube, dass es die Aufgabe eines Menschen sei, glücklich zu sein.
    Ja, genau das glaube ich! Ich wusste nur bisher noch nicht, dass ich das glaube. Und ein Mensch kann nicht glücklich sein, wenn seinetwegen 10 oder 100 oder 1000 andere leiden. Also glaube ich, dass es die Aufgabe des Menschen ist, möglichst viele Menschen möglichst glücklich und möglichst wenig unglücklich zu machen. Hier und jetzt und dadurch dass man bei alltäglichen Entscheidungen jeden Tag die bessere von 2 Optionen wählt. Nicht diejenige, die mehr Geld verspricht, sondern die, die mehr Glück verspricht. Das könnte so eine Vision sein, eine Leitlinie für das Handeln im Kleinen und im Grösseren.
    Und wenn Kunst solche Denkprozesse und Diskussionen auszulösen vermag, dann ist das doch grossartig!

  15. flashfrog Says:

    @zappadong:
    >> ohne englische Slogans, ohne Gags wie Mrs Twitter oder Barkeeper.

    Hm. Multimedia, Cocktails, Twitterwall und Party – so einen coolen Prof hätte ich gern mal gehabt. 🙂
    Zu meiner Zeit waren die meisten Geisteswissenschaftler schon heillos überfordert mit der Bedienung eines Overheadprojektors…

  16. zappadong Says:

    @flashfrog: Für mich definiert sich die Qualität eines Professors / Vortragenden nicht über den technischen und multimedialen Grümpel, den er im Gepäck hat, sondern über seine Persönlichkeit.

    Ich habe schon fantastische, absolut fesselnde, mitreissende und überzeugende Vorträge gehört von Menschen, die einfach vorne standen, ohne irgendwelchen technischen oder anderen Schischi – und ich muss halt leider nochmals sagen, dass ich in diesem Beauty is the New Punk Vortrag eingeschlafen wäre (oder wahlweise auch aggressiv geworden wäre über die flappsige, teilnahmslose, distanzierte ähm, ähm, ähm improvisierte „Vorstellung“). Nein, ich brauche keine „Performance“, ich brauche fühlbaren Inhalt.

    Und wenn ich mich – schon wieder – leise aufrege, dann auch über diesen gotterbärmlich doofen Slogan Beauty is the new Punk.

    PS an Johannes: Sie dürfen mich gerne ebenfalls in der Luft zerreissen. Geht in Ordnung. Aber wer solche Videos ins Internet stellt, muss mit Reaktionen darauf rechnen.

  17. uertner Says:

    Nun hat nach meinem etwas deftigen Einstieg gar ein Lehrstuhlinhaber sich hier gemeldet und die „Beizerinnen und Beizer“ haben alle das ihre dazu beigetragen. Darum einige Klärungen und „feedbacks“.

    (at) flashfrog:
    Die von Dir synonymisch verwendeten Worte: Legenden, Mythen, Utopien, Visionen und unter „Fiktionen“ subsummierten Inhalte würde ich doch gerne etwas differenzieren. Zum einen möchte ich Dein vertrauen in „historische Fakten“ etwas erschüttern. „historische Fakten“ sind uns nur in „Erzählungen“ gegeben. Diese können normiert sein durch eine bestimmte Begrifflichkeit (Protokoll eines strafrechtlichen Sachverhaltes, Schilderung einer „Vision“, etc.).

    Geschichte ist für mich nur im Medium der Narration gegeben. Historie entsteht durch die Imagination des Historikers, der für seine psychischen Projektionen absicherungen durch andere Erzälungen sucht. Geschichtsschreibung ist somit eine Literaturgattung und – hier lehne ich die Prämissen des deutschen Idealismus, des Hegelianismus und des marxistischen Historischen Materialismus ab – keine „Wissenschaft“ im strengen Sinn, weil der Historiker sich über seinen Gegenstand selber konstituiert. Die Aufgabe des Historikers ist eine Geschichte so sorgfältig recherchiert zu „erzählen“, dass es seinen Nachfolgern schwer fallen wird, sie als „Konstrukt“ zu zerlegen.

    Insofern als Geschichte uns über das informiert, was geschehen und nicht mehr veränderbar ist und weil es nicht mehr veränderbar ist, Teil der Evolution und der Schöpfung ist, ist Geschichte eine theologische Hilfswissenschaft. Nur über die genaue, aufrichtige Beschreibung dessen, was „interessant“ und „not-wendig“ ist, „was im Augenblick der Gefahr aufblitzt“ (Walter Benjamin), können wir uns dessen vergewissern was wir sind, was wir sollen und welche Werte allenfalls das Opfer uneseres Lebens verlangen können.

    Mythen sind wohl auch Erzählungen, aber sie sind für die Historie als „Ursprungs- und Beziehungsmythen“ notwendig. Sie sind nicht mehr durch ältere Erzählungen abstützbar, aber sie sind der erste Gully-Deckel über den Abgründen des seelischen Chaos. Nicht zufällig hat Sigmund Freud seine Psychoanalyse auf der Analyse der griechischen Mythen aufgebaut. Mythen sind vorlogische Erzählungen, in denen uns der psychische Stoff erst gegeben wird, weil wir vor dem unbenannten Angst haben.

    „Wilhelm Tell“ ist 1477 erstmals verschriftlicht worden. Damals erreichten die Eidgenossen ihren Höhepunkt als Krieger, indem sie den Burgunder Karl den Kühnen besiegten, der das glänzendste Heer im damaligen Europa befehligte. Diese Kampfkraft musste einen symbolischen Ausdruck finden und vom häuslichen Bereich ferngehalten werden. „Wilhelm Tell“ ist der Mann, der seine Präzision in der Beherrschung der Waffe nur unter tyrannischem Zwang gegen seinen Sohn anwedet (wie Abraham schier Isaak geopfert hat) und der dann diesen Tyrannen, der ihn zu dieser Widernatürlichkeit gezwungen hat, mit dem zweiten Pfeil meuchlings erschiesst.

    Die Figur „Wilhelm Tell“ ist buchstäblich „not-wendig“, weil sie ein Modell väterlicher Fürsorglichkeit und Freiheistwillens abgibt.

    Es ist darum kein Zufall, dass Calvin, der in der „eidgenössischen“ Stadt Genf wirkte – als theologischer Rechtfertiger des Tyrannenmordes in die Geschichte eingegangen ist. Und es ist kein Zufall, dass Schiller, der seine Karriere mit den „Räubern“ begann „in tyrannos“ nach den Schrecknissen der französischen Revolution sein Werk mit einer meisterhaften Version „Wilhelm Tells“ beschloss. Schiller wollte wieder den Deckel auf den Gully von Mord und Totschlag legen. Und so blieb „Wilhelm Tell“ bis 1968 das meistgespielte Bühnenstück in der Schweiz. Und die einjährige (wäre heute von jedem gymnasialen Fachdidaktiker mit dem Bannstrahl belegt worden) Beschäftigung mit „Wilhelm Tell“ war das Ur-Erlebnis für den Klosterschüler Peter von Matt, den Ranicki den „grössten lebenden Schriftsteller deutscher Sprache“ nannte.

    (at) Johannes
    Sie sehen, der Geist weht wo er will. Für Ihre street-Credibility und „reputation management“ wäre es vielleicht hilfreich Ihr „Damaskus-Erlebnis“ zu schildern. Welcher Blitzstrahl hat sie vom bequemen „ComCom“-Pferd geschleudert und in die Professoren-Pfründe gebracht? Aber vielleicht hat Sie gerade das erfolgreiche Branding von „ComCom“ in die Pfründe gebracht. „Mundus vult decepi“- die Welt will verarscht werden, wusste schon Thomas Manns Hochtstapler Felix Krull. Sokrates nannte es Sophisterei – heute heisst es Marketing.

    „Mocmoc“ dürfte Romanshorn nicht helfen, sondern nur als weltberühmtes Opfer eines Eulenspiegels der Postmoderne hinterlassen.

    Gnade Ihnen Gott, wenn „Baby Dada“ in den Vollbesitz seiner Vernunftkräfte gelangt ist. Dabei hatten Ihre Eltern wohl etwas anderes im Sinn, als Sie sie mit dem Namen „Johannes“ „gebrandet haben“.

  18. flashfrog Says:

    @uertner: Deine Beschreibung von Geschichte gefällt mir ziemlich gut. Was wir haben sind Fragemnte aus der Vergangenheit: Knochen, Artefakte, Dokumente (schriftlich, akustisch, bildlich).
    Die Narration, die die Historiker damit verfertigen, verändert sich, um sich dem jeweils gerade erwünschten Weltbild einer Zeit und einer Kultur anzupassen. Z.B. wird der Kolonialismus heute völlig anders bewertet als vor ein paar Jahrzehnten. Insofern hast du Recht: Das sind im weiteren Sinne Glaubensfragen.

    Nicht zufällig kann das deutsche Wort „Geschichte“ ja sowohl „story“ als auch „history“ bedeuten und die Unterscheidung zwischen Mythos und Wissenschaft ist im Bereich der Geschichte eine relativ junge.

    Wilhelm Tell ist, soweit ich weiss, tatsächlich das einzige von Schillers historischen Stücken, bei dem die Geschichte gut ausgeht. Was den Deutschen nach der Abschlachterei der Frz. Revolution ihr Schiller sind heute, so würde ich wagen zu behaupten, die globalen Mythen von Hollywood und Co. Mit dem Thema hat sich übrigens ein gewisses Schweizer Künstlerduo auch intensiv befasst. 🙂

    >> Dabei hatten Ihre Eltern wohl etwas anderes im Sinn, als Sie sie mit dem Namen “Johannes” “gebrandet haben”.

    Wer weiss, vielleicht hatten sie ja einen Typen namens Jean im Sinn, der im 16. Jh die gültigen Glaubenssätze seiner Zeit radikal in Frage stellte? 😉

  19. flashfrog Says:

    Prominentes Beispiel für Postironie: Hape Kerkeling, der deutsche Oberironiker: Macht eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg, um sich selbst zu finden, schreibt ein Buch drüber und das steht dann völlig überraschend monatelang auf Platz 1 der Bestsellerlisten.

    Ich habe mich drüben an einer Definition von Ironie und Postironie versucht.
    Vielleicht hilft das der allgemeinen Diskussion ein bisschen weiter…

  20. uertner Says:

    Peter von Matt hat in seiner 1.August-Rede auf dem Rütli genau zu diesem Themenkomplex: Mythos und Wahrheit, Funktion der Mythen gesprochen. Die Rede wurde integral in der NZZ am Sonntag vom 3. August abgedruckt. Leider kann darauf nicht gelinkt werden. Aber hier liegt ein Text vor, den sich käuflich zu erwerben im Internet lohnt!

    http://nzz.gbi.de/webcgi?WID=81062-6270269-02165_3

    Bestimmt wird er aber im nächsten von Matt-Sammelband zu finden sein.

    http://www.tagblatt.ch/aktuell/schweiz/schweiz/Peter-von-Matt-haelt-Geschichte-vom-Ruetlischwur-nicht-fuer-veraltet;art622,1358648

    Hier meine Rezi zu „Gründungszeit ohne Eidgenossen“:

    „Seit den Artikeln des aufmüpfigen Geschichtsprofessors Marcel Beck in der Basler National-Zeitung in den Jahren 1969 und Peter Bichsels „Des Schweizers Schweiz“ (1967), Max Frischs „Wilhelm Tell für die Schule“ (1971) ist schon einiges an Mythenzertrümmerung der heroischen Geschichte der „geistigen Landesverteidigung“ geleistet worden. Roger Sablonier hat nun über Jahrzehnte seine Schüler weitere Mythen zertrümmern, Geschichtbilder und Denkmäler zerlegen lassen. Wenn Herfried Münkler (Herfried Münkler: Die Deutschen und ihre Mythen.) von den Historikern „Arbeit am Mythos“ verlangt, dann ist Sablonier ein Dienstverweigerer. Mit Urkunden-röntgen, Erbsenzählen und Konjekturen wird hier ein Ersatz konstruiert: „Wie es wirklich war“. Die These erklärt ihren realexistierenden Erfinder besser als sie das Wesen der Eidgenossenschaft erhellen hilft. Kein revolutionäres Buch sondern die Fleissarbeit eines unkreativen. Man beachte die Fussnote 480!“

  21. johannes Says:

    Grüezi 2.0

    @ugugu:
    Wann bzw welche Kunst ist Ihrer Meinung nach unpolitisch?
    Auch wenn nicht öffentlich deklariert, halte ich unsere Kunst als durchaus politisch, inkl. die neusten Tendenzen. Keine Ahnung was der Vodafon-Vergleich soll (hab mir sogar die Mühe gemacht, die Site mal anzusehen. Vielleicht der Slogan: Es ist Deine Zeit?)
    Zit. „Haut auf die Kacke oder lasst es bleiben“.. – hm, think again. muss Kunst tatsächlich laut sein, um aufzufallen, geschweige denn gut oder relevant zu sein? An der Provokation hab ich mich nun 10 Jahre abgearbeitet (siehe unten, Mocmoc, Gugusdada). Jetzt will ich mal einen neuen Weg versuchen.

    @zappadong:
    Der Vortrag so losgelöst ist wirklich nur bedingt interessant, insbesondere die ersten 30 min. Und die vielen Ähs stöhren mich ja selbst. Eigentlich war das ja auch kein richtiger Vortrag, sondern mehr eine Zusammenfassung, was alles während dem Seminar entstanden ist. Am spannendsten find ich persönlich den Schluss, die Diskussion ab 1h 21 min., da gibt’s was neues: direkt, authentisch, zweifelnd.
    .. was nervt Sie so an „Beauty is the new Punk“? Die Erinnerung an eine eigene unwiederbringliche Punk-Vergangenheit und die Frechheit, ehrlichen Punk mit esoterischem Farbdesign zu bemalen?

    @mara
    Ich will gar keine Welt ohne Ironie. nur nicht eine, die nur noch aus Ironie besteht. Ich glaub auch, dass Com&Com (und grosse Teile der Kunst) nie ganz ohne Ironie gelesen werden kann (und soll). Postironie ist zuerst und vor allem einmal eine Behauptung, eine Befreiung. ein Weg zu etwas Neuem. Was das sein wird, kann ich dann vielleicht in einem Jahr sagen. Wir sind auf der Suche.

    @flashfrog:
    Merci für die Durchhalteparolen. Ich bin ja immer noch relativ neu in der Blogsphäre. Neben den lieben, zaghaften und „objektiven“ Posts im Postirony-Blog herrscht in der Beiz 2.0 ein anderes Lüftchen. Aber gut. da wird mal gepoltert. Stammtisch-mässig, aber intelligent. emotional und so gar nicht objektiv. Das ist sicher nicht immer schön, aber bringt einen im besten Falle weiter.

    @uertner:
    Unterrichten tue ich eig. schon seit 2002. Ein Damaskuserlebnis im klassischen Sinne (einschneidendes Schlüsselerlebnis samt Bekehrung) kann ich leider auch nicht bieten. Vielleicht einfach, dass wir irgendwann die Nase voll hatten vom Alten, den Rollen, Inszenierungen und dem aufgebauten Image. Der Wunsch, einfach mal was Schönes, Bejahendes, Emotionales zu machen. „Mundus vult decipi, ergo decipiatur“ kann ich pauschal so gar nicht unterschreiben. Eigentlich auch für früher nicht.
    Mit Persiflage, Fake oder Manipulation kann man vielleicht am ehesten das Frühwerk von Com&Com bis und mit Mocmoc (2003) umschreiben, gepaart mit der von Ihnen erwähnten Schweizerischen Mythen- und Legendenbildung. Das Abarbeiten an der eigenen Scholle nahm dann erstmals so richtig Fahrt auf mit der Zur-Schau-Stellung von Marketingprodukten rund um einen (fiktiven) Hollywood-Film über die Schweizer Gründungssage frei nach Schiller gekreuzt mit einer Detektivstory à la X-Files im Zuge der Milleniumshysterie:
    C-Files: Tell Saga (2000 Kunsthaus Zürich, 2001 Biennale Venedig)

    Gefolgt von einem Werbespot zur Expo.02 (im Gold-Pavillon von Szeemann in Biel):
    I love Switzerland (2002)

    Die Trilogy zur Schweiz, Heimat und Pathos abgeschlossen hat schliesslich eine Kollaboration mit Dieter Meier (Yello), eine englische Popadaption der Schweizer Nationalhymne, die es im Sommer 2002 bis auf Rang 7 der Nationalcharts schaffte:
    Side by Side (2002)

    Damit war dann unsere (zumindest visuelle) Selbstinszenierungsphase zu Ende und unser „Arschloch-Image“ kreiert. Auch das Thema Schweiz als Identitätsraum fand nur noch einen kurzen Nachläufer in
    Claim to Greatness (2006)

    Es folgte die von Ihnen und in den Medien mehrfach kommentierte Phase der Kommunikationsprojekte, die mittels gezielter Partizipations-, Provokations- und Aufmerksamkeitsstrategien über den Kunstkontext hinaus weite Teile der Gesellschaft als Dialogpartner einbanden: Mocmoc (2003-06), Gugusdada (2004-05). In diese Zeit fällt auch der Beginn der Lehr- und Vortragstätigkeit von Com&Com.

    In einer anschliessenden Übergangsphase (2005–2008) begannen wir uns neu mit dem singulären und originären Kunstwerk zu beschäftigen. Inhaltlich kreisen diese Arbeiten schon damals um Themen wie Schönheit, Liebe, Leben und Sinnsuche. Die Ironie war praktisch verschwunden. Bsp hierfür:
    The Big One (2005) (Trailer zum Film)
    http://thebigone.ch/popups/movietrailer.html
    Google Earth Art (2008)

    2009 haben wir mit dem postironische Manifest einen Befreiungsschlag versucht. http://postirony.com/
    Darin rufen wir bekanntlich zur Wiederentdeckung der Schönheit im Alltag und des Einfachen, zur Huldigung des Authentischen und zur Feier der Kreativität und Einzigartigkeit jedes einzelnen auf. Weitere zentrale Aspekte sind Neugier, Emotionalität, Nachhaltigkeit und Sinnstiftung. Diese Neuausrichtung spiegelt sich sowohl den aktuellen Einzelwerken (wir arbeiten erstmalig an Skulpturen und Zeichnungen), wie in Kollaborations- und Partizipationsprojekten wie «Making Ideas» (2009–2010).
    Making Ideas (erst in einer Beta-Version)
    http://makingideas.net/HomePage?switchLang=de

    .. erachtet das nun nicht nur als reine PR-Nummer, sondern als ernsthaften Versuch, aufzuzeigen, dass es da jemand aufrichtig meint. mit der Kunst. mit der Diskussion. mit dem Blog.

  22. zappadong Says:

    @ Johannes: Punk ist Punk. Eine rohe starke Bewegung, die man damals gelebt hat.

    „Beauty is the new Punk“ ist austauschbarer Allgemeinplatz, Marketingsprache, Zeitgeistsprache, ein aufgeblasenes Nichts, das gut klingt, nicht gelebt, sondern gut klingend inszeniert. Da klebt so was Szenemässiges, Uniformes dran, und auf Szenenmässiges und vor allem Uniformes bin ich genau so allergisch wie auf schlecht gemachte Tageszeitungen und das Wort Esoterik.

    PS: Ich habe auch ins Ende des Videos reingeguckt (bin ein neugieriger Mensch). Nein, mich überzeugen Sie nicht.

    Sorry Flashfrog, ich klinke mich an dieser Stelle aus der Diskussion aus. Ist für mich ein einziger, grosser Leerlauf.

  23. flashfrog Says:

    @zappadong: Hast du dir meine Definitionen von Ironie und Postironie mal angsschaut? Das ist etwas ausführlicher als oben. Vielleicht hilft das ja ein bisschen als theoretische Unterfütterung zu der Substanz, die du vermisst?

  24. uertner Says:

    Lieber Herr Hedinger

    Herzlichen Dank für die Klärung und den Augenschmaus! In Ihrer Arbeit werden nun auch Traditionslinien sichtbar, die ich durchaus achtenswert finde: Szeemann (unser grosser „geistiger Gastarbeiter“), Dieter Meier (ist der je ironisch gewesen? oder hat er einfach die Chuzpe gehabt nach ’68 eine Testosteron-Inszenierung des machos weiterzupflegen?) und H.R.Giger (unser suizidaler apokolyptische Erotiker).

    Unsere Bewegungen sind gegenläufig: Als Historiker habe ich die Lust an der Mythenzertrümmerung nie recht begriffen. 2001 begriff ich, dass „swissness“ im unironischen Sinn eine publizistische Marktlücke sein wird nach der spassgesellschaftlichen Mythenzertrümmerung. Ich bin gewissermassen als Historiker nie „ironisch“ gewesen und habe „post-ironie“ schon nach 9/11 und Platzen der Internet-Blase als chance begriffen.

    Ihr Werk kann nämlich auch als testosteron-Überlebensstrategie im feministischen Trommelfeuer gelesen werden: Ironie-Mann statt iron man. Kaspar statt Macker.

    Ich habe den umgekehrten Weg beschritten: ich folgte der Strategie: Überdauern, Überstehen, Überleben. Meine Kolumne „Lexikon der swissness“ versucht eine sentimentale Gratwanderung zwischen melancholie und ironie. Was nicht mehr öffentlich diskursmöglich ist, muss in dieser Travestie geäussert werden. Der Weg führte mich notgedrungen zum „Nebelspalter“. Denn was ich äussern will, wird in „seriösen“ Zeitungen mit dem Argument abgeschmettert: „Herr Girardet, ich möchte sie davor bewahren, dass diese These unter ihrem Namen in einer Zeitung gedruckt wird“. Ein interessantes Statement von einem Print-Gatekeeper in der angeblich ältesten Demokratie des Kontinents!

    Ihre Post-Ironische Wendung hat mit dem 40-Jahre Knick in der männlichen Biografie zu tun: nachdem man sich einen Platz (Lehrstuhl) in der Gesellschaft geschaffen hat, will der Mann (der nicht gebären kann) bleibendes Schaffen: unironisches, „mit Hand und Fuss“. Denn bei der Keimbahn endet die Ironie, ebenso wie im Lehramt (Kinder und Schüler sind selten „ironiefähig“ weil sie die Codes erst lernen müssen, die ironisch gebrochen werden.

    Mein Rat als uerner an die gemeinde der Post-Ironiker: lest die Psalmen: sie sind die Quelle der abendländischen Gottesrede, die tiefste Quelle der westlichen eigentlichkeit.
    Als „Uertner“

  25. flashfrog Says:

    *seufz* Die einen mögen keine Uniformität, die anderen mögen keine Alternativen. Die einen finden es unpolitisch, die anderen empfinden es offensichtlich als bedrohlich und als Konkurrenz zu dem, was sie als die einzig wahre Wahrheit betrachten und verteidigen.
    Schon interessant, wie unterschiedlich und wie emotional das hier wahrgenommen wird. Beiz 2.0 at its best. 🙂

    Wir sollten bei aller Kritik aber vielleicht auch nicht vergessen, dass das Manifest und der PI-Blog erst ein Anfang von etwas sein sollen, ein erster Impuls, aus dem sich erst noch etwas entwickelt.

    Danke übrigens @johannes für die ausführliche Antwort!
    Wenn man als Blogger-Newbie mit einer Idee, die eine wirkliche Herzensangelegenheit ist, an die Öffentlichkeit geht und dann hagelt es von allen Seiten nur Watschen, das ist sicher kein schönes Gefühl…

  26. flashfrog Says:

    Ich versuche mich mal an einer kleinen (Zwischen)Bilanz.
    Offenbar funktioniert die Postironie so nicht.
    Warum nicht?

    Zappadong, du hast ein bewundernswertes Sprachgefühl, und ich denke, du triffst es genau, wenn du schreibst: „Inhalt und Form liegen einander diametral gegenüber.“

    Com&Com verwenden haargenau dieselben sprachlichen Mittel, die sie in ihren ironischen Projekten verwendet haben – Zitat, appropriation (Aneignung/Vereinnahmung), Slogans, grosse Wörter mit wenig konkretem Inhalt, formelhaft wiederholte Sprüchlein: „Darin rufen wir bekanntlich zur Wiederentdeckung der Schönheit im Alltag und des Einfachen, zur Huldigung des Authentischen und zur Feier der Kreativität und Einzigartigkeit jedes einzelnen auf. Weitere zentrale Aspekte sind Neugier, Emotionalität, Nachhaltigkeit und Sinnstiftung.“
    Sorry, lieber Johannes, deine Sprache spricht gegen dich.
    Das hört sich an wie aus einer Wellnessbroschüre für Akademiker.
    Authentizität tönt anders. Schönheit sieht anders aus. Emotionalität fühlt sich anders an.

    Johannes, irgendwann hast du mal gesagt, Kunst sei Manipulation.
    Das würde ich nicht unterschreiben. „Von Manipulation eines Menschen spricht man dann, wenn die Annahme eines Identifikationsangebots oder einer Ware und Dienstleistung nicht zu seinem Vorteil sondern zu seinem Nachteil führt.“ sagt Wiki. Also Menschen unter falschen Prämissen zu etwas zu nötigen, was ihnen schadet. Das wäre in der Tat moralisch verwerflich. Wer manipuliert wird, ist fremdbestimmt und unfrei.
    Aber ich glaube nicht, dass das deine Intention ist oder jemals war, oder? 🙂

    Das Bild vom Kristallisationspunkt würde es für mich weit besser treffen.
    Bei Mocmoc hat das offenbar glänzend funktioniert: Es hat ja eigentlich nur die „hidden intentions“, die uneingestandenen Absichten der Auftraggeber freigelegt und 2. eine öffentliche Diskussion über die Strategien von Beeinflussungen verschiedener Art angezettelt. Das find ich schon ziemlich genial..(Ich sehe da übrigens keinen wirklich grossen Bruch, sondern denselben aufklärerischen Impuls wie bei den aktuellen Projekten von Com&Com.)

    Die Obama-Kampagne mit Schlagworten wie „Change“ und „Yes, we can“ war solch ein Kristallisationspunkt für viele Menschen, in dem ein vorher nur diffus gefühlter Paradigmenwechsel sich materialisierte, verbalisierte und zu einer gesellschaftswirksamen Kraft wurde.

    Musik kann solch ein Kristallisationspunkt sein (Woodstock, Loveparade) Sogar der Fussball. (WM 2006 in D).

    Warum also nicht eine Art Werbekampagne für mehr Schönheit im Leben ins Leben rufen? Eine, die nichts verkaufen will ausser der Herausforderung, darüber nachzudenken, was wirklich zählt. Was schön, wahr und gut ist.
    Mir gefällt die Idee nach wie vor und ich denke, Johannes, du solltest dich auf keinen Fall entmutigen lassen, in diese Richtung weiterzuarbeiten.

    In diesem Falle hat es offensichtlich nicht verfangen. Zumindest nicht bei den kritischen Beizlern. 🙂
    Das Medium Sprache ist tricky. Sprache trägt auf eine geheimnisvolle Weise immer ihren Ursprung mit sich, und ich weiss nicht, ob es gelingen kann, die Methoden und Sprache der PR gegen sich selber zu wenden. Ob man da nicht schonwieder in der Ironie steckenbleibt. Nur eine weitere Umdrehung der Ironie-Schraube.

    @Johannes: Aber vielleicht hilft dir die Diskussion hier ja ein bisschen zu sehen, wo die Probleme liegen. Und natürlch bist du herzlich eingeladen, weiterhin in der Beiz mitzukommentieren, wenn du magst!

  27. johannes Says:

    da könnt man so an einigen Orten wieder den Ball aufnehmen, aber lassen wir das für erste nun ruhen. (nicht zuletzt weil ich für 2 Wochen in den Segelurlaub nach Griechenland fahre 🙂
    aber danke für die interessanten Inputs, Rebounts und Hiebe.

    @uertner, war mir eine Ehre zu batteln. Bin gespannt auf was da noch kommen wird. Also Psalmen. I give it a try. ob sich die Postirony aber einfach nur als ein Vorläufer der Midlifecrisis abtun lässt, hoffe ich zu bezweifeln. aber ich kann dann gern in 2-3 Jahren retrospektiv berichten wie es wirklich war.

    @zappadong: irgendwie war das schon von Anfang an bipolar getaktet. man kann es in der Tat nicht allen recht machen. . und das ist auch ok so.

    @flashfrog: ich hab mir das Obama-Buch (The audacity of hope) gekauft, und werde es auf dem Boot lesen. –
    Klar hab ich in all den alten Büchern und Interviews schon so einiges gesagt, dass ich heute nicht ohne Schamesröte wiederholen würde. ich seh das aber meist als Teil der Arbeit und der damaligen Phase. Früher die Manipulation und Verführung, heute die Authentizität und Schönheit.
    Ich geb dir in vielen Punkten recht:
    – zentral: durch die Kunst Kristallisationspunkte setzten. mit dem Ziel/Wunsch nach einer stimmigen Form der Visualisierung/Erlebbarmachung des Paradigmenwechsels.
    – Genau: Werbekampagne für das Schöne. Trifft eigentlich streckenweise bereits zu: „making ideas“ geht teils in diese Richtung.
    – und ja, Sprache ist eine hohe Kunst (working on it). und vielleicht sollte man manchmal mehr tun als reden (schreiben). was bei einem Diskussions- und Unterrichtspojekt wie diesem nat. etwas schwierig ist..
    aber soweit, dass Pi nicht funktioniert, würde ich zum jetzigen Zeitpunkt doch noch nicht gehen.
    Auch die Tatsache, dass sich heute ein Literaturprof gemeldet hat, der im Winter ein Uni-Seminar „von der Ironie zur Postironie“ plant und dabei auch das PI-Manifest beackern und an unseren Beginn andocken möchte, heisst zumindest, dass wir nicht ganz allein sind.

    noch so ein englischer Slogan, den man auf T-Shirts drucken könnte, hab ich heute in einem Interview mit Johnny Depp gelesen:
    (the) possibility of simplicity..
    und da ist sie schon wieder, die Ironie. ganz entkommen können wir (ich) ihr nicht, müssen wir auch nicht. aber ihrer Gewahr werden und allen unnötigen Ballast wegstreichen. bis am Schluss nur noch der kleinstmögliche, unteilbare Nenner bleibt.
    the essence. what really counts.

    wünsche allerseits noch einen schönen Restsommer.
    und tschüss.

  28. Diana Says:

    Von weit her in diese Beiz reingeschneit habe ich erst mal null verstanden, worüber hier diskutiert wird. Jedoch atmete ich dieses ganz spezielle Flair, das man so nur in der Schweiz finden kann, jenen der endlosen Kunstdebatten und des dampfendem Kulturstuhls,

    Ich greife einfach mal wirr und chaotisch einige Gedankenfetzen auf, die bei mir beim durchlesen so hängen geblieben sind.

    « Kunst muss nicht laut sein um gut zu sein, kommt ohne Twitter und co aus, im Stillen ». Gewiss. Und geht dann auch ganz im Stillen unter. Oder bitte wer bachtet den stillen Künstler? Ich mache seit 30 Jahren stille Kunst und weiss, wovon ich rede.
    Das soll jetzt kein Gejammer meinerseits sein. Ich traf eine bewusste Wahl. Ich kann es aber keinem verübeln, der eine andere Wahl trifft und versucht, nicht als klassischer Hungertuch-künstler zu enden.

    « Kunst muss politisch sein, soll unsere austauschbaren Copy-Paste Identitäten vor die langweiligen, konsumgeschädigten Visagen halten ».

    Das Problem ist, dass Kunst mit eben diesem Anspuch bereits selber ein Copy-Paste Produkt ist. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass es mal eine Zeit gab, wo mal ausnahmsweise nicht irgendein Künstler eben diesen Anspruch gehabt hätte. Ob nun 4 blaue Quadrate auf einer 5 Meter Leinwand, bizarre Installationen aus Müll oder ein Riesen Betondödel auf dem Marktplatz, IMMER soll aufgetrüttelt und zum Nachdenken über die eigene, armselige Existenz angeregt werden. Yo män.
    Ein Kunstwerk mit der Aussage « Es ist mir scheissegal inwiefern Du Dich selber bist und noch egaler ist es mir, wie es um die Welt steht, Hauptsache Du kaufst mich » wäre direkt mal erfrischend anders.

    Im Grunde genommen ist doch jeder authentisch. Und sei es nur ein authentischer Volldepp. So what. Natürlich wird man sich im Laufe des Lebens entweder selber treuer oder man passt sich immer mehr dem an, was man vermeintlich in den Augen der Gesellschaft zu sein hat. Wobei auch die Anpassung im Grunde Ausdruck des authentischen Wunsches ist, eben angepasst zu sein und nicht gegen alle vier Winde zu pissen. Ist ja auch nicht jedermanns Sache, als wandelnder Stinkefinger durchs Leben zu gehen.

    Auf mich machen jene Künstler am meisten Eindruck, die sich genau dieser Realität nicht verschliessen und nicht krampfhaft versuchen « anders » zu sein, sondern – tja, eben sich selbst und beobachtend auch die vermeintlich trivialen Dinge integrieren.

    Mit nacktem Hintern, Häschenpantoffeln und grün gefärbtem Gesicht in die Einkaufspassage zu kacken um auf die Situation in Darfour aufmerksam zu machen hat sicher was, aber beständiger, tiefer – authentischer – ist die Kunst aus dem Innern, die ganzheitlich auch die alltäglichen Dinge miteinbezieht und sie ironisch vielleicht, aber stets liebevoll, betrachtet.

    Was man gegen Paulus haben kann? Ausser dass er ein fieser Frauenhasser war und undifferenziert alle staatlich Verfolgten als Verbrecher diffamierte, eigentlich nichts. Aber als Andersgläubige steht es mir vermutlich nicht zu, Kritik an einer christlichen Ikone zu üben.

  29. flashfrog Says:

    Unsere Beiz im artmagazine: http://www.artmagazine.cc/content45240.html

  30. Lexikon zur zeitgenössischen Kunst von Com&Com « beiz 2.0 Says:

    […] von einem Projekt namens Postirony. Das ich wiederum so spannend fand, dass ich eine Weile später was darüber bloggte. Und nun gibt es also ein Buch, ein Kunstlexikon genauer gesagt, und die Beiz steht da drin und der […]

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