Tamedia & Intelligenz: Bashen, Pushen, Voten, Ranken

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Das Konzept der Tamedia ist erschreckend simpel: nachdem zum Bettagsartikel von Adolf Muschg, dieser zum Abschuss freigegeben wurde und am Dienstag der andere Gross-Feuilletonist der Schweiz, Peter von Matt, die „Leuchttürme“ Frisch und Dürrenmatt im Print in einem sehr lesenswerten Essay verglichen hat, kann man nun den „grössten Schweizer Intellektuellen“ voten. Bitter nur für den medialen Mainstream: dessen Korkzapfen, Roger de Weck, wurde von Roger Koeppel überrundet. Je kompetenter die Leute, desto weiter hinten landen sie im Ranking. Aber immerhin: der Tamedia-Haus-Tuttologe, Daniel Binswanger (Magazin-Kolumnist) ist ziemlich weit vorne.

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9 Antworten to “Tamedia & Intelligenz: Bashen, Pushen, Voten, Ranken”

  1. flashfrog Says:

    Ich vermisse Roger Federer in der Auswahl.

    Und überhaupt: Wo ist Michèle Roten?

  2. uertner Says:

    @flashfrog
    Aber wetten, du hast für den Tübinger Nachbarn, Hans Küng, gevotet? Alles andere würde mich doch sehr enttäuschen 😉

  3. von Relax Says:

    Das Leidige an solchen Artikeln ist, dass sie Verbreitung und Beachtung finden, die unverdient ist, weil die Transparenz betreffend Entstehung und Substanz fehlt. Die Verbreitung findet dann durch die weit verbreitete Seuche des Abschreibens durch andere Journalisten statt. Ein bisschen ein anderer Text und das Zitieren des Resultats mit Quellenangabe und schon ist der Copy-Paste-Artikel fertig.

    Solche Hitlisten werden leider in CH und D immer wieder in der Qualität erstellt, wo man das Resultat mit ungläubigem Staunen betrachtet.

  4. Titus Says:

    Den Worten von von Relax kann ich mich nur anschliessen.

    Schon wenn ich auf dieser Seite oben lesen «So haben die Leser abgestimmt», könnte ich schreien. Korrekt müsste es heissen: «So hat ein Teil der Leser abgestimmt, welche aus Spass und ohne viel nachzudenken mitgemacht haben»… Repräsentativ sind solche Online-Umfragen nie.

  5. Mara Says:

    Nett, die Umfrage sagt ungefähr soviel aus, wie wenn die NZZ unter ihren Lesern abstimmen lässt zur Armutsfrage und sozialen Ungleichheit. Glauben die eigentli?ch selbst an die Allgmeingültigkeit ihres Tuns

  6. zappadong Says:

    Aber, aber, Abstimmen ist doch sooooooooo cooooool. Und die Resultate absolut glaubwürdig. Ihr seid doch nur so verbohrte Blogger, die immer was zu nörgeln haben.

    http://blogdessennamenmansichnichtmerkenkann.wordpress.com/2009/10/08/digitalers-ignorieren-ist-keine-losung/

    http://henusodeblog.blogspot.com/2009/10/der-neue-tagesanzeiger-ist-eine.html

  7. flashfrog Says:

    >> @flashfrog
    Aber wetten, du hast für den Tübinger Nachbarn, Hans Küng, gevotet? Alles andere würde mich doch sehr enttäuschen 😉

    @uertner: Nö, ich hab gar nicht gevotet. Ausserdem war die Frage ja die nach dem Klügsten. Hans Küng ist weise, nicht klug. Wenn er klug wäre, dann hätte er sich nicht mit dem Papst angelegt. 😉

    Von den klügsten Menschen, die ich kenne, haben die meisten nichtmal studiert, und die wenigsten sind Schweizer.
    Rankings von Dingen, die sich nicht quantifizieren lassen sind sowieso reine Verdummung.

  8. uertner Says:

    Auch der grosse Medienwächter des deutschen Sprachraums hat Hirnschmalz für dieses Ranking verschwendet.
    http://blog.ronniegrob.com/2009/10/08/intellektuellenranglisten/

    Interessant wäre es vom Medienerbsenzähler Prof. Kurt Imhof zu erfahren, wie gross die „Exposure“ der gerankten ist. Ich wage zu behaupten, das Ranking spiegelt einzig und allein die „Sendezeit“ dieser Sprechmasken in den Medien.
    Wäre Michele Roten auch zur Auswahl gestanden, sie hätte es ins vordere Drittel geschafft, sie hätte bestimmt die Professorinnen hinter sich gelassen.
    Insofern haben wir keinen Anlass auf Italien hinabzuschauen. Auch dort ist derjenige „der grösste Intellektuelle“ der am meisten Sendezeit für sich in Anspruch nimmt.

  9. uertner Says:

    Nun hat die Debatte ihr schlimmstmögliches Ende gefunden. Studienabbrecher und „Journalist des Jahres 2007“ Constantin Seibt hat die Intellektuellen zu einem generell überholten Konzept erklärt (Tages-Anzeiger von heute Samstag). Als merkmal des Intellektuellen fordert Seibt Unterhaltungswert, was ihn stört: Intellektuelle, die verlässlich sind wie die Zürcher Strassenbahn.
    Insofern ist auch Seibt ein Intellektueller: seine Analyse war voraussehbar wie die Zürcher Strassenbahn.
    Die nächsten Intellektuellen, die uns beschäftigen werden, sind die Imame.

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