Minarettinitiative und die Ursachen von Jugendgewalt

by

Als Beizwirtin möchte ich kurz die Gelegenheit nutzen, noch einmal daran zu erinnern, warum wir eigentlich hier sind.

Wie ist die Beiz 2.0 entstanden?
Eines Tages im Sommer 2008 begab es sich, dass bei Facts 2.0, wo die meisten der heutigen Beizblogger und –kommentatoren damals aktiv waren, nach einem Gewaltvorfall, der damals grad durch die Medien ging, ein gewisser „robertintrio“ einen ausländerfeindlichen Kommentar veröffentlichte. Dieser Kommentar hat – zu Recht – Empörung in der damaligen Community ausgelöst. Diese Empörung wollte die Facts-Leitung offenbar nicht lesen und hat zahlreiche der Kommentatoren von der Facts-Page verbannt. Robertintrio durfte bleiben.
Wir übrigen gründeten daraufhin diesen Beiz-Blog oder fanden uns nach und nach hier ein.

Für mich ist die Beiz ein kleines Wunder: Ein Ort, an dem Menschen höchst unterschiedlicher politischer Überzeugungen, Religionen, Nationalitäten, Muttersprachen, Geschlechter, sexueller Orientierungen, Altersstufen und Berufe mit einander respektvoll über aktuelle politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen diskutieren können.

Deshalb macht es mich besonders traurig, wenn ich ganz ähnliche Kommentare wie den von „robertintrio“ nun hier in der Beiz lesen muss.
Wenn ich sehe, wie die einstmals respektvolle Kommentarkultur durch eine einzelne Person, die sich hier fortgesetzt schlecht benimmt, teilweise zu einem derart polemischen Gezänk verkommen ist, dass eine Anzahl ehemaliger Beizler und Kommentatoren dem Blog aus diesem Grund den Rücken gekehrt haben, weil sie sich in der Atmosphäre verbaler Gewalt und persönlicher Angriffe hier nicht mehr wohlfühlen.

—————

Gehen wir die Sache mit der Minarettinitiative einmal streng logisch an:

Um ein Problem zu lösen, sollte man sinnvollerweise
1. das konkrete Problem erkennen und benennen
2. die konkreten Ursachen für das Problem erkennen und benennen
3. praktikable Lösungen finden, die die wirklichen Ursachen des Problems bekämpfen.

1. Das Problem. Zappadong hat hier das Problem zunehmender Jugendgewalt herausgegriffen, auf das ich mich im Folgenden exemplarisch beziehen möchte.

2. Die Ursachen.
a) Wäre die Urache für Jugendgewalt das Minarett, müsste Gewalt logischerweise im Umkreis eines Minaretts massiv verstärkt auftreten und mit weiterer Entfernung vom Minarett allmählich abnehmen. Das kann jeder an sich selbst empirisch überprüfen, indem er sich zu einem der 4 Minarette in der Schweiz begibt und beobachtet, ob sich bei ihm das Bedürfnis einstellt, Schweizer zu vermöbeln.
b) Der zweite Kandidat für die Ursache von Jugendgewalt wäre laut SVP und einiger Diskutanten hier: Der Islam. Wäre der Islam monokausal die Usache von Gewalt, müsste sich feststellen lassen, dass 1. die Mehrheit muslimischer gläubiger Jugendlicher gewalttätig ist, 2 weniger gläubige Jugendliche weniger gewalttätig sind, 3. nichtmuslimische Jugendliche unter keinen Umständen gewaltätig sind und 4. Omas mit Kopftüchern häufig und exzessiv auf Omas ohne Kopftücher eindreschen.
c) Ausserdem müsste festzustellen sein, dass es zu den religiösen Pflichten gehörte, Unschuldige zu mobben und spiitalreif zu prügeln.

Hält man a), b) und c) als monokausale Erklärungen der Jugendgewalt für groben Unfug, heisst es, sich weiter auf die Suche machen und nach anderen Ursachen für Jugendgewalt zu fahnden.
Wie von verschiedener Seite (uertner, Zappadong, Mathias, Bruder Bernhard) in der Beiz bereits angetönt, hat es gewalttätige Gruppen von Jugendlichen schon immer gegeben, und, nein, nie war das niedlich oder harmlos.

Warum wird ein Jugendlicher gewalttätig?
Mögliche Ursachen sind:
– (neben einer gewissen hormonell bedingten Unzurechnungsfähigkeit in einem gewissen Alter) aus Wut und Frustration
– weil sie einen Mangel an Anerkennung und positiiver Aufmerksamkeit zu kompensieren versuchen durch Taten, die ihnen wenigstens negative Aufmerksamkeit bescheren
– weil sie ein System ablehnen, von dem sie das Gefühl haben, sie haben darin von Anfang an die Arschkarte gezogen
– weil sie in Famile und Schule erlebte Gewalt, deren Opfer sie geworden sind, an den Nächstschwächeren abreagieren
– weil sie sich an Vorbildern von Männlichkeit orientieren, die aus Actionfilmen, Ballerspielen und Gangsterrap-Videos stammen
– weil es einfach Spass macht, die Erwachsenen zu provozieren, indem man genau die Dinge tut, die den netten Sozialarbeiter und die besorgte Lehrerin auf die Palme bringen
– weil normale ritualisierte Rangordnungskloppereien heute nicht mehr einem bestimmten Ehrenkodex folgen (1 gegen 1, keine Waffen, keine Schläge ins Gesicht oder in die Genitalien und wenn einer am Boden liegt oder blutet ist der Kampf zu Ende)
– weil es (zumindest in Deutschland) tatsächlich eine relativ grosse Gruppe von Jugendlichen gibt, die keinen Schulabschluss, keine Ausbildung und damit keine Chance haben, dem traditionellen Bild eines erfolgreichen Mannes gerecht zu werden und deswegen ihre vermeindliche Männlichkeit in anderen Phantasierollen zu erproben versuchen
– weil Jugendliche das Bedürfnis haben, sich an der Peergroup zu orientieren, zu Gruppen zusammenzuschliessen und sich durch Rituale (Mutproben, Männlichkeitsproben, Schmerzproben) als Gruppe zu definieren. Wer nicht mitmacht wird schnell selber Aussenseiter und Opfer.
– weil Jugendliche das Bedürfnis haben, sich als Gruppe von anderen Gruppen abzugrenzen (den Erwachsenen, den Idioten aus dem Nachbardorf oder der Nachbarstrasse)
– weil das Medienbild amerikanischer Gangs ihnen als Orientierungsmodell cooler, attraktiver und leichter erreichbar erscheint als andere Vorbilder (Lehrer, Pfarrer, Nobelpreisträger, Profifussballer, Astronauten)
– weil Bankspekulanten vormachen, dass man mit der grösstmöglichen Rücksichtslosigkeit am weitesten kommt
– weil überhaupt in weiten Teilen der Gesellschaft eine grosse Verunsicherung über die Werte dieser Gesellschaft herrscht und alles so lange als erlaubt gilt, wie man nicht bestraft wird
– weil tatsächlich viele, wenn sie Gewalttaten beobachten, lieber wegschauen, aus Angst, bei einem beherzten Eingreifen selber Opfer zu werden und diese Angst durchaus sehr gut begründet ist

Die Liste möglicher Ansatzpunkte liesse sich fortsetzen.
Wer die Religion einer bestimmten Minderheit pauschal für alles verantwortlich macht,, was in der Migrationspolitik in den letzten Jahrzehnten schiefgelaufen ist und dereit schiefläuft, der verkennt die Komplexität des Problems.

3. Aus den komplexen Ursachen sollten konkrete Massnahmen folgen, die auf jede erkannte Ursache einzeln eingehen und versuchen, diese Ursache mit pragmatischen, konkreten und praktischen Lösungen zu bekämpfen, anstatt sich in symbolischen Ersatzhandlungen zu verausgaben, die zu nichts führen.
Das wäre dann tatsächlich ein modellhaftes Vorgehen, das international Schule machen könnte. In vielen Bereichen wird das ja tatsächlich auch genau so versucht.

Aus dem oben Analysierten ergibt sich natürlich die Frage: Wenn nicht die Bekämpfung der realen Ursachen das Ziel der Initiative ist, was ist dann deren Ziel und Zweck?
Und welches Ziel verfolgen die Befürworter der Initiative damit, dass sie zu solch polemischen und polarisierenden Mitteln greifen, die die eigentlichen Ursachen des Problems verschleiern statt aufdecken und eine sachliche Diskussion verhindern statt befördern?

Nun, das scheint mir recht offensichtlich: Das Ziel ist die Radikalisierung der Positionen. Wie schon wiederholt in der Diskussion in der Beiz festgestellt wurde, zwingt diese Strategie die Teilnehmer der Diskussion, sich auf die eine oder die andere Seite zu schlagen und festzulegen. Nur wenige schaffen es, eine neutrale und gemässigte Postion standhaft zu behaupten (meinen grossen Respekt dafür an Zappadong!).
Eine Radikalsierung und Polarisierung nützt der SVP, die am rechten Rand politisiert und sich einen Gunstzuwachs aus dem Lager der gemässigten Mitte erhofft, indem sie Angst und Hass bei der bürgerlichen Mittelschicht schürt. Auf der anderen Seite profitieren davon radikale Islamisten, die triumpfierend darauf verweisen können, dass Musliime in der Schweiz diskriminiert würden und das Gewalt gegen Sachen und Menschen als Repräsentanten dieser „Unterdrückungsmacht“ quasi nur eine erlaubte „Notwehr“ darstelllen würde.
Jede islamistische Gewalttat ist Wasser auf dei Mühlen der SVP und rexhtsextremistischer Gruppierungen. Jeder verbale Gewaltakt der SVP ist ein Geschenk für die radikalen Islamisten. Beide verfolgen also ein gemeinsames Ziel.

Die Frage ist: Will die Mehrheit der Schweizer eine Gesellschaft, in der diese beiden Gruppierungen den Ton angeben, die politischen Themen vorgeben und die Art und Weise diktieren, in der sie diskutiert werden? (Nebenbei die vielleicht nicht ganz unwichtige Feststellung, dass diejenigen, die die Minarettinitiative am meisten betrifft, zum grossen Teil von der Abstimmung ausgeschlossen sind.)
Sind die Schweizer bereit, die Konsequenzen einer solchen Gesellschaft in Kauf zu nehmen?

Advertisements

50 Antworten to “Minarettinitiative und die Ursachen von Jugendgewalt”

  1. Bruder Bernhard Says:

    wahrscheinlich habe ich die fremdenfeindlichen töne hier ganz einfach verpasst – ich habe schon mal gesagt, die langen riemen gehen an mir vorbei. nicht weil sie lang, sondern -weilig sind. lese ich uertner, dann schalte ich ab – einfach weil ich keine lust habe immer wieder vor 500 jahren anzufangen. zum glück hatten wir hierzulande keine schlacht auf dem amselfeld, sonst wären die beiträge noch länger.

    mich erinnert das hier zunehmend an eines der hinterzimmer, wo politik gemacht wird: der mit dem meisten sitzfleisch gewinnt. im unterschied zu anderen hinterzimmern aber hat dieses keine macht, keine ausstrahlung, also mach dir keinen kopf, flashfrog – die monologe hier haben keine politische wirkung.

    ein paar sachen waren aber trotzdem interessant – die, welche für mich lesbar waren.

  2. Diana Says:

    Ein hervorragender Beitrag, der beste seit langem hier.

    Dass die Minarette lediglich ein Symbol sind, die allenfalls beim Rezipienten über psychlogische Umwege mit dem Phänomen „gewältitiger Islmismus“ in Verbinung gebracht wird ist klar. Wie zappadong schon schrieb, gibt es daher keinen rationalen Grund für ein Ja zu dieser Initiative, allenfalls ein Bauch-Grund.
    Dass die Assoziation, wenn auch by-proxy, trotzdem sehr stark ist, ist aber auch ofensichtlich. Was vielleicht auch an der phallischen Form, bzw Mittelstreckenraketen-ästhetik dieser Türme liegt.
    Dass Abstimmungsverhalten sich aber an der Ratio und nicht an Assoziationen orientieren sollte, ist selbstverständlich.

    Rausgepickt:

    >>>- weil sie sich an Vorbildern von Männlichkeit orientieren, die aus Actionfilmen, Ballerspielen und Gangsterrap-Videos stammen.

    Eine zunehmende Kultur der Gewaltverherrlichung – im Westen – ist nicht wegzudiskutieren und ein Thema, mit dem ich mich als Autorin von Abenteuer- und früher auch Kriegsgeschichten schon lange befasse. Die Reizschwelle in Gewaltdarstellung ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch gesunken. Hat früher ein Toter in einem Film / Buch / Comic als emotionaler Impakt in die Magengrube getroffen, auch wenn man nur einen diffusen Körper am Boden liegen sah, so läuft heute ohne spritzendes Blut, Enthauptungen in Nahaufnahme usw gar nichts mehr. Speziell im Genre der Kriegstory hat man sich mit einer zu dezenten Darstellung leicht den Vorwurf der „Verharmlosung“ einhandlen können, weshalb auch ich eine Zeitlang das Maximum aus dem grafischen Schockierungspotential herausgeholt habe. Auch um zu zeigen, dass wir Frauen sowas wenn nötig, auch drauf haben.

    Mittlerweile bin ich zu der Überzugung gelangt, dass dieser Abstumpfung Einhalt geboten werden muss, und retouschiere sogar eigene Werke für künftige Auflagen, um Gewaltdarstellungen abzumildern.

    >>>Menschen höchst unterschiedlicher politischer Überzeugungen, Religionen, Nationalitäten, Muttersprachen, Geschlechter, sexueller Orientierungen, Altersstufen und Berufe mit einander respektvoll über aktuelle politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen diskutieren können.

    Ich hatte vor jahren zu diesem Zweck ein multireligiöses Diskussionsforum. Zeitweise lief es wirklich gut, bis zwei Streithähne (Ein Islam-hasser und dessen wortgewaltiger Kritiker) endlose Querelen und persönliche Fehden abhielten, so dass nach und nach alles verkam und ich das Forum aufgab.
    Eine gut funktionierende, Meinungsplurale Platform IST ein Wunder.

  3. zappadong Says:

    Nur kurz, habe sehr wenig Zeit:

    zu a) Die Abstimmung ist – wie schon erwähnt wurde – ein Stellvertreter“krieg“ für eine ganze Problematik. Für sehr viele Menschen in der Schweiz geht es überhaupt nicht um Minarette, sondern um einen kleinen Teil einer bestimmten Religionsgruppe und dessen Verhalten.

    Wer die Komplexität dieses Problems (da gehe ich mit dir einig, flashfrog, Jugendgewalt ist ein extrem komplexes Problem) ernsthaft diskutieren will, darf die Ängste der Leute weder ausklammern noch negieren, sondern sollte endlich einmal all den Betroffenen zuhören und versuchen, Antworten oder mindestens Verständnis für für sie zu haben (ohne Angst davor, gleich zum Fremdenhasser gestempelt zu werden). Sonst toben sich nämlich all die Betroffenen und die vielen Leute, die Betroffene kennen, genau in diesem Stellvertreter“krieg“ aus – und schlagen sich auf die Ja-Seite, weil ihnen ausser der SVP niemand Antworten und Lösungsvorschläge bietet.

  4. kolumni Says:

    Frau Zappadong: Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.

    Ich habe den Artikel aus zwei Gründen nicht zu Ende gelesen:

    1. Macht er das Problem gleich zu Beginn lächerlich. Und daraus wird das zweite Problem: Wenn die Wahrnehmung eine unterschiedliche ist, und ich mich über die Wahrnehmung anderer lustig mache, erreiche ich damit ganz sicher, dass mir keiner dieser anderen wirklich zuhört.

    2. Ich neige selbst zu langen Texten – und dann wohl berechtigte „Angst“, er werde nicht gelesen. Aber der hier toppt Uertners Elogien nochmals, auch schon rein quantitativ. Warum die Texte nicht mehr entpacken und sich auf einzelne Aspekte konzentrieren?

    Dass dies hier eine Beiz der versprengten und versengten Ex-User von Facts 2.0 sein soll, hast Du mir schon mal intern erklärt, als ich anregte, zusätzliche Texter zu werben. Nun, dieser Zweck und diese Ausrichtung ist wohl Vor- wie Nachteil in einem. Und dass der Ton dann mal etwas rauer wird, gerade, weil man sich „kennt“, liegt irgendwie in der Grundanlage dieses Projektes. Oder nicht?

  5. thinkabout Says:

    Frau Zappadong: Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.

    Ich habe den Artikel aus zwei Gründen nicht zu Ende gelesen:

    1. Macht er das Problem gleich zu Beginn lächerlich. Und daraus wird das zweite Problem: Wenn die Wahrnehmung eine unterschiedliche ist, und ich mich über die Wahrnehmung anderer lustig mache, erreiche ich damit ganz sicher, dass mir keiner dieser anderen wirklich zuhört.

    2. Ich neige selbst zu langen Texten – und habe dann wohl berechtigte „Angst“, er werde nicht gelesen. Aber der hier toppt Uertners Elogien nochmals, auch schon rein quantitativ. Warum die Texte nicht mehr entpacken und sich auf einzelne Aspekte konzentrieren?

    Dass dies hier eine Beiz der versprengten und versengten Ex-User von Facts 2.0 sein soll, hast Du mir schon mal intern erklärt, als ich anregte, zusätzliche Texter zu werben. Nun, dieser Zweck und diese Ausrichtung ist wohl Vor- wie Nachteil in einem. Und dass der Ton dann mal etwas rauer wird, gerade, weil man sich „kennt“, liegt irgendwie in der Grundanlage dieses Projektes. Oder nicht?

  6. flashfrog Says:

    @thinkabout: Zu 1. Ich bin Satirikerin. Ich versuche den angeblichen Kausalzusammenhang Minarett – Jugendgewalt so lächerlich zu machen wie er ist.

    Zu 2.: Quantität ist for mich nicht das vorrangige Kriterium dafür, welche Texte ich lese und welche nicht. Wenn du einen langen Text schreibst, der neue Erkenntnisse verspricht, dann lese ich ihn auch zu Ende. (Umso lieber, wenn er in der Beiz steht. ;-))
    Ich habe mich ja bewusst auf einen Einzelaspekt (Jugendgewalt) konzentriert. Das Thema ist nunmal sehr komplex, genau das will ich ja damit sagen. Mit einfachen Schuldzuweisungen und eingängigen Klischees kommt man einer Lösung nicht näher.

    @Bruder Bernhard: Die Pubertät ist eine schwierige Zeit. Das Tröstliche an der Pubertät ist, dass sie nach ein paar Jahren von allein zu Ende geht und die meisten dann vernünftig werden und die Köpfe über sich selber schütteln und über all die dummen Sachen, die sie in der Zeit hormoneller Verblödung gesagt und angestellt haben. (Manch einer benimmt sich allerdings auch mit 43 noch pubertär. 😉 )

    @zappadong: Verständnis haben für die Opfer von Gewalt und für die, die sich fürchten, Opfer von Gewalt zu werden, ja, unbedingt.
    Verständnis haben für Leute, die tumbe Klischees abspulen („Die Moslems wollen alle Schweizerinnen unter die Burka zwingen:“): nein.

  7. Bruder Bernhard Says:

    angesichts der z.T. gut gewürzten Kommentare hier noch eine Präzisierung @flashfrog. Nein, ich habe nicht geschrieben, Jugendgewalt habe es immer schon gegeben. Ich habe geschrieben, man dürfe die Gewalt, die Frau Zappadong offenbar plötzlich erfährt, nicht mit den Minaretten in Zusammenhang bringen, sondern sie sei einer verfehlten bzw. nichtexistenten Jugendpolitik im Rheintal anzulasten, die vor allem mit Wegweisen Verdächtigen Reglementieren arbeitet. Es ist nicht leicht, im Rheintal jung zu sein. Es ist glaub ich noch schwerer, wenn das mit dem sog. „Migrationshintergrund“ einher geht. Sonntag nachmittag im Rheintal, entlang den Gleisen – für den Fremden eine eher bedrückende Erfahrung, die mich an E.Y. Meyers ‚In Trubschachen‘ erinnert – könnte man heute ganz leicht transponieren nach ‚Im Rheintal‘. Vielleicht mach‘ ich das mal, wenn’s vorher keiner tut…

  8. zappadong Says:

    @ Flashfrog

    Zitat: „Verständnis haben für die Opfer von Gewalt und für die, die sich fürchten, Opfer von Gewalt zu werden, ja, unbedingt.
    Verständnis haben für Leute, die tumbe Klischees abspulen („Die Moslems wollen alle Schweizerinnen unter die Burka zwingen:“): nein.“

    Erstens liegt zwischen diesen beiden Extremen sehr viel Raum und zweitens habe ich nur EINES der Probleme angesprochen, die die Leute hier auf dem Land drücken – ich wollte mich ja nicht gleich selber zum Abschuss freigeben.

    Aber wir können auch gerne eine andere Baustelle öffnen. Und zwar buchstäblich. Wissen Sie, was die „Büezer“, über diese Bevölkerungsgruppe reden im Zusammenhang mit Invalidenrenten? Ich komme aus dem Arbeitermillieu und habe Familienmitglieder, die in sogeannanten Dreckjobs arbeiten. Und es sind halt auch hier nicht einfach nur Vorurteile, mit denen herumgeworfen sind, sondern Urteile, welche sich im Laufe der Jahre aufgrund gemachter Erfahrungen sehr negativ in die Köpfe dieser Leute eingebrannt haben.

    Und wenn ich mich hier gerade um Kopf und Kragen schreibe und meinen Ruf für immer ins Cyber-Nirvana schicke: Wollen denn gutmeinende Kreise nicht wissen, wie sich eine einheimische Familie fühlt, die keinen Legasthenieunterricht für ihr Kind gutgesprochen bekommt (allein in meiner engeren Familie gibt es zwei solche Beispiele – eines davon ist unser Sohn, dem man den Sprachfehler glatt abgesprochen hat, den er jetzt, mit 17 so langsam ablegt) und gleichzeitig zusehen muss, wie viel Förder- und Spezialunterricht ausländischen Kindern zugute kommt? Ich habe nichts gegen diesen Förderunterricht, im Gegenteil, aber wenn man gleichzeitig Schweizer Familie verwehrt, was andere bekommen, schafft man sich nicht unbedingt Goodwill.

    Was ich sagen will: Sehr gute gemeinte Integrationsmassnahmen drehen sich ins Gegenteil, wenn irgendwann das Gefühl der Ungerechtigkeit entsteht. Wenn die Schweizer eines sind dann das: Gerechtigkeitsfanatiker (ich rede nicht von gewissen Kreisen auf Managerebene, die das Wort Gerechtigkeit nicht einmal mehr buchstabieren können).

    Als Ausklang der Mail ein versöhnliches PS: Tochter Zap hat heute Morgen in der Schule praktisch im Alleingang während einer Diskussion über die Minarett-Initiative die JA-Sager argumentativ in die Ecke gestellt und fertig gemacht 🙂

  9. uertner Says:

    @flashfrog
    „ich bin Satirikerin“. Satire „darf alles“ schreibt Tucholsky und sie ist das Mittel „gekränkter Idealisten“. Wenn ich Deinen Text richtig gelesen habe, ist das Ideal, das bei Dir gekränkt wird die These des „postmodernen anything-goes Multi-Kulti“. Dich scheint es zu Kränken, dass hier in dieser Diskussion plötzlich nach Schafen und Böcken geschieden wird. Dass man von eher problemlosen albanischen Moslems, die durch die Schule Titos und des Atheismus gegangen sind und türkischen Moslems spricht, die ihren Islam als integrierenden Bestandteil ihres Türkentums sehen mit dem Phantomschmerz des untergegangenen osmanischen Reiches verbunden. Dich stört, dass ein Thilo Sarrazin genau solche Unterscheidungen auch macht. Du plädierst gegen „Schubladen“ und „Etiketten“ und Pauschalisierungen: alles edel, aber wenig hilfreich.
    Würdest Du meine Texte mit kühlem Mute lesen, du würdest erkennen, dass ich mich redlich um Differenzierung bemühe. In diesem Satz: („Die Moslems wollen alle Schweizerinnen unter die Burka zwingen:“) erkenne ich meine Thesen nicht einmal als Karikatur.
    Frau Zappadong macht in ihrer Pampa phänomenologische Betrachtungen und ich vermute Frau Zappadong ist nicht die Frau der grobfahrlässigen Vereinfachung. Das deutsche Judentum, das einen sehr hohen Begriff vom Deutschen Rechtsstaat, von der Deutschen Kultur hatte, machte den Fehler, dass es die braungewandete Meute nicht als das erkannte, was sie war. So sehr damit beschäftigt, in jedem Nazischläger auch einen edlen Deutschen Kulturbürger zu sehen („Wenn das der Führer wüsste!“), wurden sie schliesslich wie ein Stück Vieh in die Gaskammern gekarrt, in der Meinung weil sie in Deutschland seien, „Der Culturnation“, könne es sich höchstens um einen „Kraft durch Freude“-Ausflug handeln.
    Tragisch ist nun, dass die Deutsch-Türkische Freundschaft auf die wilheminische Zeit der Bagdad-Bahn und des osmanischen Reiches zurückgeht. In Deutschland stehen die Türken, die 3,5 Millionen ausmachen und die Berlin schon zur zweitgrössten Stadt der Türkei gemacht haben, unter einer Art „Artenschutz“, peinlicher Höhepunkt dieser eigenartig Osmanisch-Wilhelminischen Verbindung war der Besuch von Erdogan bei Frau Merkel.
    Die Schweiz-Türkische Freundschaft gründet eher in der übernahme des laizistischen Staates durch Kemal Atatürk, der das Schweizerische Strafgesetzbuch von Eugen Huber übernahm. Der Besuch von BR Blocher, dem Schweizer Alpha in der Türkei, brach das Eis für die von Frau Calmy Rey angestrebte Normalisierung der Beziehungen zu Armenien und der Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern (wenigsten geben die Türken nun vor das untersuchen zu wollen: die USA haben den Einsatz verdankt).
    Was ich zu sagen Versuche: die Dinge sind komplex. Das siehst du richtig. Darum versuche ich als Historiker die Fakten zu analysieren, als Philosoph sie unter die richtigen Begriffe zu fassen und dann sprachlich zugespitzt zu bringen. Die sprachliche Zuspitzung irritiert. Weil diejenigen, die mit diesen Giftpfeilen konfrontiert sind, die gedankliche Vorarbeit nicht sehen. Im Rahmen dieser Arbeit ist es unumgänglich die gängige Sprachregelung zu verlassen, zu hinterfragen, ja zu vernichten, wenn sie eher geneigt ist die Dinge zu verwedeln, als ins scharfe Licht zu stellen.

    Satire wendet sich für mich immer aus der Sicht der Schwachen gegen die Starken. Dein satirisches Stück macht sich aber über die Nöte der Verprügelten lustig. Wer, wie es Frau Zappadong geschildert hat, sich einer Horde anmassend gewaltbereiter „Jungtürken“ gegenüber gesehen hat, wird über Deinen Text nicht lachen können. Vielmehr scheint mir, ist Dein Text eine Real-Satire über den deutschen Sozialarbeiter-Diskurs, dies aber offensichtlich freiwillig.
    Wenn es eine Religion gibt, deren Anhänger zu exzessiven Gewaltmitteln neigen, dann sind sie die mächtigen, dann muss diese Religion durch das Säurebad der Satire. Darum waren die Mohammed-Karikaturen ein richtiges Mittel.
    Deine „Satire“ zum Reformationsonntag ist darum auch entlarvend. Den Deutschen Lutheranern laufen die Mitglieder davon, sie haben Angst Kirchen an Muslime verkaufen zu müssen, sie leiden darunter, dass nun eine Geschiedene Pfarrerin zur obersten Bischöfin avanciert (wäre bei einem Mann unmöglich, aber zur Bezwingung des Patriarchats ist das schon recht). Hättest Du Deinen Twitter 1735 losgelassen, als die lutheranische Orthoxie noch im vollen Lebenssaft war, dann wäre es ja sehr mutig gewesen. 2009 folgend Twitter zu verschicken ist, wie auf am Boden liegende einzuprügeln. Reformationssonntag nach flashfrog: „Am 31.10.1516 nagelte Luther 95 Besen ans Kirchenportal zu Wittenberg. Dieser erste Bekehrungsversuch blieb allerdings weitgehend erfolglos“

    Nun, das Wortspiel ist natürlich sehr lustig. Nur eben: hier wird auf am Boden liegende eingedroschen.

  10. zappadong Says:

    @BB

    Ja, das Rheintal ist so eine Sache. Aber Gopfertammi: Wir haben zum Teil gute Jugendprojekte laufen, von denen jeder profitieren kann. Wir hatten auch Jugendprojekte, die gut gelaufen sind, bis eine einzige Szene (jene der Hip-Hopper) das Ruder übernommen hat, und alle anderen aus dem Projekt verdrängte (Tochter Zap geht deshalb nie in den Grabser Jugendtreff, den es gibt, und der eigentlich eine sehr gute Sache wäre).

    Ob es mit Migrationshintergrund schwerer ist im Rheintal, bin ich mir gerade am Überlegen. Zap und Kollegen sind Punks oder Fast-Punks ;-), die meisten mit Schweizer Pass, und die geniessen auch einen ganz schlechten Ruf. Trotzdem provozieren sie nicht die ganze Gegend mit ihrem Gockelgehabe, sondern sie leben nach dem Motto: Leben und leben lassen. Was dann schwierig wird, wenn das Bushäuschen, in dem man sitzt, von einer Horde aggressiver, gewaltbereiter Jugendlicher umzingelt wird, für die Punks alleine wegen ihres Aussehens und ihrer Lebensweise eine Provokation sind.

    Ich weiss nur eins: Dass ich eigentlich gar nichts weiss. Weil ich mir in den letzten Jahren vieles schöngeredet und anderes ausgeblendet habe. Jetzt, mit voller Wucht damit konfrontiert, sieht das alles etwas anders aus.

    Also, bevor du dein Rheintal-Epos schreibst, komm mal eine Weile hier vorbei und guck dir das von ganz nah an. Schau dir die Jugendprojekte an (ich suche sie gerne für dich heraus) und dann schau dir an, wie es so läuft, am Bahnhof, bei den Tankstellenshops und vielleicht machen wir dann auch einmal eine Autofahrt mit einem „jungen Kerli“ und schauen, wie lange es dauert, bis wir bedrängt, belichthüpelt und im schlimmsten Fall fast von der Strasse gedrängt werden.

    Grüsse aus dem Wilden Osten

    Frau Zappadong

  11. uertner Says:

    Und aus den oben erwähnten Erwägungen enthalte ich mich auch jeglicher „satirischer Aesserungen“ über unseren unglücklichen Bundesrat Merz, der schliesslich als Bundespräsident die freiheitliche Staatsidee verkörpert, die mir erst das Dasein als „Satiriker“ ermöglicht.

  12. Claudio Zanetti Says:

    @flashfrog
    In Deutschland mag das ja anders sein. Aber hierzulande ist Politik keine exakte Wissenschaft. Wir haben und wollen keinen Staatspräsidenten oder Regierungschef mit Richtlinienkompetent oder dem Recht, ein Machtwort zu sprechen.

    Es ist ganz einfach unsinnig, die Sache mit den Minaretten und der Jugendgewalt mit den Mitteln der Mathematik zu analysieren. Keiner, der noch ein paar Hirnzellen beieinander hat, wird behaupten, die Gewaltbereitschaft nehme mit zunehmender Entfernung zum nächsten Minarett ab. (Wer so argumentiert polemisiert und sollte sich hüten, dem politischen Gegner unlautere Argumentation zu unterstellen.)

    Das heisst aber nicht, dass die Behauptung, es gäbe ein Problem mit jungen Muslimen, die sich nicht integrieren wollen, an den Haaren herbeigezogen ist. Es gibt zu viele Studien und bücher, die das belegen. Hoch interesssant ist beispielsweise „Die letzten Tage von Europa“ von Walter Laqueur.

    Es lässt sich ganz einfach nicht wegdiskutieren, dass die Integration junger muslimischer Männer wesentlich schwieriger ist als die junger muslimischer Frauen. Auch lassen sich anhand der schulischen und beruflichen Leistungen klare Tendenzen – nicht mathematische Axiome – belegen, die sich nicht einfach mit Rassismus oder Bildungsferne aus der Welt schaffen lassen.

  13. Bruder Bernhard Says:

    @zappadong: ich sehe es ja, die Bahnhöfe an der Strecke des Thurgauturbo oder wie der mit der Wackelschrift schon wieder heisst. Ich sehe die abgelöschten Gesichter in den Zügen, das coole aufgesetzte Gehabe, das ständige Suchen nach einer Haltung, irgend einer, und das sich daran Festklammern. Und ich sehe auch die verstockt konservative Heile-Welt-Grundhaltung der Einfamilien- und Reihenhäuslebesitzer über 50, höre von den populären einfachen Antworten; auf der anderen Seite sehe ich immer noch dieses Schild beim Rebsteiner Sportplatz, der die Benützung an Abenden und Wochenenden verbietet – kein Wunder, treffen sich die Jungen dort, wo es hell ist im Dorf, aber keine Erwachsenen stören: Haltestellen und Telefonkabinen. Sorry, es harzt dort schon an ganz einfachen Grundlagen, da kann ein ‚Jugendprojekt‘ gar nicht bestehen.

    Du bist Autorin. Schau Dir doch mal die Gesichter der Leute an, überleg dir mal, wie ihr Tagesablauf wohl aussehen mag, versuch, die Dynamik der auseinanderdriftenden Jugendkulturen zu sehen – es tut einfach nur weh, und man muss wohl von aussen kommen, um das ganze Ausmass zu sehen. An Deiner Verzweiflung ist es allerdings zu erahnen – wer hätte gedacht, dass dir plötzlich die Analyse so entgleisen kann.

    uertner, ohne dass ich seine ganz langen Dinger lesen mag rhabarber rhabarber ist in dieser Hinsicht glaub‘ der Meinung, wer Analyse fordert, ist ein Vertreter der (Zitat) „These des „postmodernen anything-goes Multi-Kulti“. – Weltwoche pur hier.

  14. uertner Says:

    @BB
    Nun ich werde mich kürzer fassen. Will Dir den „uertner-Pappkameraden“ nicht nehmen, den man neben den „Weltwoche-Pappkameraden“ für ein kleines gemeinschaftsstärkerendes Gruppengefechtsschiessen stellen kann. Mit „Nichtlesern“ zu argumentieren ist sehr schwer. Mit willentlichen Falschlesern wie flashfrog geht es schon besse, nur wird man dann halt lang.

  15. flashfrog Says:

    @uertner:
    >> Wenn ich Deinen Text richtig gelesen habe,

    Du hast ihn offensichtliclh nicht gelesen. Du nimmst ihn nur zum Anlass, deine ewiggleichen Klischees über Deutsche, Linke, Muslime und Frauen zu wiederholen. *gähn* Werde mich Bruder Bernhards Strategie anschliessen und verweiise einfach auf den bekannten Ankreuzzettel
    Aktualisierend könnte man wohl noch anfügen:
    5. Die Minarette sind schuld.

    @Bruder Bernhard und Zappadong: Interessante Beiträge, schön dass wir jetzt mal konkret diskutieren und nicht ideologisch. Ich glaube, so kommen wir weiter.

  16. Bruder Bernhard Says:

    @uertner: du darfst langweilen, aber dann nicht verlangen, dass man die argumente zur kenntnis nimmt. beides geht halt nicht. darfst den pappkameraden wieder mitnehmen.

  17. zappadong Says:

    @BB:

    Vorauswarnung: Mich hat dein Post gerade ziemlich geärgert. Wenn ich also etwas heftig rüberkomme, entschuldige ich mich im Voraus. Ist nicht Absicht – aber vielleicht Rheintaler Art)

    Ich sehe die Gesichter (weil ich immer gerne in Gesichter gesehen habe). Ich sehe die Dynamik. Ich sehe durchaus nicht nur Schwarz und Weiss. Ich kenne das schmerzhafte Gefühl, einem Jugendlichen mit Migrationshintergrund gegenüberzustehen, der keine Lehrstelle gefunden hat (leider aus mehr als einer konkreten Erfahrung) – genauso wie dem Jugendlichen ohne Migrationshintergrund gegenüberzustehen, der keine Lehrstelle gefunden hat (auch das aus mehr als einer konkreten Erfahrung). Ich unterrichte absolut und total liebenswerte Jungs und Mädchen mit Migrationshintergrund und weiss immer noch zu unterscheiden.

    Ich frage dich: Was ist so falsch und so schlimm an der „Heile-Welt-Haltung“ der Einfamilien- und Reihenhausbesitzer? Ich gehöre dazu. Ich sehne mich nach Werten, die das gesellschaftliche Leben lebenswert machen. Zu diesem gesellschaftlichen Leben zähle ich übrigens verschieden Kulturen, verschiedene Religionen, verschiedene Nationalitäten. Aber ich möchte ein friedliches Zusammenleben mit Chancengleichheit für alle, in dem sich BEIDE Seiten um eine Annäherung bemühen.

    Kennst du diese über 50-jährigen Einfamilien- und Reihenhausbesitzer, die du hier gleich alle pauschal verurteilst? Du sprichst zum Beispiel von meinen Eltern, von meinen Schwiegereltern. Du sprichst von Bekannten und Freuden. Und masst dir an, die alle einfach mal in eine Ecke zu stellen. Weisst du, wie sie wirklich denken? Weisst du, wie sie handeln, wenn jemand sie braucht (ja, es sind zum Beispiel die, die dich ohne mit der Wimper zu zucken morgens um drei in die Notaufnahme fahren, weil ihnen nachbarschaftliche Anteilnahme etwas bedeutet)?

    „Von aussen kommen und mehr sehen.“:
    Boa, wenn ich nach Zürich komme, sehe ich ganz viel, das mir ablöscht. Mir reicht es schon, in den urbanen Kuchen in der Mitte der Schweiz zu reisen. Trotzdem: Ich masse mir nicht an, ein Urteil über die Leute von dort und ihren Lebensraum zu fällen – ich stelle einfach fest, dass ich dort keinen Tag leben könnte. Ich halte ihnen keinen Spiegel hin. Ich sehe auch dort Gesichter, oft die genau gleichen Gesichtszüge wie hier bei mir ihm Rheintal. Von abgelöscht bis aufgestellt.

    Meine Bücher spielen auf dem Land. Weil ich die Stadt nicht kenne. Bevor ich ein Buch schreiben würde, das in der Stadt spielt, würde ich mindestens eine Weile dort leben wollen und mir alles genau ansehen. Weil der Blick von aussen nur bedingt dazu taugt, die Dinge wirklich zu erfassen. Zu schnell ist man mit Pauschalurteilen zur Hand.

    So. Und weil ich so schön in Fahrt bin: Wo ist sie mir denn deiner Meinung nach „die Analyse entgleist? Dort, wo ich Dinge anspreche, die ein weltoffener, netter Mensch mit liberalen Ansichten besser nicht anspricht? Weil er / sie sonst eben kein netter, weltoffener Mensch mit liberalen Ansichten mehr ist?

  18. zappadong Says:

    @flashfrog: Bitte übersieh nicht, dass diese Diskussionen ohne den uertner gar nicht stattfinden würden.

    Der uertner hatte immer extreme Positionen (seine Einstellung zu den Frauen und der Armee stellen mir die Haare auf), aber ich lese seine Einträge. Von A bis Z. Weil sie Gedankenanstösse sind. Ich muss mit seinen Gedanken nicht einverstanden sein. Ich kann sie zum K… finden. Und genau das weckt den Widerstand, zwingt einen, sich diesen „ungeheuerlichen“ Texten zu stellen und dem uertner die Gegenargumente um die Ohren zu hauen. Ich mag das. Und wenn er mich zu sehr nervt (wie in dem Posting an Reto M., in dem er unverschämt persönlich geworden ist), dann sage ich ihm das. Konkret. Nicht pauschal.

    PS: Ich lese seine ganzen Texte. So viel bin ich ihm als Diskussionsteilnehmerin schon schuldig. Sonst kann ich gleich in die „Arena“ vom Schweizer TV gehen und meine Schlagworte in den Raum posaunen ohne auch nur ansatzweise auf meine „Diskussionspartner“ einzugehen.

    EDIT: Ich fand den Einfamilien- und Reihenhaustext von BB jetzt aber grad ziemlich ideologisch.

  19. uertner Says:

    @Zappadong, vielen Dank für die Geduld. Was die „persönliche unverschämtheit“ gegenüber Reto Müller betrifft: mich nervt einfach diese exhibitionistische Egomanie dieser Jungblogger. Ich demonstrierte noch gegen den Fichenstaat. Heute kann man sich die Fiche dieser Leute zusammengoogeln in ihrer Redseligkeit. Vielleicht haben wir in der Schweiz verlernt, dass wer sich öffentlich Blössen gibt auch angreifbar wird. Da hau ich dem Reto Müller lieber selber eine rein (ich hab den schlechten Ruf, aber er ist vielleicht vorsichtiger in Zukunft mit der Preisgabe persönlicher Details in Blog-Postings).

  20. Bruder Bernhard Says:

    http://www.bruderbernhard.ch/latriperie/?p=315#comments
    …..

    @zappadong: wenn du die minarette plötzlich mit den prügeln, die im rheintal scheints häufig sind, in bezug setzt, dann ist dir die analyse entgleist. Und es geht nicht darum, Dinge anzusprechen oder nicht, sonst sei man nicht mehr weltoffen. Es geht darum, wie man die Dinge vermengt. ‚Schlägst du mein Kind, schlag‘ ich deinen Turm‘, habe ich kürzlich hier geschrieben – sorry, das ist ganz einfach verkehrt. Da ist die Analyse entgleist.

    wenn du selber in anderen posts die konservative grundstimmung im tal beklagst und dann, wenn jemand anders das auch sagst, so reagierst, dann ist dir wieder die analyse entgleist. was um alles in der welt hat das 3uhrnachtsbeispiel hier verloren? wer hat je gesagt, die leute dort seien keiner tiefen menschlichen gefühle fähig?

    du nimmst jetzt einfach etwas persönlich, was überhaupt nicht auf dich zielt. du verteidigst jetzt etwas, was du an einem andern tag selber kritisierst.

    ich kenne das rheintal seit über 50 jahren, und ich kenne es gut, und du weisst das auch. also versuche bitte nicht, mich hier vorzuführen als oberflächlicher Pauschalurteiler!

    ich masse mir an, ein urteil über eine gegend zu fällen, wo ich einfach feststelle, wie stark dort ausgegrenzt wird. ich nehme für mich in anspruch, die politisch-kulturelle grundstimmung dort in groben zügen so zu kennen, dass ich eines weiss: ich möchte dort keinesfalls pubertierender Sohn beispielsweise albanischer Eltern sein!

  21. Bruder Bernhard Says:

    @EDIT: ideologisch? sorry, eines der ganz grossen Probleme ist anerkanntermassen die Zersiedelung des Raumes; wer natürlich selber daran teil hat, sieht das naturgemäss durch eine andersfarbige Brille.

    Zersiedelung: Betonierung und Versiegelung des Bodens, ausufernde Mobilität (auf dem Land wohnen der guten Luft wegen, aber dann doch zackzack an die nächste oder gar übernächste Stadt verkehrsmässig angebunden sein) – das sind die wichtigsten anerkannten Probleme, so anerkannt, dass Radio Suisse Romande diesem Problem sogar eine tägliche Rubrik in den Nachrichten widmet: http://urbanites.rsr.ch/

    ideologisch? Ideologie bedeutet meines Wissens, das man einem Glaubenssystem anhängt und blind ist für die Fakten. ich bin nicht ideologisch.

  22. zappadong Says:

    @BB:

    Zitat: „Ich möchte dort keinesfalls pubertierender Sohn beispielsweise albanischer Eltern sein!“

    Ich auch nicht. Weil sich dieser Pubertierende in einem riesigen Spagat zwischen zwei Kulturen mit total unterschiedlichen und zum Teil unvereinbaren gesellschaftlichen Wertvorstellungen befindet. Daran ist aber nicht das Rheintal schuld.

    Die Zersiedelung des Raums ist ein Problem. Aber den Schuh zieh ich mir im Rheintal nicht alleine an. Zürich beginnt irgendwo nach Ziegelbrücke (von meiner Richtung aus gesehen). Und Städter fahren auch Auto. Und jetten – weil nahe am Flughafen – gleich auch noch frischfröhlich im Flüger in der Welt herum (Klischée 🙂 )

    Dass die Minarette mit den Prügeln nicht direkt etwas zu tun haben, habe ich – glaub ich – mehr als einmal geschrieben. Diese Intiative ist ein Stellvertreterkampf; das ist von den Initianten so gewollt und geplant. Und es ist absolut nicht witzig, sich plötzlich auf der Seite dieser Initianten zu finden.

    Weil ich weiss, dass du nicht alles liest, hier die Kurzzusammenfassung meiner Statements: Mir sind Minarette an und für sich egal (ich finde als Nichtgläubige übrigens Kirchtürme wunderschön, und die Minarette gefallen mir auch). Aber ich bin nicht bereit, einer Minderheit von Muslimen, die gerade über das Leben meines Patenkinds und meiner Schüler hinweggetrampelt sind und dabei auch noch gelacht und „die doofen Schweizer“ verhöhnt haben, im Moment auch nur einen Meter entgegenzukommen. Auch nicht in Form eines Neins zur Minarettinitiative. Erst einmal hätte ich gerne Integrationsbemühungen und vor allem menschlichen Respekt (im positiven Sinn) auch von der anderen Seite. Nicht nur von meiner. Wenn es dann soweit ist, kann man wieder darüber disktuieren. Ein Ja zur Initiative gibt es von mir übrigens auch nicht. Weil du recht hast: Minarette haben mit prügelnden Jungs nichts zu tun. Ich lege leer ein als Ausdruck eines tiefen Missbehagens und einer – wie du richtig erkannt hast – tiefen Verletztheit. Mein leerer Zettel ist der Wunsch nach einer Diskussion, an der beide Seiten teilnehmen und nicht wir Schweizer uns eine schöne Integrationsmassnahme nach der anderen ausdenken.

    PS: Du hast recht. Das Rheintal ist zum Brüllen konservativ und es ist wirklich nicht leicht, hier zu leben. Ich wünschte es mir weltoffener. Weniger ängstlich. Mutiger. Weil ich das Rheintal und seine Leute wirklich mag und halt trotz allem sehr, sehr gerne hier wohne – und meine Wurzeln hier sehr tief in die Rheintaler Erde reichen. Nur, ich empfinde es im Moment so: Weil ausser der SVP niemand die real vorhandenen Ängste hier wahr- und ernstnimmt (unsere Arbeitslosen interessiern im Rest der Schweiz keinen Menschen, unsere Ängste werden ins Lächerliche gezogen, man äussert sich abschätzig über den hohen SVP-Anteil bei uns), suchen sich die Menschen bei der SVP eine politische Heimat. Es ist ein Teufelskreis. Ich fürchte, wir werden einen sehr hohen JA-Anteil haben bei der Minarett-Abstimmung. Was der SVP noch mehr Auftrieb gibt – und die Linken dagegen anhalten lässt. Im schlimmsten Fall mit einer totalen Negierung der realen und oft auch nur subjektiv empfundenen Ängste.

  23. Bruder Bernhard Says:

    @zappadong: ich habe deutlich gesagt: uertner lese ich nicht alles. wieso, habe ich begründet. dich habe ich gelesen. alles.

    du hast mich auch gelesen. ich habe nirgends gesagt, das rheintal müsse sich selber den zersiedelungsschuh anziehen. allerdings ist die zersiedelung dort besonders gross, der drang nach mobilität auch, wenn ich deinen jeweiligen klagen glauben darf 😉

    da du nochmals zusammenfasst, was du schon gesagt hast, haben wir die entgleiste analyse grad ganz schön am schluss deines beitrags. niemand ausser der SVP nehme die realen Aengste wahr und ernst? umgekehrt kannst dir den schuh anziehen: grad die SVP nimmt diese realen Aengste weder wahr noch ernst, sondern sie schlachten sie populistisch aus, und du entgleist analytisch, wenn du das nicht mehr merkst, sondern die jugendprobleme damit verknüpfst, obwohl die jugendprobleme eben grad durch die politik dort draussen geschaffen wurden. ich kann dir sagen, deine drastischen beschreibungen sind sehr erschreckend, und grad wenn man die dafür verantwortlichen benennt, nimmt man sie ernst. bei uns, wo es viel mehr ausländer hat, wo man sich seit jahren auch politisch bemüht, wo es auch eine ausgezeichnete jugendpolitik gibt, tönt die beschreibung des jugendlichen alltags jedenfalls anders…

    und wenn du jetzt sagst, wer nicht auf die verknüpfung von gewalt und minarett eintritt, der treibt der svp grad erst recht die leute zu, dann hat sich grad eine ganze horde katzen argumentarisch in die schwänze gebissen. nein, diese verknüpfung gehört bekämpft, und das tust du ja auch – worüber diskutieren wir hier eigentlich? im grunde sind wir uns einig, aber wir, die wir nicht zappadong sind, treiben der svp die leute zu – äh… nochmals: niemand verniedlicht die jugendlichen gewalttäter. du unterstellst da dinge und bekämpfst sie dann mit zappadongscher verve.

  24. uertner Says:

    @flashfrog

    Ja, es war richtig von Dir, in diesem Thread die Stilfrage zu stellen. Ich habe in den Minarett-thread etwas blindwütig um mich geschlagen, weshalb ich mit einer Zürcher-Klatsch-Geschichte auch einen Bogen in einen grossen „thread“ der facts-Zeit schlug.

    Ich glaube im Namen aller Beizenkunden gehört Dir hier an dieser Stelle ein grosses Dankeschön ausgesprochen für deinen Einsatz und deine unendlichen Nehmer-Fähigkeiten. Die Grenze der „Uerte“ ist nicht der Rhein, sondern die schwäbische Alp. Herzlicher Gruss nach Tübingen!

  25. thinkabout Says:

    Amen.

  26. David Says:

    Da ich einen Kollegen habe, der als Jugendarbeiter aus der (nicht ganz) heilen Welt Winterthur nach Altstätten zog und dort seinen Job nach kurzer Zeit aufgab, kann ich auch ein bisschen mitreden, auch wenn mir die Gegend ansonsten relativ fremd ist.
    Die drängende Frage ist doch tatsächlich: Wie kann es in einer so ländlichen Gegend mit so wenig Ausländeranteil so viele Probleme mit «Jugendlichen mit Migrationshintergrund» geben? Wieso lernen sie dort keinen Respekt oder wieso verlieren sie ihn wieder? Könnte es evtl. weniger mit ihrem Migrationhintergrund und mehr mit der Akzeptanz dieses Migrationshintergrunds in ihrem Umfeld zu tun haben?
    (Natürlich mache ich da wieder Täter zu Opfer. Aber ist soziale Ausgrenzung nicht auch eine Tat?)

  27. zappadong Says:

    @BB: Okay. Falsch formuliert. Bei der SVP FÜHLEN sie sich ernst genommen.

    @David: Ich kenne den Ausländeranteil bei uns nicht. Hast du mir Zahlen?

  28. Bruder Bernhard Says:

    @zappadong – jetzt verstehe ich gar nicht mehr, wohin deine Kritik eigentlich zielt bzw. warum du aus Protest leer einlegst. Du meinst also auch, die SVP nimmt die Leute nicht wirklich ernst? Du findest also auch, dein Ausländerproblem hat mit den Minaretten nichts zu tun? Dann bleib doch sachlich und stimme über die Minarette ab. Vermische nicht auch die Themen, so wie die SVP es ganz bewusst und mit demagogischer Absicht tut.

    Ich lese ja deinen Blog – und bin durch deine Vehemenz hier total überrascht worden. Will heissen: Dein Protest gehörte z.B. dorthin, und nicht in eine Urne. Dann würde man ihn nämlich auch verstehen. So wirst du höchstens missverstanden.

  29. zappadong Says:

    Lieber BB

    SVP: Sie hören den Leuten zu. Sie haben ein wahnsinniges Gespür dafür, was die „kleinen“ Leute bewegt und sie greifen diese Themen auf (das ist etwas, das die Linke schon lange verlernt hat). Dabei denke ich, dass die meisten der SVP-Politiker die Ängste zwar ernst nehmen und auch zum Teil auch selber haben – aber sie instrumentalisieren sie dann nur in grässlichen Kampagnen und verbauen dadurch jeglichen pragmatischen, sachlichen Lösungsansätzen und möglichen Lösungen den Weg. Damit kehrt sich die Sache ins Gegenteil. Aus dem ursprünglichen Ernstnehmen der Ängste wird ein sinnloses Ausschlachten der Ängste. Und das ist dann halt in seiner letzten Konsequenz kein Ernstnehmen. (öhm … kann man mir folgen?)

    Zur Abstimmung: Es geht nicht. Das Geühl schlägt den Verstand. Meine eigentlich recht grosse Toleranz und mein Hang, alles und jedes zu verstehen oder verstehen zu wollen, liegt grad plattgetrampelt auf dem Boden. Ich bin im Moment Meilen entfernt von „sachlich“, sondern an einem Punkt, an dem ich erst einmal ein Entgegenkommen der „anderen Seite“ erwarte.

    Geständnis: All das, was ich die letzten Tage hier geschrieben habe, habe ich mich bis jetzt nicht zu schreiben getraut (deshalb war es bis jetzt kein Thema in meinem Blog). Der Grund? Ich stehe sehr ungern in der rechten, fremdenfeindlichen Ecke. Und da steht man sehr, sehr schnell einmal, wenn man auch nur ansatzweise irgendeine Minderheit zu kritisieren wagt oder auf wunde Punkte hinweist, welche eine Minderheit betreffen.

    Randbemerkung: Erinnert sich jemand an den Aufschrei, als zwei Züricher SP-Vertreter, deren Namen ich leider beide nicht grad auswendig buchstabieren kann, in einem Papier eine härtere Gangart im Jugendstrafgesetz forderten? – Erinnert sich auch jemand daran, wie wenig ernst die beiden genommen wurden und welcher Lächerlichkeit sie ausgesetzt waren im eigenen Lager? Den Mut, mich so zu exponieren hatte ich bis jetzt nie, denn: Ich stand mein Leben lang von ziemlich weit links bis links überall – nur noch nie plötzlich rechts und ganz rechts. Daran muss ich mich erst einmal gewöhnen. Genauso wie an das damit einhergehende Missverstandenwerden und den „Liebesentzug“ von Menschen, die man schätzt und mag (deinen zum Beispiel).

    Und so bin ich als Folge dieser Debatte hier blogtechnisch im Moment gelähmt. Muss in Klausur gehen und mich fragen, wie es mit mir und Mr Doorman weitergeht.

  30. Bruder Bernhard Says:

    @zappadong: Das Ehepaar Jositsch/Galladé war’s, die beiden SPler mit der härteren Gangart. Nun, eine härtere Gangart zu fordern ist noch keine Qualität an sich, kommt drauf an, wie die aussehen soll. Weisst du das noch? Grundsätzlich fällt mir auf, dass es immer gut ankommt, wenn man eine härtere Gangart fordert, das scheint so eine Art bedingter Reflex bei Politikern und Publikum geworden zu sein. Und wenn man dann näher hinschaut sieht man oft, dass man eigentlich nur die geltenden Gesetze anwenden müsste, dass der populäre Ruf nach neuen härteren Gesetzen im Grunde ein populistischer ist.

    Es gibt ganz viele Bereiche, wo die Gesetze nicht angewendet werden, und das hat meistens mit fehlenden Mitteln zu tun; manchmal, allerdings viel seltener, fehlt es am politischen Willen, Unliebsames umzusetzen.

    Auffallend ist z.B. die langjährige Toleranz, die man der Gewalt im und um den Sport aufbringt – weil es politisch eben auch lange ein heisses Eisen war. Jetzt, wo Konsens da ist, wird das Gesetz plötzlich angewendet, Staatsanwälte bei Spielen schon bereit, Gewalttäter unverzüglich anzuklagen.

    Die Begriffe Links und Rechts, übrigens, sagen in Deinem Fall übrigens gar nichts aus. Du bist weder das Eine noch das Andere. Ist ja nicht so schlimm… Ich glaube nicht, dass ich Dich missverstehe. Ich bin einfach mit deinem Bauch nicht einverstanden. Und ich fänd‘ es schade, wenn Du aus einer momentanen Schwierigkeit bei Euch draussen den Kopf verlieren tätest.

    Für den Bauch: Ich empfehle die Bücher von Ivo Andric, vor allem ‚Die Brücke über die Drina‘

  31. Preisträger Marty André « La Triperie Says:

    […] den langen und interessanten Diskussionen in der Beiz 2.0 zu Minaretten, prügelnden Jugendlichen und dem (Un-)Sinn des leer einlegen als Protest freue ich mich ganz einfach. Und zwar über den […]

  32. uertner Says:

    @BB
    Hehe, sooooo lang? Jositsch und Gallade sind kein „Ehepaar“. Seit kurzem sind sie ein Konkubinat. Als sie ihre SVP-Thesen vertraten, war Jositsch (laut Wahlunterlagen) verheiratet. Derzeit ist sein Privatleben geheim. Allerdings war Jositsch/Gallade nicht nur ein Thesenpapier, sondern auch ein aussereheliches „Gschleik“. Dass Jositsch auch Offizier der Militärjustiz ist, erfuhren seine staunenden SP-Wähler erst, nachdem er ein „Puff“ mit seiner Dienstwaffe hatte, aber da war der Medienstar und Panaschierkönig auch schon im Nationalrat. Jositsch ist je nach Bedarf: Ostjude, saufender katholischer Student, „Law&Order-Brüller“, (SP-)Frauenversteher, Armeeabschaffer, Offizier, Armeebefürworter, Feind der (Balkan-)Raser, Ausländerversteher. Kurzum: ein Prinzipienloser Populist.

  33. flashfrog Says:

    >> worüber diskutieren wir hier eigentlich? im grunde sind wir uns einig,

    @BB: Guter Punkt, den sollten wir festhalten.

    @BB
    >> Für den Bauch: Ich empfehle die Bücher von Ivo Andric, vor allem ‘Die Brücke über die Drina’

    Die Empfehlung kann ich unterschreiben. Auch für den Kopf.

    @uertner: Danke für die Blümchen.
    Und danke dir, dass du das Thema ins Rollen gebracht hast.
    Manchmal steigerst du dich allerdings einfach wahnsinnig in eine Sache hinein und dann merkst du vielleicht selber gar nicht, wie rabiat und hitzköpfig du dich gebärdest.
    Du könntest deine Chancen, gelesen zu werden und Leser zu überzeugen erheblich steigern, wenn du weniger polemisieren und provozieren würdest.
    Siehe dein letztes Posting: Herrn Jositschs Intimleben hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Thema dieses Threads zu tun.

    @zappadong: Niemand schiebt dich hier in die rechte Ecke. Ich glaube, Bruder Bernhard kennt dich gut genug, um zu wissen, wo du stehst (vielleicht sogar besser als du selbst im Moment. 🙂 ) Wie gesagt, ich habe grossen Respekt für die Hartnäckigkeit, mit der du deine neutrale Position verteidigst. und wahnsinnig grossen Respekt für deine öffentliche Selbstkritik.

  34. @bugsierer Says:

    ein glas edelzwicker jemand?

  35. @bugsierer Says:

    warum wird denn hier moderiert?

  36. flashfrog Says:

    @@bugsierer: Den ersten Kommentar eines neuen Users schiebt WordPress automatisch erstmal in die Mod-Schlaufe, bis der neue Kommentator eine Probeflasche spendiert hat. 😉

  37. David Says:

    @uertner: Lieber ein prinzipienloser Populist als ein calvinistischer Demagoge (du bist ja hart im Nehmen, oder?).

  38. Titus Says:

    @ Bugsierer
    Nach so viel Text und so vielen Kommentaren hätte ich gerne ein Glas…

    @ flashfrog
    Guter, schlüssiger Beitrag zum Thema Jugendgewalt mit logischen Argumenten. Die damit verfolgte Absicht, dass daran nicht Minarette oder der Islam schuld sind, hast Du erreicht.

    Schade finde ich hingegen, dass dieses wichtige Thema Jugendgewalt (welche auch von einigen Schweizern wie auch von Ausländern ohne muslemischen Hintergrund verübt wird) nicht zum eigentlichen Thema gemacht wird. Das könnte man vielleicht auch noch einmal separat vertiefen, denn ähnlich wie der Islam in der Schweiz wissen wir über Jugendgewalt (Hintergründe, Motive etc.) relativ wenig (wir hören immer nur davon).

    @ Claudio Zanetti
    Zitat: «Das heisst aber nicht, dass die Behauptung, es gäbe ein Problem mit jungen Muslimen, die sich nicht integrieren wollen, an den Haaren herbeigezogen ist.»

    Wären die jungen Muslime keine Muslime, sondern Christen, würde dann die Integration besser verlaufen? Oder andersrum und etwas bildlich gesprochen: Können wir erwarten, dass eine Birne in ein Apfelgefäss passt? Und falls nicht, was ist anzupassen?

    @ BB/Uertner/…
    Ihr meint nicht vielleicht eher das Positionspapier der beiden Grünen Bastien Girod und Yvonne Gilli, wonach die Einwanderung zu stoppen sei?

    @ Frau Zappadong
    Von der politischen Linken anzunehmen, die politische Rechte hätte kein soziales Gewissen ist ebenso falsch wie umgekehrt anzunehmen, die Linke wäre nicht stolz auf die Schweiz und ihre Errungenschaften.

    Das heisst, in uns allen steckt etwas «Linkes» und etwas «Rechtes», nur gewichten wir das Eine von beidem stärker und schweigen das Andere häufig tot (merke: «häufig», also nicht immer, ich pauschalisiere also nicht 😉 ).

    Meiner Ansicht nach ist das ein Grundübel unserer Politik. Jede Partei ignoriert gewisse Themen und Probleme oder gibt ihnen zu wenig Gewicht.

    Du brauchst Dich deshalb nicht zu schämen, wenn «rechte» Gedanken aufkommen. Für mich ist das vielmehr Anlass zu fragen, was denn auf der linken Seite schief läuft, dass ich plötzlich «rechts» denke.

  39. Bruder Bernhard Says:

    @titus: girod will weniger einwanderung, damit hier weniger umweltbelaster leben, auf dass wir einheimischen fröhlich weiter mehrere planete verbrauchen können. jositsch galladé hingegen profilieren sich über das strafrecht, z.b. hier:
    http://www.chantal-gallade.ch/app_icc/xt_obj_document.asp?oid=10001&cid=8570&cmd=FETCH&err=0&

    schade, können sie acrobat noch nicht richtig bedienen 🙂

  40. uertner Says:

    @Titus
    Jeder muss mit den Aussagen leben, die er gemacht hat. Auch mit Ihren Anwürfen kann ich gut leben. Ich bin enttäuschter Jositsch-Wähler (panaschiert und kumuliert). Ich habe mich von einem Anti-Frauen-Reflex leiten lassen und gedacht: endlich wieder ein machtbewusster, kompetenter SP-Mann. Nach der Wahl wurde das Ausmass seines Opportunismus erst vollständig in der Öffentlichkeit sichtbar (in der SVP-Presse viel der Begriff schon vor den Wahlen, aber auf SVP-Presse gebe ich gewöhnlich nichts, ich lese sie seither aufmerksamer). Jositsch und Wermuth sind die Gesichter der verzweifelten SP: Demagogen, Polarisierer, Populisten.
    Ich kann nicht Blocher als Bundesrat kritisieren und dann dasselbe in „rot“ einfach dumpfdoof billigen und durchwinken.

    http://www.woz.ch/artikel/2007/nr47/schweiz/15682.html

  41. uertner Says:

    @David,
    oberer Kommentar betraf eigentlich Dich.

    @Titus
    Persönlich finde ich den Bastien Girod mutig, leider hat er die Sache etwas zu mediengeil aufgezogen. Aber ich fürchte er wird seine Gründe gehabt haben. Unter dem Obermufti Joe Lang wäre die Idee in einer Schublade vermodert. Mit eigenen Augen sehe ich täglich, wie der Dichtestress in der Agglo-Zürich, zu der nun auch das Zürcher Oberland gehört, zunimmt. Gerade eine Partei, die auf „Nachhaltigkeit“ setzt, muss das Thematisieren. Im übrigen haben sich SVP und Grüne stets berührt: beide wollten 1992 nicht nach Europa (aus letztlich ähnlichen Gründen). Einer meiner Grossonkel war von Hitler begeistert, nach dem Ende des 3. Reiches wurde er fanatischer Umweltschützer und WWF-Mitglied. Die Dinge sind immer komplexer als der Stammtisch meint. Man muss seine wohlfeilen Pappkameraden immer hinterfragen.

  42. Titus Says:

    @ Uertner
    Ahh, das mit Jositsch ging gar nicht mich an. Konnte es anfänglich nicht einreihen, jetzt ist’s aber klar.

    Zu Bastien Girod: Wenn ich mich richtig erinnere, titelte der Blick online etwas von «Tabubruch». In einer Zeit, wo jedes Medium um sein Publikum kämpft, kann ich praktisch nicht mehr beurteilen, wem die fetten Zeilen zu verdanken sind: Der Politiker, der bewusst und «mediengerecht» provoziert oder das Medium…

  43. Bruder Bernhard Says:

    Girod ist bestimmt der mediengewandteste Grüne und wird genau gewusst haben, wem er seine neue Idee wie stecken muss, damit sie möglichst breitenwirksam einschlägt. Das ist geglückt. Allerdings schlägt er etwas vor, was uns einer Lösung keinen Deut näher rückt. Dass @uertner nun wähnt, der Pendler aus der Region würden durch eine Begrenzung der Einwanderung aus ökologischen Gründen weniger, zeigt allerdings die Wirksamkeit populistischer Schnellschüsseja . Denn Pendler sind die, die sich den Auszug aus der Stadt leisten können. Und das sind vor allem besser gestellte, also kaum jene, denen der Einlass nun verwehrt werden sollte.

    Der Vorschlag nützt nur Girods Karriere. Und das weiss er auch. Peinlich.

  44. Claudio Zanetti Says:

    Lieber Titus, Du lebst offensichtlich nach der Devise, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Es ist nun einmal so, dass sich jugendliche Muslime schwerer tun mit der Integration als ihre Altersgenossen, die aus anderen Kulturkreisen kommen – und auch schwerer als ihre Schwestern.

    Da gewisse Schöngeister alleine schon den Gedanken, dass dem so sein könnte, für ketzerisch halten, hat man beispielseweise in Frankreich nur schon das Erfassen von statistisch verwertbarem Zahlenmaterial untersagt. Mittlerweile sind die Missstände allerdings so gross, dass sich die Ursachen nicht mehr wegdiskutieren lassen. Auch wenn Betonköpfe, denen Du dich offensichtlich geistig verbunden fühlst, diese Fakten zu verdrängen versuchen, bleiben Fakten Fakten.

    Die Wahrheit nicht wahrhaben zu wollen, mag ja noch angehen. Unerträglich wird es jedoch, wenn Du und Deine linken Freunde versuchen, Andersdenkende zu moralischen Unpersonen zu machen, indem Ihr beispielsweise insinuiert, die Kritik an den von Euch zu verantwortenden Zuständen laufe darauf hinaus, den Islam und Muslime gesamthaft als minderwertig hinzustellen. Das ist intellektuell im höchsten Masse unredlich. Gebt lieber zu, dass Euer „Mulitkulti-Konzept“ grandios gescheitert ist. Damit wäre die Basis für einen konstruktiven Dialog zur Lösung der anstehenden Probleme gelegt.

  45. Titus Says:

    @ Claudio Zanetti
    Warum habe ich nur den Eindruck, dass Du die Dinge nicht beim Namen nennen willst und eigentlich die Jugendlichen aus dem Balkan meinst? Oder liege ich falsch?

  46. zappadong Says:

    @ bugsierer: Ja, ein Gläschen hätte ich gerne.

    @ titus: Was auf der linken Seite schief läuft, wäre eine sehr spannende Diskussion, wenn man sie denn mit den Linken führen könnte … Ich tue das übrigens häufiger mit „meiner“ Hilde Fässler; ist immer spannend, weil sie sehr offen in solche Gespräche geht und nicht gleich abblockt, wenn wir auf Themen kommen, die „weh“ tun.

    Ich habe übrigens Herrn Zappadong zu Tode erschreckt mit meinem Nicht-Nein. Einigermassen erleichtert hat er dann das Nicht-Ja zur Kenntnis genommen, wir haben die Beiz-Diskussion ins Zappadong-Wohnzimmer verlegt und weil er mich seit einer Ewigkeit kennt, verstand er sogar, was ich ihm zu erklären versuchte 🙂

    @ flashfrog: Das Thema Jugendgewalt ist definitv eine Diskussion wert. Wir können dann auch gleich die Ausschreitungen nach Fussball- und Hockeyspielen dazunehmen (da hauen auch und wenn ich mich nicht irre sogar mehrheitlich ganz viele Schweizer mit).

  47. flashfrog Says:

    Zum Nachlesen über Albanien – Bevölkerung, ethnische Minderheiten und Religionen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Albanien#Bev.C3.B6lkerung
    http://de.wikipedia.org/wiki/Albanien#Religion

    „Laut der 1998 angenommenen Verfassung betrachtet sich der Staat Albanien heute als „laizistische Republik“.
    Die Kommunisten hatten von 1968 bis 1990 Albanien zum atheistischen Staat erklärt und jegliche Religionsausübung verboten. Nach wie vor hat die Mehrheit der Albaner kein offizielles Bekenntnis abgelegt. Sie erinnern sich aber, ob die eigene Familie der muslimischen, der orthodoxen oder katholischen Tradition entstammt. So zählen sich ungefähr 40 % der Albaner zu den Sunniten, 20 % zu den Bektaschi, weitere 20 % zu den orthodoxen Christen und etwa 10 % zu den Katholiken. Die restlichen 10 % bezeichnen sich als Atheisten oder gehören anderen Religionen – insbesondere christlichen Freikirchen – an. (…)
    Lässt man die Bekenntnislosen außer acht, haben sich die Verhältnisse zu Gunsten der Christen und besonders der westlichen Kirchen verschoben. Einerseits haben gerade unter den Katholiken relativ viele auch in der Zeit der kommunistischen Verfolgung an ihrem Glauben festgehalten, so dass es der katholischen Kirche nach 1990 mit italienischer Hilfe leichter fiel, sich zu reorganisieren. Andererseits wählten viele das Christentum, weil es kulturell mit dem Westen verbunden ist. So hat nicht nur die katholische Kirche Zuwachs, sondern auch die im Land aktiven protestantischen Kirchen und Glaubensgemeinschaften verzeichnen zahlreiche Eintritte. Andererseits hat auch die albanisch-orthodoxe Kirche seit 1991 besonders durch die Arbeit von Erzbischof Anastasios Yannoulatos einen ungeahnten Zulauf. Weniger dynamisch war die Entwicklung des Islam. Zwar kam viel Unterstützung aus Arabien, und es wurden zahlreiche Moscheen errichtet, die strenge wahabitische Ausrichtung der arabischen Helfer stieß bei den Albanern aber auf wenig Resonanz, gleiches gilt für die Missionierungsversuche schiitischer Mullahs aus dem Iran.
    Wie schon in den Zeiten vor dem Religionsverbot ist die gegenseitige Akzeptanz und Toleranz unter den Anhängern der alteingesessenen Religionen sehr hoch. Zum Teil werden religiöse Feste gemeinsam gefeiert und auch religiöse Stätten anderer Gemeinschaften aufgesucht. Ehen zwischen Christen und Muslimen waren schon zu Zeiten des Sozialismus für beide Seiten kein Problem und sind in Albanien immer noch an der Tagesordnung.“

  48. Bruder Bernhard Says:

    @flashfrog: danke sehr, wikipedia habe ich noch gar nicht gekannt. bitte bei gelegenheit gerne mehr davon.

  49. zappadong Says:

    Nachdem mich das Thema die letzten paar Wochen umgetrieben hat und ich mich mit verschiedensten Leuten unterhalten habe, hier ein möglicher Ansatz:

    – frühe Prävention (im Vorschulalter)
    – keine Prävention ohne Einbezug der Eltern (das finde ich besonders bei Kindern mit Eltern aus einem Kulturkreis mit ganz anderen Werten wichtig)
    – Familien / Lehrkräfte in schwierigen Situationen begleiten
    – Elternkurse (zu denen man Eltern auch verpflichen darf)
    – Elterngespräche (zu denen man Eltern verpflichten darf)
    – Besprechen von möglichen Massnahmen, aber auch von möglichen Konsequenzen
    – offene Gespräche ohne Tabuzonen

    Nicht gerade spektakulär, ich weiss. Ich weiss aber auch, dass es zum Beispiel in Zappadong-Hausen Ideen und Ansätze zu einer Integration gibt, bei der Kinder UND ihre Eltern mit einbezogen sind.

    Und einmal mehr erwähne ich unser „Bahnhofspaten“ – die mit den Jugendlichen reden und mit ihnen eine Beziehung aufbauen. Wie ich gehört habe, muss da viel weniger den Jungen irgendwelche Vorschriften gemacht werden, sondern ehrer ab und zu ein „älteres Semester“ ermahnt werden, seine blöden Sprüche in Richtung Jugend zu unterlassen …

  50. Gerhard Sonders Says:

    Die kleine, aber feine Initiative BOYS4PEACE (es gibt eine Webseite und ein Buch dazu) fokussiert auf die Zusammenhänge zwischen Gewalt und falsch verstandenen Männlichkeitsidealen.
    Ich habe mit dem Konzept in mehreren Schulklassen tolle Diskussionen auslösen können!

    LG G.Sonders

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: