Die Aussenministerin zum Calvin-Jahr

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Da ich in der Beiz schon verschiedentlich zum Calvinjahr und zur Frage der Besinnung auf die Transzendenz in der Eidgenossenschaft, sowie der Frage der Verwendung von Symbolen im Kampf der Kulturen gebloggt habe, möchte ich hier es nicht versäumen, auf das Referat von Frau Bundesrätin Calmy Rey zum Abschluss des Calvin-Jahres hinzuweisen, das von der NZZ in verdankenswerter Weise wenigstens in der Schlusspassage der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Zu den Gedanken der Aussenministerin möchte ich nur folgendes beifügen. Die Bundesrätin gibt bekannt, dass wir uns – wie auch Calvin – in einer Epoche des Übergangs befinden. Die Aussenministerin nimmt dabei Bezug auf eine Teleologie, die sie aber nicht ausweist. Sie attestiert Calvin für Genf ein gültiges Modell „für seine Zeit“ geschaffen zu haben, aber sie lehnt es ab, die Gültigkeit dieses Modells für die Gegenwart gelten zu lassen. Die Argumentation ist die mit der „Zeit“ und dem Durchbruch auf einen „Telos“ der Geschichte.

In diesen beiden Prämissen kann ich der Bundesrätin nicht folgen. Wer ein Volk regiert, muss sein Handeln am Ergebnis messen lassen und nicht an den Intentionen. Frau Calmy Rey hat keine Theorie dieser Gesellschaft, auf die hin sich die jetzt bestehende hin „vervollkommnen“ soll. Es ist der übliche Reflex des teleologischen Sozialismus. Ohne das Ziel zu benennen lädt uns die Frau Aussenministerin dazu ein, einen Schritt ins Leere, ins Ungewisse und Ungeprüfte zu tun. Dies halte ich für gefährlich. Im übrigen empfehle ich den Artikel ob seiner gerechten Einschätzung des Wirken Calvins zur Lektüre. Er zeigt, wie der Calvinismus ein wirksames Mittel gegen Turbokapitalismus und soziale Ungerechtigkeit beinhaltet und offensichtlich auch zu mutigen (vielleicht allzumutigen und leichtfertigen) Schritten in die Zukunft zu führen vermag.

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9 Antworten to “Die Aussenministerin zum Calvin-Jahr”

  1. Diana Says:

    >>aber sie lehnt es ab, die Gültigkeit dieses Modells für die Gegenwart gelten zu lassen.

    Nuja, der CO2 Ausstoss, den so ein Scheiterhaufen verursacht, ich meine in Zeiten des Klimawandels…

  2. uertner Says:

    @Diana
    *grins* Jede und jeder beteiltigt sich auf der höhe seines Niveaus an threads. Wir sind ja nicht alles Bundesräte *grins“

  3. sayadin Says:

    Die ganze Reformation war ein grauenhafter Prozess. Für mich sind die Reformatoren nicht viel besser als die Taliban. Und zum Teil haben sie sich auch wie Taliban benommen, vor allem Calvin. Und Leute die ein Tourettsyndrom haben sollten keine Religionen gründen.
    Schönen Tag noch.
    Holger Rösler

  4. uertner Says:

    Nun vielleicht hilft eine Beratung bei Holger Rösler. Keine Kirchensteuer nötig es wird im Minutentakt abgerechnet 😉
    http://www.questico.de/berater/medium-channeling/holger-roesler/content.do?listing_no=2002754

  5. sayadin Says:

    Geld ist der Schlüssel der in jedes Schloss passt. Die Frage ist nur ob man für sein Geld den richtigen Gegenwert bekommt. Kirchen verkaufen im Grunde Versicherungspolicen. Einzulösen nach dem Tod. Ausserdem muss man sich auch noch an ihre Regeln halten, sonst ist die Police ja nicht gültig. Ein geniales Geschäftsmodell. Keiner kann nachprüfen ob die Police wirklich ausgezahlt wird. Anderslautende Behauptungen kommen aus zweifelhaften Quellen. Bei einem Wahrsager kann man jederzeit auflegen. Die Kontrolle liegt beim Kunden.

  6. sayadin Says:

    Sorry, tut mir leid das ich so giftig bin, aber ich finde das Religionen genug Schaden angerichtet haben. Um so weniger Menschen auf die Worte religiöser oder idiologischer Führer hören um so angenehmer wird die Welt.

  7. uertner Says:

    Lieber Sayadin. Bei allem Verständnis für die ausbleibenden Anrufe auf deiner Tarot-Hotline: Wenn mir ein Teil der Bibel immer sehr gefallen hat, dann der, wo der liebe Heiland die Händler und Wechsler aus dem Tempel wirft. Wir sind hier sowas von vergiftet unkommerziell … 😉 Du verstehst mich hoffentlich.

  8. sayadin Says:

    Nein, keine Ahnung, mit Zweideutigkeiten kann ich nur dann was anfangen wenn sie eindeutig sind.

    Auf meine Frauen bin ich nicht sauer. Ich hasse die Lügen von Männern. Und wenn sie bei mir anrufen dann drehen wir den Spieß um. Das gibt mir ein gewisses Gefühl der Befriedigung wenn die Frau nach dem Sex den Kerl unschuldig anschaut und fragt: „Wann ziehen wir denn zusammen und wann heiraten wir.“ Und wenn er dann das Falsche sagt fliegt er.

    Warum Jesus die Tische der Wechsler umgeschmissen hat geht mich nichts an, er wird seine Gründe gehabt haben.

  9. Kevin Says:

    ist das noch am leben?

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