Archive for Februar 2010

TV-Grossphilosoph Sloterdijk führt die Inkopetenz der Tamedia vor

Februar 14, 2010

Im vergangenen Januar sprach der Grossdeutsche TV-Philosoph von den Brettern des weltberühmten Zürichers Schiffbaus vor einem erlesenen Publikum auf Einladung des Medienkonzerns Tamedia („content for people“). Dabei leistete sich der deutsche Pfundsliterat einen Lapsus, den kein Redaktor oder auch nur Korrektor der Tamedia auffangen konnte. Zur 1650-Zeichen-Kolumne durch klick auf Bild.

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Lexikon zur zeitgenössischen Kunst von Com&Com

Februar 11, 2010

Und wo wir grad ein bisschen bei Werbung in eigener Sache sind: Manchmal wundert man sich ja, wie man in ein Buch gerät. In ein Kunstlexikon noch dazu.
Das kam so: Beim Blogcamp Zürich lernte ich einen Typen kennen, der gerade seine ersten Schritte in die Blogwelt wagte, so wie unsere Beiz im Jahr zuvor. Dieser nette Mensch opferte seine Mittagspause für mich, weil ich durch einen fiesen Bänderriss auf Krücken unterwegs und gehandicapt war und erzählte mir bei der Gelegenheit von einem Projekt namens Postirony. Das ich wiederum so spannend fand, dass ich eine Weile später was darüber bloggte.
Und nun gibt es also ein Buch, ein Kunstlexikon genauer gesagt, und die Beiz steht da drin und der uertner und ich als Autoren bzw. Redaktorin/Lektorin.
Aber wer den Thread gelesen hat und Com&Com kennt, der wird möglicherweise den Verdacht hegen, dass das kein gewöhnliches Kunstlexikon sein kann.
Stimmt.
Im ersten Teil des „Lexikons zur zeitgenössischen Kunst von Com&Com“ sind 220 Artikel zu Begriffen versammelt, die in der zeitgenössischen Kunst eine zentrale Rolle spielen – von Adbusting und Authentizität über Globalisierung, Identität, Inszenierung, Kollaboration, Kunstbetrieb, Manipulation, Marketing, Öffentlicher Raum, Partizipation, Provokation, Social Media, Spiel und Sponsoring, bis Zukunft und Zweifel. Verfasst wurden diese Artikel von 160 Autoren, aber keineswegs nur Kunstwissenschaftler und Fachexperten, wie man es von einem klassischen Lexikon erwarten würde. So kommen neben Kunsthistorikern auch Philosophen, Soziologen, Juristen, Marketingexperten, Journalisten, Blogger, Politiker, Historiker, Biologen, Pädagogen, Psychologen, Unternehmer, Künstler, Musiker und viele mehr zu Wort. Das führt zu – auch für die Redaktorin – überraschenden Verknüpfungen und vor allem auch zu überraschend erfrischenden Statements zu aktuellen Themen und Aspekten der zeitgenössischen Kunst. Die multiplen Verlinkungen der Artikel untereinander laden ein zum „surfen“ im Buch und so entsteht ein vielstimmiges Bild. Gerade diese Erweiterung des Kunstdiskurses in Richtung Soziologie, Wirtschaft, Pop und Alltag ist ja auch charakteristisch für die gegenwärtigen Tendenzen in der Kunst. Und deshalb, denke ich, ist das Buch auch nicht nur für Kunstfreeks interessant, sondern für alle, die sich für die aktuellen Entwicklungen und Diskurse in verschiedensten kulturellen Bereichen zu Beginn des 21. Jahrhunderts interessieren. Passt also recht gut in unser Beiz-Bücherregal. 🙂

Zweitens ist die Publikation ein umfassender Ausstellungs- und Oeuvrekatalog des Künstlerduos Com&Com (Marcus Gossolt / Johannes M. Hedinger), das seit 14 Jahren zusammenarbeitet, und dessen Werk bei der Retrospektive „La réalité dépasse la fiction“ im Kunsthaus CentrePasquArt in Biel/Bienne (CH) aktuell erstmals umfassend zu sehen ist. Am 21.2. gibt es die Buchvernissage in Biel und eine exklusive Führung durch die Ausstellung, und die Beizer sind herzlich dazu eingeladen!

Lexikon zur zeitgenössischen Kunst von Com&Com

Mit Essays, Artikeln und Zitaten von:
Jamila Adeli, Silke Andris, Anne-Kathrin Auel, Dirk Baecker, Barbara Basting, Christian Bauer, Thomas Bauer, Clemens Bellut, Timon Beyes, Tobia Bezzola, Daniel Binswanger, Elke Bippus, Bernhard Bischoff, Konrad Bitterli, Christoph Blase, Frank Böckelmann, Alexander Böckli, Frank Bodin, Matthias Böttger, Elisabeth Bronfen, Georg Brunold, Hannelore Bublitz, Sabeth Buchmann, Kathleen Bühler, Vera Bühlmann, Nicole Antoinette Büttner, Lucius Burckhardt, Com&Com, Paul Davies, Gilles Deleuze / Félix Guattari, Christian Demand, Dolores Denaro, Denis Diderot, Diedrich Diederichsen, Gregor Does, Piroschka Dossi, Tim Dührkoop, Heike Eipelhauer, Harald Falckenberg, Thomas Feuerstein, Anselm Franke, Anne Marie Freybourg, Thomas Friemel, Sven Gächter, Giorgio Vittorio Girardet, Bruno Glaus, Marcy Goldberg, Andreas Göldi, Christoph Görg, Marcus Gossolt, Simon Grand, Walter Grasskamp, Peter Gross, Boris Groys, Thomas Grüebler, Peter Hanke, Jürgen Häusler, Vinzenz Hediger, Johannes M. Hedinger, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Elke Heidenreich, Wolfhart Henckmann, Matthias Henkel, Adrian Heuberger, Caspar Hirschi, Medea Hoch, Jens Hoffmann, Joan Jonas, Peter Hogenkamp, Tom Holert, Hanna Hölling, Anaïs Hostettler, Kornelia Imesch, Theres Inauen, Helga Isak, Harald Kimpel, Udo Kittelmann, Stefan Klein, Pius Knüsel, Antje Kraus, Karl Kraus, Sophie-Therese Krempl, Verena Krieger, Tom Kummer, Dominique Lämmli, Philipp Lämmlin, Markus Landert, Astrid Lange, Remo H. Largo, Aldo Legnaro, Anna Lehninger, Helga Leiprecht, Anton Leist, Thomas Lemke, Silvia Ricci Lempen, Claude Lévi-Strauss, Franz Liebl, Holger Liebs, Konrad Paul Liessmann, Konrad Lotter, Wolf Lotter, Karl Marx, Philipp Meier, Malte Mertz, Torsten Meyer, Yana Milev, Irene Müller, Sighard Neckel, Kathrin Neuburger, Adrian Notz, Novalis, Barack Obama, Sibylle Omlin, Karl-Josef Pazzini, Joachim Penzel, Herbert Pfortmüller, Tina Piazzi, Karl Heinz Pichler, Sebastian Plönges, Jeannette Polin, Diana Porr, Ulf Poschardt, Hanno Rauterberg, Hans Ullrich Reck, Thomas Reinhard, Suzann-Viola Renninger, Christian Rentsch, Hans Peter Riegel, Theresa Riess, Stefan Römer, Lea Salis, Sabine Schaschl, Steven Schepurek, Imanuel Schipper, Camille Schlosser, Enno Schmidt, Steffen Schmidt, Ansgar Schnurr, Birte Carolin Sebastian, Heribert Seifert, Richard Sennett, Bernadett Settele, Stefan Seydel, David Signer, Manuel Stagars, Res Strehle, Bettina Steinbrügge, Peter Studer, Wey-Han Tan, Karin Thomas, Oliviero Toscani, Wolfgang Ullrich, André Utzinger, Friedrich von Borries, Petra von Gerr, Roger Walch, Klaus Wassermann, Petra Wegener, Birk Weiberg, Jeannette Weiss, Thomas Wimmer, Gereon Wulftange, Thomas Zacharias, Jörg Reinhard Zielinski, Slavoj Zizek.

628 Seiten, 1512 farbige Abbildungen, 54 schwarzweiss Abbildungen
17 x 23 cm, Hardcover, Leinen, deutsch
Euro (D) 42.-, CHF 68.-
ISBN 978-3-7212-0-734-7
Niggli Verlag Sulgen/Zürich
http://www.niggli.ch/buecher/items.php?cat=5

Erscheinungsdatum: 21.2.2010

Die 200 besten Websites der Schweiz

Februar 11, 2010

Und noch was Ausgezeichnetes: Laut dem Magazin anthrazit gehören Thinkabout und die Blogwiese zu den „200 besten Websites der Schweiz 2010“, die „mit ihrem Internetauftritt sowohl die anthrazit-User als auch die Experten überzeugt haben“. Glückwunsch euch beiden dazu!

MacZürich und Jens Wiese: zwei Beizer im Tagi

Februar 7, 2010

Unter den Erfolgen der hier in der Beiz bloggenden – eine kleine Übersicht über das vergangene Jahr müsste noch erstellt werden – darf besonders der Medienauftritt von „MacZürich“ gewertet werden. Der „Tages-Anzeiger“ versucht seine wegbröckelnde Abonenntenschaft (vielen ist das reflexartige SVP-Bashing verleidet) durch aus dem „Grossen Kanton“ zuwandernde Neuabonnenten zu festigen. Auf sechs Seiten wurden „die Deutschen“ als Menschen dargestellt. Und tatsächlich, um diese These zu belegen, hat die Tagi-Redaktion einen guten Griff getan.

http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Der-Deutsche-ein-Mensch/story/11288503

Steuer-CD – kaufen oder bleiben lassen?

Februar 2, 2010

2,5 Millionen investieren und 100 Millionen zurückbekommen. Das wäre eine gute Investition für einen finanzkrisengebeutelten Staat. Und Steuerhinterziehung ist in Deutschland eindeutig ein Kriminaldelikt. Geschädigt würde durch den Kauf auch eigentlich niemand, ausser den kriminellen Hinterziehern, die man eh auch nur dann verfolgen wird, wenn es sich wirklich um sehr grosse Fische handelt, der Kleinkram, also wenn da jemand 50 000 Euro über die Grenze geschmuggelt hat, würde den Verwaltungsaufwand ja gar nicht lohnen.

Allerdnigs ist es eine juristische und moralische Frage: Muss der Staat nicht Vorbild sein? Darf der selber mit Krininellen, die illegal Daten kopieren, Geschäfte machen? Und was wiegt schwerer, die Tat des Kopierers oder die Taten der 1500 Steuerbetrüger?
Und wessen Interessen stehen hier zur Disposition? Die Süddeutsche hegt den Verdacht, die FDP und auch Teile der CDU/CSU wollten ihr Wahl-Klientel der Reichen und Steuermüden nicht vergrätzen, indem man jetzt echt gegen solche Leute vorgeht. Lesenswert: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/520/501772/text/

Aber wieso sollte der Ottonormalbürger in Deutschland sich eigentlich brav an die (Steuer-)Gesetze halten, wenn der Staat selber seine eigenen Gesetze bricht, wenn ihm das gewinnversprechender erscheint?

Und könnte so ein Dilemma nicht ganz einfach verhindert werden, wenn die Schweiz in solchen Fällen dem Nachbarn ein bisschen Amtshilfe leistet, so wie der gute Herr Steinbrück das auf seine charmante Art angeregt hatte?

Viel Stoff für brisante Diskussionen…

Btw. und bevor sich nun wieder alle auf die bösen Deutschen stürzen: Ist der Verkäufer der CD eigentlich ein Schweizer? 🙂

Mehr Meinungen bei Thinkabout und Ronnie Grob.