Duftender Niedergang des Abendlandes

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Folgenden Ausschnitt haben wir im News-Netz der Tamedia im Artikel

„Warum chinesische Mütter besser sind“

gefunden:

„Sei (sic!) dürfen erst dann das Klavier verlassen, um ein Glas Wasser zu trinken, wenn sie eine heikle Passage perfekt beherrschen. A propos üben: Die ersten halbe Stunde ist nur zum Warmlaufen, unter vier Stunden läuft gar nichts – pro Tag wohlverstanden. iPhones und ähnliche Geräte? Vergessen Sie es. Amy Chua hat einer Tochter sogar gedroht, ihr Plüschtier zu verbrennen, wenn sie nicht diszipliniert genug arbeitet. Wenn (sic!) wundert es also, dass asiatische Kinder in der Schule brillieren und überproportional an amerikanischen Elite-Universitäten vertreten sind?“

Ich zähle zwei Fehler. Es ist aber eine grosse Erleichterung aus denselben Redaktionsräumen zu erfahren, dass die Feminisierung des Online-Journalismus in Siebenmeilenstiefeln voranschreitet. So rapportiert Mamabloggerin Michèle Binswanger via iPhone von der Arbeit ihren FB-Freunden:

„stellt fest: je mehr Frauen bei Newsnetz arbeiten, desto besser riecht es im Büro.“

Der geneigte Leser schliesst daraus: Newsnetzlerinnen müssen nicht die Fehler ausmerzen, bevor sie das Eau de Cologne  erneuern! Bleibt die Frage, ob in der Tagesschule – wo der Nachwuchs dieser journalistischen Leuchttürme versorgt wird – auch jemand zu vier Stunden Instrumentenspiel anhält, oder ob die Kids gerade den Papa-Tag am Game-Boy geniessen. Wie auch immer: Wir blicken dem Untergang des Abendlandes wohlparfümiert entgegen.

PS: Verfasser des Artikels ist natürlich keine Online-Journalistin sondern ein solides Urgestein: Philipp Löpfe … hmm beunruhigend

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4 Antworten to “Duftender Niedergang des Abendlandes”

  1. flashfrog Says:

    >>Ich zähle zwei Fehler.

    Ich zähle 3.
    Den logischen „Anschlussfehler“ deinerseits: „Warum chinesische Mütter besser sind – Sie dürfen erst dann das Klavier verlassen….“ mal nicht mitgerechnet. 😉
    Aber welcher (hoffentlich wohlriechende) Hausmann hat schon Zeit, sich um solche Kleinigkeiten wie logische Zusammenhänge in seinem Geschreibsel zu kümmern?

  2. uertner Says:

    Solange es noch Rechner in der Uni Tübingen gibt, von denen aus Kommentare auf solchen Quark im Dienste der Aufklärung und Wissenschaft kommen: immer. 😉

  3. flashfrog Says:

    Das jahrelange Klavierüben hat bei mir übrigens nicht viel bewirkt, ausser einer Aversion gegen Klavierüben. So ungefähr mit 15 habe ich festgestellt, dass ich besser fahre, wenn ich mich auf meine Songtexte konzentriere und die Melodien zu den Songs einfach weglasse.

  4. Claudio Zanetti Says:

    Es läuft hier nicht mehr viel. Warum kommt Ihr nicht auf http://www.politik.ch?

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