Archive for the ‘Medien’ Category

Sensationelle erste Bilder des neu entdeckten Hicks-Teilchens!

Juli 4, 2012

Normales Kirsch-Vanille-Teilchen:

Neu entdecktes Hicks-Teilchen:

Hicks-Teilchen

In den Medien besser bekannt als Gottes-Teilchen:

Gottesteilchen

Es ist extrem schwer nachweisbar, weil es nach dem Entdecken meist sehr schnell zerfällt:

Higgs-Teilchen Zerfallsprodukte

Die größte Gefahr bei solchen Experimenten ist bekanntlich das Entstehen schwarzer Löcher:

Schwarzes Loch

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The Heuss of Germany – die neue Bundespräsidenten-Castingshow

Februar 18, 2012

Gestern Abend startete in Berlin die neue Bundspräsi-Castingshow „The Heuss of Germany“. Hier der exklusive Bericht mit den Highlights der streng geheimen Deaf Auditions:

Die Juroren werden in den Saal geschoben: Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Joschka Fischer. Kai Diekmann und der Chefredakteur des Spiegel müssen sich dabei einen Rollstuhl teilen. Diekmann darf oben sitzen.

Moderator Thomas Gottschalk erklärt die Regeln: Die Kandidaten kommen einzeln auf die Bühne, es folgt ein kurzer Praxistest, um die Eignung des Bewerbers festzustellen: Ein paar Fragen der Juroren beantworten, Hände schütteln, Weihnachtsansprache halten, mit Menschen mit Migrationshintergrund reden, staatstragend oder betroffen gucken. Anschließend muss der Kandidat noch was singen. Die Juroren müssen während der Deaf Auditions ihre Hörgeräte ausschalten.

Der erste Kandidat betritt die Bühne. Frenetischer Applaus brandet auf.
Nicolas Sarkozy: „Onschälla at misch persönlisch sum Castingg eingeladän. Isch kann Presidont. Und isch abe demnäschst säär vill Seit. Und eine First Lady kann isch auch mitbingön.“
Joschka Fischer: „Na gut, ich nehm dich in mein Team.“
(Diekmann schreibt mit: „JOSCHKA UND CARLA BRUNI INTIM!“
Sarkozy singt „Je t’aime … moi non plus“ im Duett mit Angela Merkel.

Die nächste Kandidatin ist Ursula von der Leyen: „Warum ich hier bin? Naja, also die Angela hat gesagt ich muss. Da müsste jetzt mal eine Frau ran. Die Männer sind ihr doch alle nicht gewachsen. Die treten doch zurück wie die Fliegen…“
(Diekmann notiert: „SCHÖNE URSULA – BRUTAL MISSBRAUCHT VON DER EIGENEN MUTTI!“
Von der Leyen singt „Weil ich ein Mädchen bin“ von Lucilectric.

Als nächstes schreitet Karl-Theodor zu Guttenberg auf die Bühne.
Guttenberg: „Meine herausstechenden Charaktermerkmale? Nunja: Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Bescheidenheit. Und ich bin brillant und sehe unverschämt gut aus, das sagt auch mein Freund Giovanni.“
(Diekmann kritzelt: „GUTTENBERG ENTHÜLLT: DI LORENZO SCHWUL!“)
Guttenberg: „Äh, eine Frage noch: Muss man hier eklige Tiere essen?“
Schmidt: „Nur, wenn Sie nach China eingeladen werden oder auf der Grünen Woche.“
Guttenberg singt sein selbst geschriebenes Lied „Oops I did it again“.

Der nächste Kandidat ist Wolfgang Schäuble, der derzeitige Schwarze-Kassen-Wart der Bundesregierung und im Nebenberuf Schattenwirtschaftsminister. Vorstellen braucht der sich nicht mehr.
Schäuble singt: „Hoch auf dem gelben Wagen“.
(„SKANDAL! KÜNFTIGER BP IM POST-FILZ?“ titelt Diekmann.)

So langsam verlieren die Juroren das Interesse. Schmidt will endlich eine rauchen, Kohl will Abendbrot.
Fischer: „Schade, dass Knut tot ist. Auf den konnten sich alle irgendwie einigen.“
Zustimmendes Gemurmel.
Käßmann singt: „Einer geht noch, einer geht noch rein“.
Gauck singt irgendwas von Bushido.
Das Publikum grölt: „Wir sind das Volk!“ und macht La-Ola.
„OK, ein Kandidat noch, sonst komme ich nicht auf meine Überzieh-Quote“, entscheidet Gottschalk.

Gerhard Schröder hüpft grinsend und winkend auf die Bühne.
Schröder: „Leute, jetz ma ehrlich, ich würds machen. Mit dreckigen Jobs kenn ich mich aus. Und wegen so nem Flohfurz wie der ollen Hütte da in Dingenskirchen würd ich doch nie zurücktreten! Da lach ich doch drüber. Hahaha. Und ich hab ne Menge gute Freunde: den Putin, den Maschmeyer, den Gaddhafi, hahaha, den Diekmann…. Hey Kai, alte Socke, alles klärchen? (Diekmann kniet hinter dem Stuhl des Spiegel-Chefredakteurs, dessen Namen uns immer noch entfallen ist und sucht seinen Stift. Georg Mascolo zeichnet derweil fiese Karikaturen von Diekmanns Hintern.)
Schröder singt: „Gute Freunde kann niemand trennen“. Das Publikum brüllt: „Du bist Deutschland!“ und wählt Schröder mit 87%.

Zum Abschluss singen alle die deutsche Nationalhymne „Es gibt nur ein Rudi Völler“ (3. Strophe).

Guttenberg: Nachhaltig gescheitert?

Dezember 3, 2011

Zugegeben, ich wäre schwer enttäuscht, wenn ausgerechnet Giovanni di Lorenzo, der seine Magisterarbeit über Berlusconi und die Medien geschrieben hat, sich von einem narzisstischen geistigen Hochstapler als Steigbügelhalter für dessen Comeback-Kampagne hätte einspannen lassen und das Paradepferd des deutschen Qualitätsjournalismus zur PR-Nutte herabgestuft hätte.

Originalplagiat aus der ZEIT

Originalplagiat aus der ZEIT

Nein, di Lorenzo hat journalistischen Instinkt bewiesen und ein gerüttelt Maß an Chuzpe: 1. Guttenberg und 2. Werbung für das eigene Produkt auf den Titel zu hieven war unfein und das Risiko, dass es deswegen (zu Recht) wutschnaubende Abo-Kündigungen hageln würde, absehbar.
Aber: Es hat funktioniert.
Weil wir alle so dankbar sind, uns mal über was anderes aufregen zu dürfen als über das tägliche Euro-Elend. Weil von Anne Will bis Maybrit Illner alle mitmachten und Gratis-Dauerwerbesendungen für das Büchlein schalteten. Weil die Printkonkurrenz der ZEIT sich vermutlich in den Allerwertesten beißt, dass sie die Exklusiv-Chance verpasst hat und nun von di Lorenzo abschreiben und unfreiwillig Werbung für die ZEIT machen muss.
Weil di Lorenzo einen sehr schwierigen Job sehr gut macht: Eine Qualitätszeitung verkaufen.

Ausgesprochen angenehm fällt übrigens auch der sachliche Ton auf, in dem das ZEIT-Interview geführt wurde: Weder distanzlos-anbiedernde Hochjubelei wie üblicherweise bei BILD, noch ätzende Häme wie bei beim vom gefallenen Polit-Kometen enttäuschten und deshalb tief gekränkten STERN, und auch keine Dämonisierung dieses Würstchens wie bei der FAZ.
Man kann ja gar nicht ermessen, wie schwer es di Lorenzo gefallen sein muss, angesichts der haarsträubenden Antworten ernst zu bleiben! Aber gut so, denn sich um Kopf und Kragen reden, das schafft Guttenberg ganz alleine: Er wirkt wie ein Dieb, der nicht bereut, das er gestohlen hat, sondern bloß, dass er erwischt worden ist.
Entweder ist Guttenberg also ein Betrüger, Lügner und hat nichts dazugelernt, dann disqualifiziert er sich damit moralisch für jedes politische Amt.
Oder er ist ein derart überforderter Chaot und Dummkopf, der eigene und fremde Gedanken nicht auseinanderhalten kann, wie seine Selbstdarstellung nahelegt, dann disqualifiziert er sich damit intellektuell für jedes politische Amt.

Vielleicht hatte di Lorenzo ja auf eine echte Beichte gehofft, als er den Buchdeal unterschrieb. Hätte Guttenberg glaubwürdige Reue gezeigt, dann könnte man ihm verzeihen, wie der Heiligen Margot. Ein image-strategischer Wechsel der Frisur und der Zeitung reicht eben nicht. Und auf Bußverweigerung steht bekanntlich traditionell die öffentliche Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. Deswegen ist „gescheitert“ als Buchtitel ein guter Griff.

Ich mag mir übrigens gar nicht ausmalen, was dabei herausgekommen wäre, hätte die BILD das Buch produziert. Eine Hofberichterstattung mit dem Titel: „Gutti komm, zurück! Deutschland braucht dich!“ mit exklusiven Bildern der Gattin am Pool?
Vielleicht hat di Lorenzo uns einen deutschen Berlusconi erspart? Time will tell.

Denn voreilig abschreiben sollte man Guttenberg noch nicht.
Dass er eine rechtspopulistische Partei gründet, traue ich ihm nicht zu. Man sollte da nicht gleich den Sarrazin an die Wand malen.
Aber es gäbe ja noch die Möglichkeit, dass Guttenberg den Rennstall wechselt und sich als neuer Hoffnungsträger für die FDP geriert – eine notleidende Partei, die seit Jahren hauptsächlich damit beschäftigt ist, sich selbst ein neues Image zu verordnen, zuletzt als Anti-Europa-Partei, und bei der moralische Skrupel und politische Überzeugungen ohnehin eher im Weg wären. Wenn es ihm gelänge, mit seiner Popularität die (Neo)liberalen bei der nächsten Bundestagswahl auf 5,1% zu pushen, dann könnte dieser Mann künftig die Geschicke der Wirtschafts- und Finanzpolitik Europas bestimmen. Dass er dafür der richtige „Kopf“ ist und alle anderen für Idioten hält, das hat er ja hinlänglich deutlich gemacht. Und der CSU ans Bein pinkeln kann er schon wie ein echter FDPler.

Und wenn es da auch nicht klappen sollte mit dem Comeback, dann bliebe ihm immer noch das Dschungelcamp.

Das Schweigen der Frauen

Juni 1, 2011

Mit Befremden und einer gewissen Fassungslosigkeit habe ich folgenden Artikel der von mir an sich sehr geschätzten Literaturkritikerin Ursula März zur Kenntnis genommen:
http://www.zeit.de/2011/22/Frauendebatte/seite-1

Wir leben in einer Gesellschaft, deren beherrschende Systeme (die Politik, die Wirtschaft, die Religion, das Militär) jahrhundertelang ausschliesslich von Männern für Männer gestaltet worden sind.  Nach männlichen Regeln und Vorlieben (Geld Macht Sex). Frauen hatten nicht mitzureden. Deswegen berücksichtigen diese Systeme die besonderen Bedürfnisse von Frauen nicht. Im Gegenteil, sie wurden von Männern so eingerichtet, dass sie Frauen in finanzieller Abhängigkeit und untergeordneter Position halten.  Was ja sehr bequem ist für die Männer.
Nicht die Frau ist defizitär, das System ist defizitär. Deswegen ist eine Diskussion darüber, wie wir das System so ändern können, dass es Menschen beider Geschlechter die Chance auf ein selbstbestimmtes erfülltes Leben gewährt, wichtig und absolut notwendig.
Und dann kommt da eine und will Frauen, die solche grundlegende Gerechtigkeit einfordern, ernsthaft den Mund verbieten? Um in einen jahrhundertealten Zustand zurückzufallen, in dem Frauen nicht mitzureden haben? Liebe Frau März, halten Sie doch einfach mal 2 Jahre lang die Klappe, hm?

Duftender Niedergang des Abendlandes

Januar 18, 2011

Folgenden Ausschnitt haben wir im News-Netz der Tamedia im Artikel

„Warum chinesische Mütter besser sind“

gefunden:

„Sei (sic!) dürfen erst dann das Klavier verlassen, um ein Glas Wasser zu trinken, wenn sie eine heikle Passage perfekt beherrschen. A propos üben: Die ersten halbe Stunde ist nur zum Warmlaufen, unter vier Stunden läuft gar nichts – pro Tag wohlverstanden. iPhones und ähnliche Geräte? Vergessen Sie es. Amy Chua hat einer Tochter sogar gedroht, ihr Plüschtier zu verbrennen, wenn sie nicht diszipliniert genug arbeitet. Wenn (sic!) wundert es also, dass asiatische Kinder in der Schule brillieren und überproportional an amerikanischen Elite-Universitäten vertreten sind?“

Ich zähle zwei Fehler. Es ist aber eine grosse Erleichterung aus denselben Redaktionsräumen zu erfahren, dass die Feminisierung des Online-Journalismus in Siebenmeilenstiefeln voranschreitet. So rapportiert Mamabloggerin Michèle Binswanger via iPhone von der Arbeit ihren FB-Freunden:

„stellt fest: je mehr Frauen bei Newsnetz arbeiten, desto besser riecht es im Büro.“

Der geneigte Leser schliesst daraus: Newsnetzlerinnen müssen nicht die Fehler ausmerzen, bevor sie das Eau de Cologne  erneuern! Bleibt die Frage, ob in der Tagesschule – wo der Nachwuchs dieser journalistischen Leuchttürme versorgt wird – auch jemand zu vier Stunden Instrumentenspiel anhält, oder ob die Kids gerade den Papa-Tag am Game-Boy geniessen. Wie auch immer: Wir blicken dem Untergang des Abendlandes wohlparfümiert entgegen.

PS: Verfasser des Artikels ist natürlich keine Online-Journalistin sondern ein solides Urgestein: Philipp Löpfe … hmm beunruhigend

Die Angstmacher

November 10, 2010

Ausschafen? Näh!

Das eigentliche Ziel der SVP-Kampagne zur Ausschaffungs-Initiative ist es, in den Köpfen der Leute zu verankern, dass „Ausländer“ und „kriminell“ (=gefährlich, bedrohlich) automatisch mit einander assoziiert werden. Und ich fürchte, das wird bei vielen, die diese Botschaft durch Plakate, Anzeigen, Umfragen und Abstimmungen immer wieder eingehämmert bekommen, erfolgreich sein.
Bitte setzt ein Zeichen für die Vernunft und Rechtsgleichheit und gegen die Angstmacher.

Change

November 7, 2010

 

Obama 2008

Obama 2008

 

Obama 2010

Obama 2010

 

Obama 2012

Obama 2012

Die Schweiz hat eine neue Hauptstadt und Zürich ein neues Satire-Magazin

Oktober 3, 2010

135 Jahre nach dem Nebelspalter wurde es ja auch langsam mal Zeit.
Reda, wie ist es dazu gekommen?

Reda El Arbi:
Der humor ist ja ein wenig spärlich gesät in der medienszene. Vor allem witz, wie ihn die handygeneration mag, sucht man vergeblich im Schweizer blätterwald. Um die „traditionelle“ satire zu verstehen, müsste man schon regelmässig zeitung lesen. Das macht kein schwein mehr. Die leute kaufen zwar noch zeitungen, lesen aber meist nur schnell die headlines und die gratiszeitungen im tram. Nun gibt es mit der Hauptstadt wieder ein produkt, auf das sich die leute freuen können, das sich nicht intellektuell vom mainstream absetzen will.

Boulevardsatire statt „Qualitätsjournalismus“?

Reda El Arbi:
Qualitätsjournalismus, wie man ihn noch vor 20 jahren kannte, gibt es nicht mehr. Es ist zeit, den journalismus neu zu definieren. Information ist beliebig. Ich möchte lieber einen leser zum lachen bringen als fünf zum nachdenken.

Ganz schön mutig, deinen Job bei Ringier an den Nagel zu hängen und in dieser wirtschaftlich für Medienunternehmer nicht eben einfachen Zeit etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Wird man eigentlich automatisch zum Satiriker, wenn man zu lange beim Blick arbeitet?

Reda El Arbi:
Ich habe meinen job beim Blick am Abend geliebt. BlaA ist wohl die einzige zeitung, die manchmal auch satirische ansätze zeigte. Man erinnere sich an die geschichte, als unser chef Peter Röthlisberger die sieben bundesräte mit Gaddafi verglichen hat. Und immer hat Gaddafi gewonnen. Das war grosses kino. Ja, die arbeit bei Ringier hat mich zu meinem blatt mitinspiriert.

Wer ist ausser dir noch wichtig bei der Hauptstadt?

Reda El Arbi:
Domenico Blass, Roland Schäfli, Ruru Tastan, Art Ringger, Thomas Meyer, Ian Constable, Christian Wyss, Helmi Sigg, Ian David Marsden und viele mehr.

Was erwartet die Leser in der ersten Ausgabe?

Reda El Arbi:
Wir enthüllen zum Beispiel, wie die Zürich-Filmfestival-fuzzis ihre promigäste auswählen, wir analysieren Zürcher männer, wir waren undercover bei den partychristen und wir haben die geilsten Kampusch-merchandise-products zum aktuellen bestseller.

Ist das nicht ein bisschen sehr geschmacklos?

Reda El Arbi:
Solche bücher und filme sind geschmacklos. Das ist sozio-pornographie. Leute, die solches zeugs kaufen, schauen auch pornos, um was über menschliche beziehungen zu erfahren.
Bei den anderen geschichten sind es mehr die übergrossen egos, bei denen wir sticheln.

Deinen Blog hast du erstmal auf Eis gelegt. Da sind sicher viele Leserinnen traurig…

Reda El Arbi:
Dagegen hilft ein Hauptstadt-Abo…

Und wie kommt man zur Hauptstadt?

Reda El Arbi:
Am schnellsten über unsere homepage:
http://www.hauptstadt-magazin.ch/
Für leute, die uns erstmal testen wollen, gibts da auch ein 3-monatiges probeabo.
Natürlich gibt es uns auch am kiosk in der hauptstadt und in ausgewählten locations wie dem Cabaret Voltaire. Wer sich beeilt, erwischt vielleicht noch ein exemplar, die erstausgabe war vielerorts schon am ersten Tag ausverkauft!

Hauptstadt 1 Titel

Reda El Arbi (41) ist Chefredaktor und Herausgeber des neuen Zürcher Satiremagazins „Hauptstadt“.

Rückblick auf den Bettag 2010

September 28, 2010

Der Text „Bettagsmandat, das“ (2005) meines „swissness-Lexikons“ ist mittlerweile der Google Haupttreffer zum Suchwort. Das Interesse freikirchlicher Kreise am „Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag“ verhalf meinem Textlein zu Links und Aufmerksamkeit. Wie letztes Jahr, als Adolf Muschg mit einem Text in der Schweiz-Ausgabe Hamburger „Zeit“ für etwas Wirbel sorgte (wir verfolgten diesen hier), war das publizistische Interesse der Holz- und Onlinemedien eher beim Ramadan und beim jüdischen Jom Kippur. In der „Willensnation“ habe ich eine systematische Sammlung von Bettagsaufrufen und Bettagsmandaten eingerichtet und in der „Basler Zeitung“ habe ich nicht nur die Situation aus dem der Bettag 1832 hervorging etwas rekonstruiert sondern auch einige dieser Bettagsmandate erwähnt und in Zusammenhang gestellt.

Eine Spitze gegen die Gruppe „Kunst+Politik“ veranlasste dann den Präsidenten der Eidgenössischen Rassimus-Kommission (ERK), Prof. Dr. Georg Kreis, zu höchst merkwürdigen Auslassungen, die in der Blogosphäre kommentiert wurden.

Die Schwächung des Bettages schreitet im Zeichen der „Lieberalisierung“ voran, indem im Kanton Basel-Land der Feiertag von einem Hohen zu den Allgemeinen abgestuft wurde. Aber von der Basis her häufen sich die Initiativen. So wurde im Zürcher Oberländer Industriedorf Wetzikon erstmals ein Bettagsfest mit eigenem Bettagsmandat begangen. Das in der Lokalpresse aufmerksam verfolgt wurde.

Die „Neue Zürcher Zeitung“ die unter dem neuen Chefredaktor auf theologische Leitartikel zu „Hohen Feiertagen“ verzichtet, hat immerhin am Montag die sehr schöne Bettagspredigt im Grossmünster des Lyrikers Klaus Merz abgedruckt. Sie sei hiermit zur Lektüre empfohlen. Gerade im Grossmünster kommen am Bettag in letzter Zeit Geistesgrössen zu Wort um die Zürcher Hauptkirche an diesem Tag auch sicher zu füllen.

So Franz Hohler (2008), Peter Bichsel (2006),

Adolfs Muschgs Bettagstext 2009 und die publizistischen Folgen.

Zusammenstellung Bettagsmandate 2006

Oliver Reichensteins kurze Geschichte des Web-Designs

Juli 21, 2010

Oliver Reichenstein, der den Beizianern ja als umtriebiger Kommentator und Webdesinger in Erinnerung sein dürfte, ist zur DRS2-tauglichen Web-Instanz avanciert. Lohnt sich hineinzuhören. Viel Informationen in 5 Minuten.