Archive for the ‘Politik’ Category

Change

November 3, 2012

Obama 2008:

 

Obama 2010:

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Obama 2012:


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The Heuss of Germany – die neue Bundespräsidenten-Castingshow

Februar 18, 2012

Gestern Abend startete in Berlin die neue Bundspräsi-Castingshow „The Heuss of Germany“. Hier der exklusive Bericht mit den Highlights der streng geheimen Deaf Auditions:

Die Juroren werden in den Saal geschoben: Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Joschka Fischer. Kai Diekmann und der Chefredakteur des Spiegel müssen sich dabei einen Rollstuhl teilen. Diekmann darf oben sitzen.

Moderator Thomas Gottschalk erklärt die Regeln: Die Kandidaten kommen einzeln auf die Bühne, es folgt ein kurzer Praxistest, um die Eignung des Bewerbers festzustellen: Ein paar Fragen der Juroren beantworten, Hände schütteln, Weihnachtsansprache halten, mit Menschen mit Migrationshintergrund reden, staatstragend oder betroffen gucken. Anschließend muss der Kandidat noch was singen. Die Juroren müssen während der Deaf Auditions ihre Hörgeräte ausschalten.

Der erste Kandidat betritt die Bühne. Frenetischer Applaus brandet auf.
Nicolas Sarkozy: „Onschälla at misch persönlisch sum Castingg eingeladän. Isch kann Presidont. Und isch abe demnäschst säär vill Seit. Und eine First Lady kann isch auch mitbingön.“
Joschka Fischer: „Na gut, ich nehm dich in mein Team.“
(Diekmann schreibt mit: „JOSCHKA UND CARLA BRUNI INTIM!“
Sarkozy singt „Je t’aime … moi non plus“ im Duett mit Angela Merkel.

Die nächste Kandidatin ist Ursula von der Leyen: „Warum ich hier bin? Naja, also die Angela hat gesagt ich muss. Da müsste jetzt mal eine Frau ran. Die Männer sind ihr doch alle nicht gewachsen. Die treten doch zurück wie die Fliegen…“
(Diekmann notiert: „SCHÖNE URSULA – BRUTAL MISSBRAUCHT VON DER EIGENEN MUTTI!“
Von der Leyen singt „Weil ich ein Mädchen bin“ von Lucilectric.

Als nächstes schreitet Karl-Theodor zu Guttenberg auf die Bühne.
Guttenberg: „Meine herausstechenden Charaktermerkmale? Nunja: Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Bescheidenheit. Und ich bin brillant und sehe unverschämt gut aus, das sagt auch mein Freund Giovanni.“
(Diekmann kritzelt: „GUTTENBERG ENTHÜLLT: DI LORENZO SCHWUL!“)
Guttenberg: „Äh, eine Frage noch: Muss man hier eklige Tiere essen?“
Schmidt: „Nur, wenn Sie nach China eingeladen werden oder auf der Grünen Woche.“
Guttenberg singt sein selbst geschriebenes Lied „Oops I did it again“.

Der nächste Kandidat ist Wolfgang Schäuble, der derzeitige Schwarze-Kassen-Wart der Bundesregierung und im Nebenberuf Schattenwirtschaftsminister. Vorstellen braucht der sich nicht mehr.
Schäuble singt: „Hoch auf dem gelben Wagen“.
(„SKANDAL! KÜNFTIGER BP IM POST-FILZ?“ titelt Diekmann.)

So langsam verlieren die Juroren das Interesse. Schmidt will endlich eine rauchen, Kohl will Abendbrot.
Fischer: „Schade, dass Knut tot ist. Auf den konnten sich alle irgendwie einigen.“
Zustimmendes Gemurmel.
Käßmann singt: „Einer geht noch, einer geht noch rein“.
Gauck singt irgendwas von Bushido.
Das Publikum grölt: „Wir sind das Volk!“ und macht La-Ola.
„OK, ein Kandidat noch, sonst komme ich nicht auf meine Überzieh-Quote“, entscheidet Gottschalk.

Gerhard Schröder hüpft grinsend und winkend auf die Bühne.
Schröder: „Leute, jetz ma ehrlich, ich würds machen. Mit dreckigen Jobs kenn ich mich aus. Und wegen so nem Flohfurz wie der ollen Hütte da in Dingenskirchen würd ich doch nie zurücktreten! Da lach ich doch drüber. Hahaha. Und ich hab ne Menge gute Freunde: den Putin, den Maschmeyer, den Gaddhafi, hahaha, den Diekmann…. Hey Kai, alte Socke, alles klärchen? (Diekmann kniet hinter dem Stuhl des Spiegel-Chefredakteurs, dessen Namen uns immer noch entfallen ist und sucht seinen Stift. Georg Mascolo zeichnet derweil fiese Karikaturen von Diekmanns Hintern.)
Schröder singt: „Gute Freunde kann niemand trennen“. Das Publikum brüllt: „Du bist Deutschland!“ und wählt Schröder mit 87%.

Zum Abschluss singen alle die deutsche Nationalhymne „Es gibt nur ein Rudi Völler“ (3. Strophe).

Guttenberg: Nachhaltig gescheitert?

Dezember 3, 2011

Zugegeben, ich wäre schwer enttäuscht, wenn ausgerechnet Giovanni di Lorenzo, der seine Magisterarbeit über Berlusconi und die Medien geschrieben hat, sich von einem narzisstischen geistigen Hochstapler als Steigbügelhalter für dessen Comeback-Kampagne hätte einspannen lassen und das Paradepferd des deutschen Qualitätsjournalismus zur PR-Nutte herabgestuft hätte.

Originalplagiat aus der ZEIT

Originalplagiat aus der ZEIT

Nein, di Lorenzo hat journalistischen Instinkt bewiesen und ein gerüttelt Maß an Chuzpe: 1. Guttenberg und 2. Werbung für das eigene Produkt auf den Titel zu hieven war unfein und das Risiko, dass es deswegen (zu Recht) wutschnaubende Abo-Kündigungen hageln würde, absehbar.
Aber: Es hat funktioniert.
Weil wir alle so dankbar sind, uns mal über was anderes aufregen zu dürfen als über das tägliche Euro-Elend. Weil von Anne Will bis Maybrit Illner alle mitmachten und Gratis-Dauerwerbesendungen für das Büchlein schalteten. Weil die Printkonkurrenz der ZEIT sich vermutlich in den Allerwertesten beißt, dass sie die Exklusiv-Chance verpasst hat und nun von di Lorenzo abschreiben und unfreiwillig Werbung für die ZEIT machen muss.
Weil di Lorenzo einen sehr schwierigen Job sehr gut macht: Eine Qualitätszeitung verkaufen.

Ausgesprochen angenehm fällt übrigens auch der sachliche Ton auf, in dem das ZEIT-Interview geführt wurde: Weder distanzlos-anbiedernde Hochjubelei wie üblicherweise bei BILD, noch ätzende Häme wie bei beim vom gefallenen Polit-Kometen enttäuschten und deshalb tief gekränkten STERN, und auch keine Dämonisierung dieses Würstchens wie bei der FAZ.
Man kann ja gar nicht ermessen, wie schwer es di Lorenzo gefallen sein muss, angesichts der haarsträubenden Antworten ernst zu bleiben! Aber gut so, denn sich um Kopf und Kragen reden, das schafft Guttenberg ganz alleine: Er wirkt wie ein Dieb, der nicht bereut, das er gestohlen hat, sondern bloß, dass er erwischt worden ist.
Entweder ist Guttenberg also ein Betrüger, Lügner und hat nichts dazugelernt, dann disqualifiziert er sich damit moralisch für jedes politische Amt.
Oder er ist ein derart überforderter Chaot und Dummkopf, der eigene und fremde Gedanken nicht auseinanderhalten kann, wie seine Selbstdarstellung nahelegt, dann disqualifiziert er sich damit intellektuell für jedes politische Amt.

Vielleicht hatte di Lorenzo ja auf eine echte Beichte gehofft, als er den Buchdeal unterschrieb. Hätte Guttenberg glaubwürdige Reue gezeigt, dann könnte man ihm verzeihen, wie der Heiligen Margot. Ein image-strategischer Wechsel der Frisur und der Zeitung reicht eben nicht. Und auf Bußverweigerung steht bekanntlich traditionell die öffentliche Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. Deswegen ist „gescheitert“ als Buchtitel ein guter Griff.

Ich mag mir übrigens gar nicht ausmalen, was dabei herausgekommen wäre, hätte die BILD das Buch produziert. Eine Hofberichterstattung mit dem Titel: „Gutti komm, zurück! Deutschland braucht dich!“ mit exklusiven Bildern der Gattin am Pool?
Vielleicht hat di Lorenzo uns einen deutschen Berlusconi erspart? Time will tell.

Denn voreilig abschreiben sollte man Guttenberg noch nicht.
Dass er eine rechtspopulistische Partei gründet, traue ich ihm nicht zu. Man sollte da nicht gleich den Sarrazin an die Wand malen.
Aber es gäbe ja noch die Möglichkeit, dass Guttenberg den Rennstall wechselt und sich als neuer Hoffnungsträger für die FDP geriert – eine notleidende Partei, die seit Jahren hauptsächlich damit beschäftigt ist, sich selbst ein neues Image zu verordnen, zuletzt als Anti-Europa-Partei, und bei der moralische Skrupel und politische Überzeugungen ohnehin eher im Weg wären. Wenn es ihm gelänge, mit seiner Popularität die (Neo)liberalen bei der nächsten Bundestagswahl auf 5,1% zu pushen, dann könnte dieser Mann künftig die Geschicke der Wirtschafts- und Finanzpolitik Europas bestimmen. Dass er dafür der richtige „Kopf“ ist und alle anderen für Idioten hält, das hat er ja hinlänglich deutlich gemacht. Und der CSU ans Bein pinkeln kann er schon wie ein echter FDPler.

Und wenn es da auch nicht klappen sollte mit dem Comeback, dann bliebe ihm immer noch das Dschungelcamp.

Das Schweigen der Frauen

Juni 1, 2011

Mit Befremden und einer gewissen Fassungslosigkeit habe ich folgenden Artikel der von mir an sich sehr geschätzten Literaturkritikerin Ursula März zur Kenntnis genommen:
http://www.zeit.de/2011/22/Frauendebatte/seite-1

Wir leben in einer Gesellschaft, deren beherrschende Systeme (die Politik, die Wirtschaft, die Religion, das Militär) jahrhundertelang ausschliesslich von Männern für Männer gestaltet worden sind.  Nach männlichen Regeln und Vorlieben (Geld Macht Sex). Frauen hatten nicht mitzureden. Deswegen berücksichtigen diese Systeme die besonderen Bedürfnisse von Frauen nicht. Im Gegenteil, sie wurden von Männern so eingerichtet, dass sie Frauen in finanzieller Abhängigkeit und untergeordneter Position halten.  Was ja sehr bequem ist für die Männer.
Nicht die Frau ist defizitär, das System ist defizitär. Deswegen ist eine Diskussion darüber, wie wir das System so ändern können, dass es Menschen beider Geschlechter die Chance auf ein selbstbestimmtes erfülltes Leben gewährt, wichtig und absolut notwendig.
Und dann kommt da eine und will Frauen, die solche grundlegende Gerechtigkeit einfordern, ernsthaft den Mund verbieten? Um in einen jahrhundertealten Zustand zurückzufallen, in dem Frauen nicht mitzureden haben? Liebe Frau März, halten Sie doch einfach mal 2 Jahre lang die Klappe, hm?

Die Angstmacher

November 10, 2010

Ausschafen? Näh!

Das eigentliche Ziel der SVP-Kampagne zur Ausschaffungs-Initiative ist es, in den Köpfen der Leute zu verankern, dass „Ausländer“ und „kriminell“ (=gefährlich, bedrohlich) automatisch mit einander assoziiert werden. Und ich fürchte, das wird bei vielen, die diese Botschaft durch Plakate, Anzeigen, Umfragen und Abstimmungen immer wieder eingehämmert bekommen, erfolgreich sein.
Bitte setzt ein Zeichen für die Vernunft und Rechtsgleichheit und gegen die Angstmacher.

Kabale und Liebe 2007 (Nebelspalter 8/2008)

November 9, 2010

Der erste Akt des Dramas findet sich hier. Das Drama spielt im Sommer 2007 bis Frühjahr 2008. Es erschien vollständig im „Nebelspalter“ (8/2008). Die Handlung und die Orte sind frei erfunden, die Fakten wurden vollständig im Internet recherchiert und sind hier mit den Quellen verlinkt. Den „Nebelspalter“ kann man hier abonnieren.

Dramatis Personae:

Daniel Jositsch (42) Dr. iur. Professor, Major, Nationalratskandidat

Chantal Gallade (35) „angehende Erziehungswissenschafterin“, Ständeratskandidatin

2. Akt

Die Sache mit der Waffe

15. Juli 2007 im Hotel Baur au Lac

SIE (erschöpft): So schön, Dani. So nah ist der kleine Tod am grossen. Die kalte Mündung des Laufes an meiner Schläfe im Moment unserer glühenden Explosion. So schön wars noch nie. Wenn ich nur das schon früher einmal versucht hätte! Heirate mich, mein Major!

ER: Tatsache ist, wir sind ein <Winnng Team>: Politisch und privatim. Die Pressekonferenz war der Knüller. Du bist der Zürcher Medienstar, du schaffst es noch in den Ständerat!

SIE: Und du hast die scharfe Sachkompetenz. Was haben die gestaunt, die Journis. Ob sie wohl bemerkt haben …?

ER: Schreiberlinge sind dumme, faule Hunde, und sie stehen sowieso eher auf unserer Seite. Ausserdem bin ich auf den Wahlunterlagen noch verheiratet.

SIE: Und dort auch kein Major der Militärjustiz, du Schlingel: Das ist ja schon fast Betrug am Wähler, nicht?

ER: Wir müssen die Chance packen! Ich meine, du mit deiner Ständeratskandidatur: Du bist zwar sexy, …. ?

SIE: Ja, das bin ich, und das neiden mir all die Hyänen. Dani, meinst du es ernst, dann musst du die Dienstwaffe abgeben, denn seit jenem emotionalen Auftritt im Nationalrat habe ich mich als Waffengegnerin exponiert. Ich will nicht mit einem Mann unter einem Dach leben, der eine Dienstwaffe hat …

ER: Aber Chantal, du vertraust mir doch. Eben hast du noch ….!

SIE: Ja, habe ich, und es war sehr schön! Frauen sind irrationale Wesen, aber Politik muss rational und konsequent sein. Hast du nicht Unterschriften für die Armee-Abschaffung gesammelt, damals? Wie könnte man diesen eidgenössischen Waffenmythos besser aufbrechen, als wenn ein Offizier der Militärjustiz den Bann bricht …

ER: Chantal, ich habe unserer Liebe schon meinen Bund fürs Leben geopfert, nun geht es um die Offiziersehre, ich kann doch nicht einfach – ich bin Jurist! Was werden sie im Studentenverein denken?

SIE: Die erfahren doch nichts , deine CVP-Saufkumpanen. Ist doch Privatsache.

(herrisch:) Oder soll ich mit unserer Affäre an die Presse? Ob du als Ehebrecher auf Listenplatz 17 noch eine Chance hast?

ER: Okay, okay … (kleinlaut:) … ich werde die Dienstwaffe nächsten Monat beim Zeughaus abgeben.

SIE: Schwöre es! Auf unsere Liebe – nein, das taugt nicht. Auf Jahwe, den Gott deiner Väter – nein du bist Atheist. Auf die Weltrevolution! Ach, an die glaube ich ja selbst nicht. Auf deine eheliche Treue? Auf deine Offiziersehre?

ER: Nein: So wahr ich Bundesrat werde!

SIE: Gut, mein Major, das gilt, vor dem nächsten Treffen will ich die Empfangsquittung vom Zeughaus sehen. Besser kannst deinen Bubentraum, die Armee-Abschaffung, gar nicht betreiben. (maliziös:) Ich werden den Gutschein bei <agent provovateur> einlösen.



Change

November 7, 2010

 

Obama 2008

Obama 2008

 

Obama 2010

Obama 2010

 

Obama 2012

Obama 2012

Gauck – ein Lackmustest für die deutsche Politik

Juli 1, 2010

Warum genau der deutsche Bundespräsident Horst Köhler so halsüberkopf sein Amt verlassen hat, weiss noch immer niemand so recht. Er hatte sich missverständlich ausgedrückt, Blogger habens aufgegriffen . Aber so was ist in Deutschland doch eigentlich politisches Tagesgeschäft und kein Grund, gleich zurückzutreten.
Oder möglicherweise doch eine Krankheit, die das relativ beliebte Staatoberhaupt zum Rückzug ins Private bewogen hat?

Egal, auf jeden Fall brauchte das Staatsschiff umgehend einen neuen Kapitän und die Nominierung von Joachim Gauck war ein genialer Schachzug von Grün-Rot.
Der Bürgerrechtler und protestantische Pfarrer ist manch echtem Liberalen (davon gibt es sogar in der FDP offenbar doch noch ein paar Restexemplare) und Christ-Demokraten näher als die als profilloser Parteisoldat und Karrierist verschriene Alternative. Christian Wulff – ein Mann mit runden Ecken. Die „Wildsäue“ und „Gurkentruppen“ konnten noch so sehr „Geschlossenheit“ und „Korpsgeist“ beschwören, mindestens 44 Schwarzgelbe nutzten die Gelegenheit, die Merkel zu Blochern.

Auch für die Linke war die Notwendigkeit, sich zu Stasi-Aufklärer Gauck zu verhalten ein Lackmustest: Sie hatte die Wahl, sich als SED-Nachfolgepartei zu bekennen oder als ernsthafter Partner von Rot-Grün zu etablieren. Die Linke hat auf ihrer eigenen (von vornherein chancenlosen) Kandidatin bestanden und sich dann im dritten und entscheidenden Wahlgang enthalten und damit den Weg für Wulff freigemacht.
http://www.youtube.com/watch?v=tyShCNbsplI

Mit einiger Wahrscheinlichkeit wäre die Schwarz-Gelbe Regierungskoalition endgültig in die Brüche gegangen, wäre Gauck gewählt worden. Und mit etwas Glück wäre die FDP, die weiterhin offenbar nicht verstanden hat, das die Wähler keine „Taktik“ und keine populistische „Strategie“ wollen, sondern liberale Überzeugungen und praktische Lösungen, bei Neuwahlen an der Fünfprozenthürde gescheitert, was eine Rot-Grüne Mehrheit ohne Linke Beteiligung erleichtert hätte…

Nun hat es Wulff also doch geschafft, mit Hängen und Würgen im dritten Wahlgang. Aber, liebe Frau Merkel, vielleicht wäre es trotzdem einmal an der Zeit über eine Neuorientierung nachdenken, hm? Die grosse Koalition war ja so schlecht nicht…
Und wenn man sich in einer Beziehung nur noch streitet, dann sollte man sich irgendwann einfach eingestehen, dass man sich getäuscht hat, dass man einfach doch nicht zu einander passt. Und die Konsequenzen ziehen und die Scheidung einreichen.
Das ist zwar schlimm für die Kinder. Aber Philipp Rösler wird darüber hinwegkommen.

Was haben wir eigentlich aus der Krise gelernt?

März 7, 2010

Nichts. Meint zumindest die Zeit in einem lesenswerten Artikel.

„Dieses Versagen der Politik zeigt an, dass weit mehr auf dem Spiel steht als Konjunktur und Staatsfinanzen. Je länger die Finanzoligarchen die Regierungen derart vorführen, umso mehr verkommt die Demokratie zu einem Schauspiel der Ohnmacht, das die Bürger gefährlichen Populisten in die Arme treibt. „

Steuer-CD – kaufen oder bleiben lassen?

Februar 2, 2010

2,5 Millionen investieren und 100 Millionen zurückbekommen. Das wäre eine gute Investition für einen finanzkrisengebeutelten Staat. Und Steuerhinterziehung ist in Deutschland eindeutig ein Kriminaldelikt. Geschädigt würde durch den Kauf auch eigentlich niemand, ausser den kriminellen Hinterziehern, die man eh auch nur dann verfolgen wird, wenn es sich wirklich um sehr grosse Fische handelt, der Kleinkram, also wenn da jemand 50 000 Euro über die Grenze geschmuggelt hat, würde den Verwaltungsaufwand ja gar nicht lohnen.

Allerdnigs ist es eine juristische und moralische Frage: Muss der Staat nicht Vorbild sein? Darf der selber mit Krininellen, die illegal Daten kopieren, Geschäfte machen? Und was wiegt schwerer, die Tat des Kopierers oder die Taten der 1500 Steuerbetrüger?
Und wessen Interessen stehen hier zur Disposition? Die Süddeutsche hegt den Verdacht, die FDP und auch Teile der CDU/CSU wollten ihr Wahl-Klientel der Reichen und Steuermüden nicht vergrätzen, indem man jetzt echt gegen solche Leute vorgeht. Lesenswert: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/520/501772/text/

Aber wieso sollte der Ottonormalbürger in Deutschland sich eigentlich brav an die (Steuer-)Gesetze halten, wenn der Staat selber seine eigenen Gesetze bricht, wenn ihm das gewinnversprechender erscheint?

Und könnte so ein Dilemma nicht ganz einfach verhindert werden, wenn die Schweiz in solchen Fällen dem Nachbarn ein bisschen Amtshilfe leistet, so wie der gute Herr Steinbrück das auf seine charmante Art angeregt hatte?

Viel Stoff für brisante Diskussionen…

Btw. und bevor sich nun wieder alle auf die bösen Deutschen stürzen: Ist der Verkäufer der CD eigentlich ein Schweizer? 🙂

Mehr Meinungen bei Thinkabout und Ronnie Grob.