Archive for the ‘Satire’ Category

Change

November 3, 2012

Obama 2008:

 

Obama 2010:

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Obama 2012:


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Sensationelle erste Bilder des neu entdeckten Hicks-Teilchens!

Juli 4, 2012

Normales Kirsch-Vanille-Teilchen:

Neu entdecktes Hicks-Teilchen:

Hicks-Teilchen

In den Medien besser bekannt als Gottes-Teilchen:

Gottesteilchen

Es ist extrem schwer nachweisbar, weil es nach dem Entdecken meist sehr schnell zerfällt:

Higgs-Teilchen Zerfallsprodukte

Die größte Gefahr bei solchen Experimenten ist bekanntlich das Entstehen schwarzer Löcher:

Schwarzes Loch

Das neue eiPad 3 – wir haben es schonmal für Sie getestet!

März 20, 2012

Brillante Farben, noch schönere Apps:

eiPad

eiPad

Und, rechtzeitig zu Ostern, der Prototyp des neuen eiPhones:

eiPhone

eiPhone

 

Aber irgendwie ist Apple ohne Steve Jobs nicht mehr dasselbe …

The Heuss of Germany – die neue Bundespräsidenten-Castingshow

Februar 18, 2012

Gestern Abend startete in Berlin die neue Bundspräsi-Castingshow „The Heuss of Germany“. Hier der exklusive Bericht mit den Highlights der streng geheimen Deaf Auditions:

Die Juroren werden in den Saal geschoben: Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Joschka Fischer. Kai Diekmann und der Chefredakteur des Spiegel müssen sich dabei einen Rollstuhl teilen. Diekmann darf oben sitzen.

Moderator Thomas Gottschalk erklärt die Regeln: Die Kandidaten kommen einzeln auf die Bühne, es folgt ein kurzer Praxistest, um die Eignung des Bewerbers festzustellen: Ein paar Fragen der Juroren beantworten, Hände schütteln, Weihnachtsansprache halten, mit Menschen mit Migrationshintergrund reden, staatstragend oder betroffen gucken. Anschließend muss der Kandidat noch was singen. Die Juroren müssen während der Deaf Auditions ihre Hörgeräte ausschalten.

Der erste Kandidat betritt die Bühne. Frenetischer Applaus brandet auf.
Nicolas Sarkozy: „Onschälla at misch persönlisch sum Castingg eingeladän. Isch kann Presidont. Und isch abe demnäschst säär vill Seit. Und eine First Lady kann isch auch mitbingön.“
Joschka Fischer: „Na gut, ich nehm dich in mein Team.“
(Diekmann schreibt mit: „JOSCHKA UND CARLA BRUNI INTIM!“
Sarkozy singt „Je t’aime … moi non plus“ im Duett mit Angela Merkel.

Die nächste Kandidatin ist Ursula von der Leyen: „Warum ich hier bin? Naja, also die Angela hat gesagt ich muss. Da müsste jetzt mal eine Frau ran. Die Männer sind ihr doch alle nicht gewachsen. Die treten doch zurück wie die Fliegen…“
(Diekmann notiert: „SCHÖNE URSULA – BRUTAL MISSBRAUCHT VON DER EIGENEN MUTTI!“
Von der Leyen singt „Weil ich ein Mädchen bin“ von Lucilectric.

Als nächstes schreitet Karl-Theodor zu Guttenberg auf die Bühne.
Guttenberg: „Meine herausstechenden Charaktermerkmale? Nunja: Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Bescheidenheit. Und ich bin brillant und sehe unverschämt gut aus, das sagt auch mein Freund Giovanni.“
(Diekmann kritzelt: „GUTTENBERG ENTHÜLLT: DI LORENZO SCHWUL!“)
Guttenberg: „Äh, eine Frage noch: Muss man hier eklige Tiere essen?“
Schmidt: „Nur, wenn Sie nach China eingeladen werden oder auf der Grünen Woche.“
Guttenberg singt sein selbst geschriebenes Lied „Oops I did it again“.

Der nächste Kandidat ist Wolfgang Schäuble, der derzeitige Schwarze-Kassen-Wart der Bundesregierung und im Nebenberuf Schattenwirtschaftsminister. Vorstellen braucht der sich nicht mehr.
Schäuble singt: „Hoch auf dem gelben Wagen“.
(„SKANDAL! KÜNFTIGER BP IM POST-FILZ?“ titelt Diekmann.)

So langsam verlieren die Juroren das Interesse. Schmidt will endlich eine rauchen, Kohl will Abendbrot.
Fischer: „Schade, dass Knut tot ist. Auf den konnten sich alle irgendwie einigen.“
Zustimmendes Gemurmel.
Käßmann singt: „Einer geht noch, einer geht noch rein“.
Gauck singt irgendwas von Bushido.
Das Publikum grölt: „Wir sind das Volk!“ und macht La-Ola.
„OK, ein Kandidat noch, sonst komme ich nicht auf meine Überzieh-Quote“, entscheidet Gottschalk.

Gerhard Schröder hüpft grinsend und winkend auf die Bühne.
Schröder: „Leute, jetz ma ehrlich, ich würds machen. Mit dreckigen Jobs kenn ich mich aus. Und wegen so nem Flohfurz wie der ollen Hütte da in Dingenskirchen würd ich doch nie zurücktreten! Da lach ich doch drüber. Hahaha. Und ich hab ne Menge gute Freunde: den Putin, den Maschmeyer, den Gaddhafi, hahaha, den Diekmann…. Hey Kai, alte Socke, alles klärchen? (Diekmann kniet hinter dem Stuhl des Spiegel-Chefredakteurs, dessen Namen uns immer noch entfallen ist und sucht seinen Stift. Georg Mascolo zeichnet derweil fiese Karikaturen von Diekmanns Hintern.)
Schröder singt: „Gute Freunde kann niemand trennen“. Das Publikum brüllt: „Du bist Deutschland!“ und wählt Schröder mit 87%.

Zum Abschluss singen alle die deutsche Nationalhymne „Es gibt nur ein Rudi Völler“ (3. Strophe).

Duftender Niedergang des Abendlandes

Januar 18, 2011

Folgenden Ausschnitt haben wir im News-Netz der Tamedia im Artikel

„Warum chinesische Mütter besser sind“

gefunden:

„Sei (sic!) dürfen erst dann das Klavier verlassen, um ein Glas Wasser zu trinken, wenn sie eine heikle Passage perfekt beherrschen. A propos üben: Die ersten halbe Stunde ist nur zum Warmlaufen, unter vier Stunden läuft gar nichts – pro Tag wohlverstanden. iPhones und ähnliche Geräte? Vergessen Sie es. Amy Chua hat einer Tochter sogar gedroht, ihr Plüschtier zu verbrennen, wenn sie nicht diszipliniert genug arbeitet. Wenn (sic!) wundert es also, dass asiatische Kinder in der Schule brillieren und überproportional an amerikanischen Elite-Universitäten vertreten sind?“

Ich zähle zwei Fehler. Es ist aber eine grosse Erleichterung aus denselben Redaktionsräumen zu erfahren, dass die Feminisierung des Online-Journalismus in Siebenmeilenstiefeln voranschreitet. So rapportiert Mamabloggerin Michèle Binswanger via iPhone von der Arbeit ihren FB-Freunden:

„stellt fest: je mehr Frauen bei Newsnetz arbeiten, desto besser riecht es im Büro.“

Der geneigte Leser schliesst daraus: Newsnetzlerinnen müssen nicht die Fehler ausmerzen, bevor sie das Eau de Cologne  erneuern! Bleibt die Frage, ob in der Tagesschule – wo der Nachwuchs dieser journalistischen Leuchttürme versorgt wird – auch jemand zu vier Stunden Instrumentenspiel anhält, oder ob die Kids gerade den Papa-Tag am Game-Boy geniessen. Wie auch immer: Wir blicken dem Untergang des Abendlandes wohlparfümiert entgegen.

PS: Verfasser des Artikels ist natürlich keine Online-Journalistin sondern ein solides Urgestein: Philipp Löpfe … hmm beunruhigend

Franz Hohlers Europa-Realismus

Dezember 11, 2010

Schweizer Kabarettisten sind nicht nur Commedians, die besten unter Ihnen sind wahre Propheten und Analytiker. So auch Franz Hohler. Im Angesicht der Euro-Krise lohnt es sich seine Prophezeiung für Europa aus dem Jahre 1993 hervorzuholen. Zur Erinnerung: 1991 feierte die Schweizerische Eidgenossenschaft ihr 700jähriges Bestehen, 1992 lehnte der Souverän mit einer hauchdünnen Mehrheit den Beitritt der Schweiz zum EWR (Erweiterter Wirtschaftsraum) ab. Rückblickend haben nicht die Fundamental-Grünen gesiegt (die gegen die laschen europäischen Umweltnormen waren), sondern … Genau.

1993 erschien das Buch „Halbzeit. Fünzig 50jährige zur Schweiz: Provokationen, Optionen, Visionen“. Während deutsche Männer vor Stalingrad verbluteten, wurden in der Schweiz u.a. folgende Menschen gezeugt: Mario Botta, Iwan Rickenbacher, Rudolf Strahm, Thomas Wagner, Bruno Stanek, und (unter vielen anderen) auch den Hohler Franz.

Sein Beitrag war 1993 die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten Pushparajah Alabaplanalpya auf das Jahr 2050. Daraus die Europa-politischen Auszüge:

„Dann können wir heuer, auch dies ein Anlass zur Freude, das 50jährige Jubiläum des schweizerischen Beitritts zur EG (so hiess damals noch die EU, GG) feiern, und ich glaube, vieles von dem, was in den letzten Jahrzehnten erreicht wurde, wäre ohne diesen Beitritt nicht denkbar gewesen. All denjenigen, die heute die Rückkehr der Schweiz zur Neutralität, zur eigenen Währung und zur eigenen Armee fordern, möchte ich zurufen: Sollen wir das, was unsere Väter und Mütter mühsam erarbeitet haben, einfach leichtsinnig über Bord werfen? (…) Die ältesten unter uns erinnern sich wohl noch der mühseligen Zeiten, das sie die Sonntage damit verbracht haben, wegen irgendwelcher Ministerialbeschlüsse wie Bodenrecht, Zuckersubventionen oder Tunnelbauten an die Urne zu gehen.“

So weit der Teil der Prohphetie, der nicht eingetreten ist. Der zweite Teil, könnte aber durchaus ein realistisches Szenario sein:

„Dass die Mittelmeerländer aus dieser Gemeinschaft ausgetreten sind, können wir ihnen nicht verargen, und auch dass sich der ebenfalls ausgetretenen skandinavischen Föderation die Beneluxstaaten und letztes Jahr noch Polen und das Baltikum angeschlossen haben, kann für die Schweiz kein Signal sein, es diesen Ländern gleichzutun. Die Schweiz ist und bleibt europäisch, sie ist, das dürfen wir in aller Bescheidenheit festhalten, das Herz Europas, und dieses Herz darf nichts zu schlagen aufhören.“

Soweit die Einschätzung Franz Hohlers von 1993. Selbst er, als Europa-Freund, glaubte nicht, dass Griechenland, Spanien, Italien und Protugal auf Dauer in einer Union mit den Skandinavischen Ländern bestehen könnten. Was bleibt ist ein Rumpf-Europa: Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich und Grossbritannien. Gerade im Lichte der Euro-Krise wäre eine solche Aufstellung Europas realistisch. Sie entspräche auch dem „Plan B“ für Europa, den der St. Galler Privat-Bankier, Konrad Hummler, verschiedentlich vorgetragen hat: Europa wird als Währungsunion untergehen, aber die tüchtigen Regionen könnten sich dem Frankenraum anschliessen. Der Kabarettist 1993 und der Bankier 2009 sind sich hier auf eigentümliche Weise einig.

Satiriker haben sich schon immer mit Europa beschäftigt. Schon Kurt Tucholsky, der die Europa-Aufbrüche der 1920er Jahre miterlebte und scheitern sah, meinte 1926 in seinem „Gruss nach vorn“ an den Leser des Jahres 1985:

„Selbstverständlich habt ihr die Frage „Völkerbund oder Pan-Europa“ nicht gelöst. Fragen werden von der Menschheit ja nicht gelöst, sondern liegen gelassen.“

Was meint die Beiz-Leserschaft?

Kabale und Liebe 2007 (Nebelspalter 8/2008)

November 9, 2010

Der erste Akt des Dramas findet sich hier. Das Drama spielt im Sommer 2007 bis Frühjahr 2008. Es erschien vollständig im „Nebelspalter“ (8/2008). Die Handlung und die Orte sind frei erfunden, die Fakten wurden vollständig im Internet recherchiert und sind hier mit den Quellen verlinkt. Den „Nebelspalter“ kann man hier abonnieren.

Dramatis Personae:

Daniel Jositsch (42) Dr. iur. Professor, Major, Nationalratskandidat

Chantal Gallade (35) „angehende Erziehungswissenschafterin“, Ständeratskandidatin

2. Akt

Die Sache mit der Waffe

15. Juli 2007 im Hotel Baur au Lac

SIE (erschöpft): So schön, Dani. So nah ist der kleine Tod am grossen. Die kalte Mündung des Laufes an meiner Schläfe im Moment unserer glühenden Explosion. So schön wars noch nie. Wenn ich nur das schon früher einmal versucht hätte! Heirate mich, mein Major!

ER: Tatsache ist, wir sind ein <Winnng Team>: Politisch und privatim. Die Pressekonferenz war der Knüller. Du bist der Zürcher Medienstar, du schaffst es noch in den Ständerat!

SIE: Und du hast die scharfe Sachkompetenz. Was haben die gestaunt, die Journis. Ob sie wohl bemerkt haben …?

ER: Schreiberlinge sind dumme, faule Hunde, und sie stehen sowieso eher auf unserer Seite. Ausserdem bin ich auf den Wahlunterlagen noch verheiratet.

SIE: Und dort auch kein Major der Militärjustiz, du Schlingel: Das ist ja schon fast Betrug am Wähler, nicht?

ER: Wir müssen die Chance packen! Ich meine, du mit deiner Ständeratskandidatur: Du bist zwar sexy, …. ?

SIE: Ja, das bin ich, und das neiden mir all die Hyänen. Dani, meinst du es ernst, dann musst du die Dienstwaffe abgeben, denn seit jenem emotionalen Auftritt im Nationalrat habe ich mich als Waffengegnerin exponiert. Ich will nicht mit einem Mann unter einem Dach leben, der eine Dienstwaffe hat …

ER: Aber Chantal, du vertraust mir doch. Eben hast du noch ….!

SIE: Ja, habe ich, und es war sehr schön! Frauen sind irrationale Wesen, aber Politik muss rational und konsequent sein. Hast du nicht Unterschriften für die Armee-Abschaffung gesammelt, damals? Wie könnte man diesen eidgenössischen Waffenmythos besser aufbrechen, als wenn ein Offizier der Militärjustiz den Bann bricht …

ER: Chantal, ich habe unserer Liebe schon meinen Bund fürs Leben geopfert, nun geht es um die Offiziersehre, ich kann doch nicht einfach – ich bin Jurist! Was werden sie im Studentenverein denken?

SIE: Die erfahren doch nichts , deine CVP-Saufkumpanen. Ist doch Privatsache.

(herrisch:) Oder soll ich mit unserer Affäre an die Presse? Ob du als Ehebrecher auf Listenplatz 17 noch eine Chance hast?

ER: Okay, okay … (kleinlaut:) … ich werde die Dienstwaffe nächsten Monat beim Zeughaus abgeben.

SIE: Schwöre es! Auf unsere Liebe – nein, das taugt nicht. Auf Jahwe, den Gott deiner Väter – nein du bist Atheist. Auf die Weltrevolution! Ach, an die glaube ich ja selbst nicht. Auf deine eheliche Treue? Auf deine Offiziersehre?

ER: Nein: So wahr ich Bundesrat werde!

SIE: Gut, mein Major, das gilt, vor dem nächsten Treffen will ich die Empfangsquittung vom Zeughaus sehen. Besser kannst deinen Bubentraum, die Armee-Abschaffung, gar nicht betreiben. (maliziös:) Ich werden den Gutschein bei <agent provovateur> einlösen.



Change

November 7, 2010

 

Obama 2008

Obama 2008

 

Obama 2010

Obama 2010

 

Obama 2012

Obama 2012

Die Schweiz hat eine neue Hauptstadt und Zürich ein neues Satire-Magazin

Oktober 3, 2010

135 Jahre nach dem Nebelspalter wurde es ja auch langsam mal Zeit.
Reda, wie ist es dazu gekommen?

Reda El Arbi:
Der humor ist ja ein wenig spärlich gesät in der medienszene. Vor allem witz, wie ihn die handygeneration mag, sucht man vergeblich im Schweizer blätterwald. Um die „traditionelle“ satire zu verstehen, müsste man schon regelmässig zeitung lesen. Das macht kein schwein mehr. Die leute kaufen zwar noch zeitungen, lesen aber meist nur schnell die headlines und die gratiszeitungen im tram. Nun gibt es mit der Hauptstadt wieder ein produkt, auf das sich die leute freuen können, das sich nicht intellektuell vom mainstream absetzen will.

Boulevardsatire statt „Qualitätsjournalismus“?

Reda El Arbi:
Qualitätsjournalismus, wie man ihn noch vor 20 jahren kannte, gibt es nicht mehr. Es ist zeit, den journalismus neu zu definieren. Information ist beliebig. Ich möchte lieber einen leser zum lachen bringen als fünf zum nachdenken.

Ganz schön mutig, deinen Job bei Ringier an den Nagel zu hängen und in dieser wirtschaftlich für Medienunternehmer nicht eben einfachen Zeit etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Wird man eigentlich automatisch zum Satiriker, wenn man zu lange beim Blick arbeitet?

Reda El Arbi:
Ich habe meinen job beim Blick am Abend geliebt. BlaA ist wohl die einzige zeitung, die manchmal auch satirische ansätze zeigte. Man erinnere sich an die geschichte, als unser chef Peter Röthlisberger die sieben bundesräte mit Gaddafi verglichen hat. Und immer hat Gaddafi gewonnen. Das war grosses kino. Ja, die arbeit bei Ringier hat mich zu meinem blatt mitinspiriert.

Wer ist ausser dir noch wichtig bei der Hauptstadt?

Reda El Arbi:
Domenico Blass, Roland Schäfli, Ruru Tastan, Art Ringger, Thomas Meyer, Ian Constable, Christian Wyss, Helmi Sigg, Ian David Marsden und viele mehr.

Was erwartet die Leser in der ersten Ausgabe?

Reda El Arbi:
Wir enthüllen zum Beispiel, wie die Zürich-Filmfestival-fuzzis ihre promigäste auswählen, wir analysieren Zürcher männer, wir waren undercover bei den partychristen und wir haben die geilsten Kampusch-merchandise-products zum aktuellen bestseller.

Ist das nicht ein bisschen sehr geschmacklos?

Reda El Arbi:
Solche bücher und filme sind geschmacklos. Das ist sozio-pornographie. Leute, die solches zeugs kaufen, schauen auch pornos, um was über menschliche beziehungen zu erfahren.
Bei den anderen geschichten sind es mehr die übergrossen egos, bei denen wir sticheln.

Deinen Blog hast du erstmal auf Eis gelegt. Da sind sicher viele Leserinnen traurig…

Reda El Arbi:
Dagegen hilft ein Hauptstadt-Abo…

Und wie kommt man zur Hauptstadt?

Reda El Arbi:
Am schnellsten über unsere homepage:
http://www.hauptstadt-magazin.ch/
Für leute, die uns erstmal testen wollen, gibts da auch ein 3-monatiges probeabo.
Natürlich gibt es uns auch am kiosk in der hauptstadt und in ausgewählten locations wie dem Cabaret Voltaire. Wer sich beeilt, erwischt vielleicht noch ein exemplar, die erstausgabe war vielerorts schon am ersten Tag ausverkauft!

Hauptstadt 1 Titel

Reda El Arbi (41) ist Chefredaktor und Herausgeber des neuen Zürcher Satiremagazins „Hauptstadt“.

Der Bund Abrahams und das säkulare Menschenrecht auf „Selbstbefleckung“

Januar 30, 2010

Das Minarettverbot hat in der Schweiz die Parteien der wohlmeinenden Korrektdenker etwas aus der Bahn geworfen. Nachdem die CVP und andere Parteien plötzlich auf den Zug der Verbote mit Vorschlägen auch noch aufspringen wollten, ist es nun den Schweizer Grünen gelungen mit Realsatire allen anderen Parteien den Rang abzulaufen. Die Partei der Umwelt hat sich nach Kopenhagen auf ihr wahres Kerngeschäft: die Gendertheorie besonnen. Denn der Tag des jüngsten Gerichts soll uns – wenn wir den Weltuntergang schon nicht verhindern können – als perfekt gleichgestellte Männlein und Weiblein ereilen. Wenn nun die Beschneidung bei Frauen verboten worden ist, müsste dann nicht auch die Beschneidung der Männer bei Juden und Muslims verboten werden? So rein atheistisch säkular ein naheliegender Schluss.

Damit fallen die Grünen Radikalrationalisten hinter die Position des Apostel Paulus zurück, der die Beschneidung als äusserliches Zeichen von den Taten des Menschen abhängig machte:

17 Wenn du dich aber Jude nennst und verlässt dich aufs Gesetz und rühmst dich Gottes 18 und kennst seinen Willen und prüfst, weil du aus dem Gesetz unterrichtet bist, was das Beste zu tun sei, 19 und maßt dir an, ein Leiter der Blinden zu sein, ein Licht derer, die in Finsternis sind, 20 ein Erzieher der Unverständigen, ein Lehrer der Unmündigen, weil du im Gesetz die Richtschnur der Erkenntnis und Wahrheit hast -: 21 Du lehrst nun andere und lehrst dich selber nicht? Du predigst, man solle nicht stehlen, und du stiehlst? 22 Du sprichst, man solle nicht ehebrechen, und du brichst die Ehe? Du verabscheust die Götzen und beraubst ihre Tempel? 23 Du rühmst dich des Gesetzes und schändest Gott durch Übertretung des Gesetzes? 24 Denn »euretwegen wird Gottes Name gelästert unter den Heiden«, wie geschrieben steht (Jesaja 52,5). 25 Die Beschneidung nützt etwas, wenn du das Gesetz hältst; hältst du aber das Gesetz nicht, so bist du aus einem Beschnittenen schon ein Unbeschnittener geworden.26 Wenn nun der Unbeschnittene hält, was nach dem Gesetz recht ist, meinst du nicht, dass dann der Unbeschnittene vor Gott als Beschnittener gilt?27 Und so wird der, der von Natur unbeschnitten ist und das Gesetz erfüllt, dir ein Richter sein, der du unter dem Buchstaben und der Beschneidung stehst und das Gesetz übertrittst. 28 Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht; 29 sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht. Das Lob eines solchen ist nicht von Menschen, sondern von Gott. Röm. 2, 17 – 29

Gleichzeitig torpedieren sie die „abrahamitische Wurzel“ der drei monotheistischen Weltreligion (Judentum, Christentum und Islam), indem der Auftrag der Beschneidung eben gerade an Abraham erging

Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt deinen Nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch, muss beschnitten werden. 1.Mose 17, 10

Wo man sich jetzt wenigstens zwischen Juden und Muslims einig war, wird nun alles rationalistisch dem atheistisch-säkularisierten christlichen Dogma der Nicht-beschneidung unterstellt.

Während man für die Abschaffung der Sonderfriedhöfe für Juden und Moslems wenigstens noch rationale Begründungen anführen kann und man bei dem Verbot der Beschneidung der Frauen auf ihre verminderte Orgasmusfähigkeit beim Beischlaf hinweisen kann (Menschenrecht auf den weiblichen Orgasmus). Wird es beim geforderten Verbot der Beschneidung der Männer – die mag tatsächlich „irrational“ sein – schon ungleich schwieriger, weil man ein grundlegendes Symbol der jüdischen und auch muslimischen Religion angreift.

Über den Einfluss der Beschneidung des Mannes auf den weiblichen, wie auch den männlichen Orgasmus sind verschiedene Meinungen im Umlauf. Jüdinnen sollen den beschnittenen Penis sowohl als ästehtischer als auch befriedigender empfinden, Christinnen sehen es wieder anders. Unbestritten scheint zu sein, dass die Vorhaut des Mannes bei der Masturbation eine gewichtige Rolle spielt. So kam es, dass sich in Zürcher Zeitungen bei der Diskussion um den unsinnigen Vorschlag eines Beschneidungsverbotes auch für Männer, rührige genderbewusste Ärztinnen sich für das Selbstbefriedigungsglück des Mannes zu sorgen begannen.

Damit wurde die Satire über die in Deutschland an Schulen angeblich eingeführten konfessionell getrennten Masturbationsräume, durch die Realsatire der Schweizer Grünen noch getoppt. Gleichzeitig dürfte nun allen klar geworden sein, was wir im Abendland gegen das Morgenland zu verteidigen haben: nicht nur das Recht auf Abtreibung und Leben ohne Burka, sondern auch das Recht auf männliche Masturbation. Wahrlich zwei Errungenschaften für die sich der Heldentod am Hindukusch lohnt!