Archive for the ‘US-Wahl’ Category

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November 3, 2012

Obama 2008:

 

Obama 2010:

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Obama 2012:


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November 7, 2010

 

Obama 2008

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Obama 2010

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Obama 2012

Obama 2012

Barack Obama: „Hoffnung wagen“

Januar 20, 2009

2006 beschrieb Barack Obama in seinem Buch  „Hoffnung wagen: Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream“ (im Original: „The Audacity of Hope – Thoughts on Reclaiming the American Dream“) seine persönlichen Ansichten und politischen Ziele.

Ob er damals wohl schon daran gedacht hat, dass er einmal Präsident der Vereinigten Staaten werden könnte? Hätte das damals irgend jemand für möglich gehalten?

Zumindest hat Obama schon damals, als Senator, klare Vorstellungen davon gehabt, was er besser machen würde als die Bush-Regierung und warum.

Von sehr persönlichen Erfahrungen seines eigenen Lebensweges ausgehend beschreibt Obama in dem Buch seine politischen Überzeugungen: Aufgewachsen ist er als Sohn eines kenianischen Vaters und einer weissen US-Amerikanerin im multikulturellen Hawaii und im überwiegend muslimischen Indonesien mit indonesischem Stiefvater und Halbschwester: Familientreffen bei Obamas würden an eine UN-Vollversammlung erinnern.

Beste Vorraussetzungen für eine Politik, die den veränderten Bedingungen der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts gerecht wird, die die Globalisierung als Chance begreift, nicht bloss als Bedrohung.

Aus solchen Erfahrungen rührt wohl auch die Überzeugung Obamas, die die Grundlage für alle Bereiche seines Denkens bildet: Dass wir Ziele nur gemeinsam erreichen können, mit einander, nicht gegen einander: Demokraten und Republikaner müssen gemeinsam Lösungen für die drängenden Probleme der amerikanischen Wirtschaft und des Gesundheits-, Renten- und Sozialsystems finden. Der Staat und die Reichen dürfen die ärmeren und benachteiligten Bürger nicht im Regen stehen lassen. Reiche und arme Länder müssen unter Mitwirkung funktionierender und von allen (auch den USA) respektierter internationaler Institutionen die Herausforderungen der Globalisierung bewältigen. Und auch im privaten Bereich der Familie spricht er sich für eine gleichberechtigte Partnerschaft aus, dafür, Voraussetzungen zu schaffen, die Frauen gleiche Lebenschancen bieten wie Männern.

Das ist für Obama der Kern des Amerikanischen Traums: Jeder Mensch soll die Chance haben, sein Leben zu gestalten, seine Talente zu entwickeln und einzusetzen und gesellschaftlich aufzusteigen.

Eigenverantwortung und harte Arbeit, aber auch Gemeinschaftsgefühl und Verantwortung für die anderen, das sind für Obama die entscheidenden  amerikanischen Werte. Dazu fordert er ein stabiles Sicherheitsnetz, dass auffängt, wenn der einzelne scheitert, den Job verliert, krank wird oder alt. Eine bezahlbare Krankenversicherung für alle Amerikaner, gerechte Löhne, Investitionen in Bildung, Forschung und Zukunftstechnologien, das sind ein paar der Reformen, die Obama als besonders wichtig anmahnt.

Dabei kennt er als ehemaliger Sozialarbeiter in Chicago die Probleme der amerikanischen Unterschicht und der African-American Community in den Inner Citys nicht bloss aus Statistiken. Den Hauptgrund für Kriminalität und Gewalt in diesen Bezirken sieht er in der ökonomisch aussichtslosen Situation und Hoffnungslosigkeit der Bewohner. Und das Gegenmittel folglich in besseren Schulen und Jobs, um den Teufelskreis vererbter Armut zu durchbrechen.

Ähnlich ist seine Ausrichtung übrigens auch in der Aussenpolitik: Die grösste Gefahr für die Zukunft sieht Obama nicht in nationalen Kriegen sondern in transnationalem Terrorismus, der auf dem Boden von Armut und Hoffnungslosigkeit gedeiht. Auch international sieht er Bildung und Bekämpfung von Armut als beste Medizin.

„Terror“ heisst ja „Angst“. Das Gegenteil von Angst ist Hoffnung.
Obama mag also Recht haben in dieser Diagnose, dass wir die Welt nur dann zu einem sichereren Platz machen können, wenn alle – privat, national und international – vom Fortschritt profitieren.

Dass das Opfer und harte Entscheidungen verlangen wird, ist ihm durchaus bewusst, und das verschweigt er seinen Lesern nicht.

Auch Zweifel und Selbstzweifel finden Raum in dem Buch.

Obama sieht sich gewiss nicht als „Messias“. Er ist kein göttliches Wesen. (Jedenfalls nicht mehr als andere Menschen auch.)

Was er hat, ist ein Programm.

Wer etwas darüber erfahren will, wie Obama tickt, über seine persönlichen Hintergründe, seine Ideale und Werte, auf die er seine Politik gründen möchte, darüber, was uns in den nächsten vier Jahren erwartet mit diesem Präsidenten, etwas, dass über Wahlkampfparolen und Projektionen hinausgeht, der sollte dieses Buch lesen.

Es lohnt sich.

Die Chance Obamas, die wir selbst verdienen

Januar 20, 2009

Heute ist er also da, der grosse Tag der Amtseinführung von Barack Obama.

Seit seine Wahl fest stand, sind die Probleme der USA und damit der Welt nicht kleiner geworden.
Was sich erhalten hat ist das Übermass an Hoffnung, das auf die Schultern dieses Mannes fokussiert bleibt.
Natürlich ist das übertrieben, natürlich ist Obama nicht der Nabel der Welt. Vielleicht war es der amerikanische Präsident noch nie so wenig wie heute. Die Welt ist wirklich globaler geworden. Ein unmöglicher Satz, ich weiss, und doch wissen wir alle, was damit gemeint ist.
Noch nie war es uns bewusster denn heute, noch nie war es so sehr Fakt wie jetzt:
Es gibt diese eine Welt und wohl definitiv auch den einen Markt, den globalen Wirtschaftsraum mit veränderten Spielregeln, Machtverhältnissen und unveränderten Begehrlichkeiten. Sie wachsen nun nur in noch mehr Köpfen und jenseits aller alten Grenzen.

Was also kann Obama bewirken?

Das Wichtigste scheint etwas Ungreifbares und daher auch sehr Fragiles, vielleicht gar nur Eingebildetes zu sein:
Wann haben wir das letzte Mal einer grossen politischen Figur zugebilligt, dass sie ein Regierungsamt mit dem Willen antritt, für Alle Gutes zu bewirken?

Sind diese Projektionen „berechtigt“? Müssen sie nicht zwangsläufig bitter enttäuscht werden?

Yes, We Can. Es steht da das Wort „Wir“. Schlussendlich vermag ein Politiker, der an ein Gemeinwohl glaubt, nur für das zu kämpfen, wofür er den Support seiner Wähler fühlt. Und im Falle des amerikanischen Präsidenten ist das nicht nur die eigene Wählerschaft, sondern jener Teil der Welt, der sich den Wandel gewünscht hat.

Es wird auf uns ankommen.

Darauf, dass wir alle unsere Politiker danach beurteilen, was sie nach diesen Kriterien für uns tun, für das, was wir wirklich wollen, wenn wir unsere Bedenken und Ängste für die Zukunft unserer Kinder und unserer Welt wirklich ins Zentrum stellen und das letzte Quentchen Luxus und Bequemlichkeit mal beiseite lassen – um mal mit den harmlosen Dingen zu beginnen. Aber wenigstens mit ihnen. Dabei werden wir uns immer darum streiten, welche Lösungen dafür wann, wie und wie rigoros zu suchen sind. Aber wir sollten uns dann auch daran messen, mit welchen Mitteln, in welchem Geist und mit welchem Respekt wir nach Antworten und Wegen suchen.

Wenn Obama das mit bewirken soll, was sich seine Anhänger erhoffen, dann gehört dazu, dass wir unseren Knilchen da oben unmissverständlich sagen, dass wir die Selbstverantwortung aller einfordern, dass wir verlangen, dass man mit dem politischen Gegner spricht, alle Eitelkeiten beiseite lässt und verdammt nochmal den Kompromiss entdeckt, der damit beginnt, dass man die andere Tischseite respektiert und sich für deren Bedürfnisse interessiert.

Wir alle sind gefordert. Wir müssen die längst in unseren Köpfen eingewachsenen Prinzipien überdenken. Arbeitsplätze für möglichst alle? Ja, gerne, aber vielleicht geht das nur, wenn wir den etwas längeren Weg nehmen, weil nicht mal dies das einzige Ziel sein kann, um jeden Preis. Denn den höchsten Preis hat die Welt als Ganzes, der fragile Planet und unsere Menschlichkeit, mit der wir ihn bewohnen sollten, wenn wir ihn erhalten wollen.

Geben wir Obama und allen, die guten Willens sind, die Chance, die wir selbst verdienen.

Sind Führer noch möglich?

November 8, 2008
Leadership aus den USA

thinkabout.ch

Ist Barack Obama eine Art neuer Kennedy? Ist unsere Gesellschaft noch in der Lage, mit einer Person Hoffnungen zu verbinden, sich selbst von ihr mobilisieren und anschieben zu lassen, ohne dass sie sich an verhängnisvolle alte Zeiten erinnert fühlt? Haben es Menschen mit Leadership-Bewusstsein in der Politik schwer, Idealismus und beste Absichten im Rausch der Macht unverwässert weiter zu verfolgen?

Und umgekehrt: Ist es so falsch, sich beschenkt zu fühlen vom Geschick der Ereignisse, das in einem amerikanischen Wahlsystem eine charismatische Figur aus dem Nichts auf steigen liess, die bis ins Capitol durchstartet, so dass wir uns alle die Augen reiben? Ganz unbesehen von Fakten und Hindernissen und uns selbst nicht entsprechenden politischen Prinzipien, die früh genug Distanzen und Enttäuschungen schaffen werden, bleibt doch festzuhalten: Geschichte lehrt, dass kein politisches oder gesellschaftliches System unverrückbar zementiert ist, sondern alles wandelbar bleibt, wird und vergeht, wie das Leben selbst.

Präsident Obama

November 5, 2008

Der Föhn, der hier seit Tagen bläst, ist vermutlich nur das Aufatmen der Welt, dass der Albtraum Bush nun zu Ende geht.
Und dass uns Sarah Palin erspart bleibt. Demokratie mag ja oft die Politik des Kompromisses auf kleinstem gemeinsamen Nenner sein. Aber das heisst nicht zwangsläufig, dass der dümmste anzunehmende Wähler Präsident wird.

Man solle jetzt aber nicht zu optimistisch sein, heisst es in den Wahlkommentaren der deutschen Medien heute schon wieder, Obama würde von den Europäern einiges verlangen.
Gut so.
Wir Europäer wollen doch ernst genommen werden, oder?
Ein Präsident, der aus eigener Erfahrung weiss, dass „Rest der Welt“ nicht ein Synonym ist für entweder „Kolonie“ oder „Feind-auf-den-man-Bomben-werfen-kann“, der als Sozialarbeiter weiss, wie es der abgestürzten amerikanischen MIttelklasse wirklich geht, der Realist ist statt (wie heisst eigentlich das sprachliche Gegenstück zu „Islamismus“? Christianismus?) irrationalreligiöser Fundamentalist, wird der Welt guttun.
Das tönt jetzt wieder wahnsinnig mainstreamig. Stimmt. Damit bin ich mir wohl mit dem Grossteil der Weltbevölkerung einig. Und das ist gut so.

Umfrage zur US-Wahl: Obama oder McCain?

November 1, 2008