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Die UBS sucht unser Vertrauen

April 15, 2009

Die grösste Schweizer Bank, die krisengeschüttelte UBS, führt heute ihre Generalversammlung durch. Ich habe mir die Berichterstattung heute um 12h30 im Radion bei DRS 1 kurz angehört.
Wiederum wurden langatmig und ausführlich die falschen Fragen gestellt. Und dennoch ist genau dies der Indikator des grössten Problems.

Dieses grösste Problem ist nicht, dass die UBS weiter Boni bezahlt (bzw. nicht kommunizieren mag, dass sie vertraglich gar nicht anders kann, weil das niemand hören oder glauben will, obwohl das sehr gut nachzuvollziehen ist).

Das wirkliche Problem ist der Abfluss der Kundengelder. Darin spiegelt sich der Verlust an Vertrauen bei jenen Menschen, die das Betriebskapital für Gewinne zur Verfügung stellen müssten: Geld. In Form von Anlagen. Und die sollen, bitteschön, möglichst sicher sein. Oder möglichst Rendite versprechen. Leider wird nicht kommuniziert, wo welches Geld abgezogen wird. Ist es Geld, für das den Anlegern nach ihrer Meinung nicht mehr genügend Rendite winkt, oder ist es Geld, für das nach wie vor Sorge besteht, dass es verloren gehen könnte? Ist es eher ersteres, so ist das eine Krux, aber das kleinere Problem, als wenn der zweite Grund überwiegt.

Tja, wie stellt eine Bank – oder überhaupt eine Firma – neues Vertrauen her? Es ist eine an sich schon heikle Aufgabe. Bei einem Unternehmen, das so in den Fokus der Medien (nicht nur der Justiz) geraten ist, wird sie noch schwieriger.

Dabei kommt auch der Zeitpunkt, wo eine solche Firma bei der Basis ihrer Kunden wieder neu auf deren richtiges Augenmass vertrauen können muss. Die Klagetöne über gemachte Fehler müssen Fragen zur Zukunft weichen und sich mit jenen Personen beschäftigen, die das Steuer jetzt in die Hand nehmen. Vertrauen muss nicht nur geschaffen werden, es muss sich auch neu bilden.

Die Bedeutung, die dabei die Medien haben, ist gross. Sie wird hoffentlich von Medienschaffenden wahr genommen, die nicht dem Rausch der plötzlich gefühlten eigenen Bedeutung unterliegen und nicht klüger sein wollen, als man es in dieser Situation sein kann.

Der grosse Rest wird „sich informieren“. Und nicht so sehr viel dagegen tun können, dass sich eine persönliche Meinung festsetzt – und man selbst nicht so genau weiss, wie viel die taugt.

Und darum ist hier auch höchste Zeit für den Schluss dieses Beitrags.

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