Posts Tagged ‘deutsche Mentalität’

Der Blocher im Schrank

März 23, 2010

Ein schöner Artikel für Sprachfetischisten:
«Jetzt wird endlich wieder rausgestuhlt!»

Bitte auch die herrlichen Kommentare unter dem Artikel mitlesen! Meine Lieblingssätze aus den Artikel-Kommentaren:

„Versorg doch den Blocher bitte im Schrank.“ (Hm, ist das nicht eher ein Kasten?)

„Hinter verschlossenen Türen traten die Parlamentarier auf die Vorlage ein.“

Zur Gruppe „Schweizerdeutsche Ausdrücke auf Hochdeutsch benutzen“ bei Facebook gehts hier. ( Schon fast 1000 Fans)

Und eine schon etwas ältere aber sehr hübsche Erklärung, warum Deutsche Schweizer so schwierig verstehen, liefert Laura de Weck in der NZZ: Nachbarschaften
(gefunden via Blogwiese, da gibt es noch viel viel viel mehr von sowas.)

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Deutsche Mentalität Part 327

April 23, 2009

In unserem Blog wurde das Thema „deutsche Mentalität“ hier bereits ausführlich diskutiert.

Nach Urs Widmer, Thomas Hürlimann, Franz Hohler, Tim KrohnLukas Bärfuss und Roger Köppel.

Noch einer.
Diesmal ein Schweizer, der einen Amerikaner befragt, um die Welt über die Mentalität der Deutschen zu belehren. Diesmal von neoliberal-rechts:

80 Millionen rein in die Schublade, zu und fertig.
Herrje, wollte man in die Tatsache, dass sich Londoner an Bushaltestellen oder Berner an Skiliften folgsam in Reihe stellen eine Essenz der britischen oder schweizerischen Nationalpsyche hineininterpretieren?

Und an allem ist, na klar, Hitler schuld.


Zitat: „Wissen Sie, wie man Deutsche wirklich erschrecken kann? Wenn man als Liberaler fröhlich über die Brüsseler Bürokraten und ihre Angst vor dem Volk spottet. Das wirkt. Um Gottes willen. Darf man so etwas? “

Ja, sicher, damit kann man die deutschen Milchbauern, die grad mit lautstarken Protesten gegen die von der EU beschlossene Erhöhung der Milchquote demonstrieren, aber mal so richtig erschrecken… 😉

Direktabstimmungen und Bürgerinitiativen sind in D auf kommunaler Ebene übrigens Gang und Gäbe. Das wissen offenbar überraschend viele CHer gar nicht.


Wenigstens bemüht sich Ulrich Schmid um eine Versachlichung des Sachverhalts des politischen Interessenkonflikts zwischen D und der CH. Verdreht aber sofort wieder die Tatsachen. Nicht das Geld „der reichen Schweizer“ (is klar, alle Schweizer sind stinkreich) weckt Steinbrücksche Begehrlichkeiten, sondern das gesetzeswidrig hinterzogene und nun in der Krise dringend fehlende der eigenen Landsleute. Nicht „die Schwieiz“ soll den „neidischen“ Deutschen irgendwas „zahlen“, sondern die deutschen Steuerzahler ihre Steuern. Um hundert Milliarden Franken soll es ja schätzungsweise gehen. Damit liessen sich schon so einige Arbeitsplätze retten…


Dass Westerwelles Positionen – Kapitalismus pur und Deregulierung = Freiheit und Wohlstand; freier Markt = Gerechtigkeit; Steuerentlastung der Spitzenverdiener von 45 auf 35% auf Kosten der sozialen Absicherung für Arme, Alte und Kranke; Ablehnung menschenwürdiger Mindestlöhne für einen Vollzeitjob; die Philosophie, jeder soll selber sehen, wie er klarkommt und wer nicht arbeitet (weil z.B. sein Arbeitsplatz jetzt in China wohnt) soll auch nicht essen, dass solche Ansichten noch eine Wählerschaft finden, ist in der Tat erstaunlich.


Das Erstaunlichste sind für mich aber mal wieder diejenigen unter den Leserreaktionen, die diesen ganz offen politisch einseitigen und tendentiösen Artikel für objektive Wahrheit und bare Münze nehmen – endlich erklärt ihnen mal ein „kompetenter Experte“, wie „die Deutschen“ so sind.
Es ist zum Mäusemelken.


Wisst ihr was, ich mag nicht mehr.
Ich habe keinen Bock mehr auf Leute, die mir erklären, wie ich angeblich bin und was ich angeblich denke und dass der Berg, auf den ich hier grad aus meinem Fenster gucke, eine Ebene ist.

Liebe Schweizer Journalisten, fragt doch bitte bitte einfach mal ein paar Deutsche wenn ihr wissen wollt, wie die Deutschen sind.
Sind doch genügend dazu da in der CH.
Und ihr werdet schnell merken, was für ein Quatsch all diese Pauschalisierungen sind.