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November 3, 2012

Obama 2008:

 

Obama 2010:

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Obama 2012:


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Die Schweiz hat eine neue Hauptstadt und Zürich ein neues Satire-Magazin

Oktober 3, 2010

135 Jahre nach dem Nebelspalter wurde es ja auch langsam mal Zeit.
Reda, wie ist es dazu gekommen?

Reda El Arbi:
Der humor ist ja ein wenig spärlich gesät in der medienszene. Vor allem witz, wie ihn die handygeneration mag, sucht man vergeblich im Schweizer blätterwald. Um die „traditionelle“ satire zu verstehen, müsste man schon regelmässig zeitung lesen. Das macht kein schwein mehr. Die leute kaufen zwar noch zeitungen, lesen aber meist nur schnell die headlines und die gratiszeitungen im tram. Nun gibt es mit der Hauptstadt wieder ein produkt, auf das sich die leute freuen können, das sich nicht intellektuell vom mainstream absetzen will.

Boulevardsatire statt „Qualitätsjournalismus“?

Reda El Arbi:
Qualitätsjournalismus, wie man ihn noch vor 20 jahren kannte, gibt es nicht mehr. Es ist zeit, den journalismus neu zu definieren. Information ist beliebig. Ich möchte lieber einen leser zum lachen bringen als fünf zum nachdenken.

Ganz schön mutig, deinen Job bei Ringier an den Nagel zu hängen und in dieser wirtschaftlich für Medienunternehmer nicht eben einfachen Zeit etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Wird man eigentlich automatisch zum Satiriker, wenn man zu lange beim Blick arbeitet?

Reda El Arbi:
Ich habe meinen job beim Blick am Abend geliebt. BlaA ist wohl die einzige zeitung, die manchmal auch satirische ansätze zeigte. Man erinnere sich an die geschichte, als unser chef Peter Röthlisberger die sieben bundesräte mit Gaddafi verglichen hat. Und immer hat Gaddafi gewonnen. Das war grosses kino. Ja, die arbeit bei Ringier hat mich zu meinem blatt mitinspiriert.

Wer ist ausser dir noch wichtig bei der Hauptstadt?

Reda El Arbi:
Domenico Blass, Roland Schäfli, Ruru Tastan, Art Ringger, Thomas Meyer, Ian Constable, Christian Wyss, Helmi Sigg, Ian David Marsden und viele mehr.

Was erwartet die Leser in der ersten Ausgabe?

Reda El Arbi:
Wir enthüllen zum Beispiel, wie die Zürich-Filmfestival-fuzzis ihre promigäste auswählen, wir analysieren Zürcher männer, wir waren undercover bei den partychristen und wir haben die geilsten Kampusch-merchandise-products zum aktuellen bestseller.

Ist das nicht ein bisschen sehr geschmacklos?

Reda El Arbi:
Solche bücher und filme sind geschmacklos. Das ist sozio-pornographie. Leute, die solches zeugs kaufen, schauen auch pornos, um was über menschliche beziehungen zu erfahren.
Bei den anderen geschichten sind es mehr die übergrossen egos, bei denen wir sticheln.

Deinen Blog hast du erstmal auf Eis gelegt. Da sind sicher viele Leserinnen traurig…

Reda El Arbi:
Dagegen hilft ein Hauptstadt-Abo…

Und wie kommt man zur Hauptstadt?

Reda El Arbi:
Am schnellsten über unsere homepage:
http://www.hauptstadt-magazin.ch/
Für leute, die uns erstmal testen wollen, gibts da auch ein 3-monatiges probeabo.
Natürlich gibt es uns auch am kiosk in der hauptstadt und in ausgewählten locations wie dem Cabaret Voltaire. Wer sich beeilt, erwischt vielleicht noch ein exemplar, die erstausgabe war vielerorts schon am ersten Tag ausverkauft!

Hauptstadt 1 Titel

Reda El Arbi (41) ist Chefredaktor und Herausgeber des neuen Zürcher Satiremagazins „Hauptstadt“.

Das grösste Finanzgenie der Welt: Gisela M aus A, 73, Rentnerin und Hausfrau

Oktober 31, 2008

Ein Exklusiv-Interview.

Beiz 2.0: Liebe Frau M, Banken fahren global gegen die Wand wie die Fliegen, neoliberale Markt-Schreier betteln um Staatshilfen, die Aktienkurse weltweit spielen verrückt, erwachsene Hedgefonds-Manager weinen. Und Sie haben es geschafft, mit einem Investment von weniger als 15 Euro einen Gewinn von 1005 Euro zu erzielen, also eine Steigerung von 6700 Prozent. Wie in aller Welt haben Sie das geschafft?

Frau M: Naja, wissen Sie, mein Mann war Beamter, der war immer sparsam und sehr fürs Solide. Also Aktienspekulation und so ein Zeug, das war eigentlich gar nicht sein Stil. Wir hatten ja auch kein Geld zu verschenken! Deshalb hat es mich dann auch schon ein bisschen gewundert, als mein Mann vor 15 Jahren starb, dass er mir diese Wertpapiere da hinterliess. Naja, VW war damals ja auch ein solides deutsches Unternehmen, das muss man sagen. Die Aktien waren 1993 30 D-Mark das Stück wert. Weil ich von Aktien und dem ganzen Zeug nichts verstehe, habe ich die Papiere auf die Seite gelegt, als Notgroschen.

Beiz 2.0: Und dann?

Frau M: Und dann habe ich sie, ja irgendwie, einfach vergessen.

Beiz 2.0: Und als der Aktienkurs von VW auf 150 Euro stieg, da ist Ihnen nicht der Gedanke gekommen, zu verkaufen?

Frau M: Aber nein, das habe ich ja gar nicht mitbekommen. Je nu die Aktienkurse gehen mal rauf und dann wieder runter, aber den Wirtschaftsteil in der Zeitung überblättere ich immer, und mit dem Internet und solchen neumodischen Sachen, da kenne ich mich nicht aus. Ich habe mir halt gedacht, in meiner Sparkasse, da sind die Papierchen schon sicher, da fressen sie keine Mäuse.

Beiz 2.0: Und als dann am Montag dieser Woche der Aktienkurs auf über 500 Euro in die Höhe schoss, da haben Sie trotzdem nicht sofort verkauft? Sie sind mir ja eine ganz coole ausgebuffte Zockerin!

Frau M: Dass der Kurs so gestiegen war, das habe ich doch erst am Abend in der Tagesschau gehört. Und da hatte die Sparkasse doch schon zu!

Beiz 2.0: Und am nächsten Morgen?

Frau M: Da habe ich erstmal gut gefrühstückt und dann habe ich einen kleinen Spaziergang hinunter ins Dorf zu meiner Sparkasse gemacht. Da haben sie mir gesagt, sie hätten schon auf mich gewartet, weil ich die letzte VW-Streuaktionärin sei. Nuja, da hab ich die Dinger halt verkauft, für 1005 Euro das Stück. Aber dass ich dafür jetzt diese Auszeichnung bekomme als Finanzexpertin des Jahres, das finde ich doch ein bisschen übertrieben.

Beiz 2.0: Liebe Frau M., bitte verraten Sie unseren Lesern: Was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?

Frau M: Hauptsächlich Desinteresse und Unwissenheit.

Beiz 2.0: Ähm, ja, Ehrlichgesagt, das überrascht uns jetzt doch alle ein wenig.

Frau M: Und mich erst einmal!

Beiz 2.0: Und was sagen Sie dazu, dass der Chef der Freudschen Bank, Johann Mackermann, Sie nun zu seinem persönlichen Berater machen will?

Frau M: Das ist sicher nett gemeint von dem jungen Mann, aber ich habe es ja nicht mehr notwendig zu arbeiten. Ich arbeite höchstens noch ein bisschen in meinem Schrebergarten, das macht mir Freude, wenn da alles ordentlich und gepflegt ist und schön blüht.

Beiz 2.0: Sie sind so natürlich und bescheiden geblieben, bewundernswert! Was werden Sie denn jetzt machen mit Ihrem Geld? Haben Sie einen heissen Anlagetipp für unsere Leser?

Frau M: Ach, wissen Sie, ich gehe jetzt erstmal ein paar Tulpenzwiebeln für meinen Schrebergarten kaufen. Die müssen ja noch unter die Erde, bevor der Frost kommt.